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07.01.2007

14:19 Uhr

Ski alpin Weltcup

Berthod fährt in Adelboden überraschend zum Sieg

Marc Berthod hat überraschend den Weltcup-Slalom in Adelboden gewonnen. Der Schweizer Lokalmatador triumphierte vor dem Österreicher Benjamin Raich und dessen Landsmann Mario Matt.

Marc Berthod grinste, schüttelte den Kopf und schaute immer wieder ungläubig nach oben. Doch keines der Asse, die da noch kamen, konnte den Mann mit der Startnummer 60 von Rang eins verdrängen - der Schweizer holte beim Slalom in Adelboden den ersten Sieg für die Ski-Nation nach 102 erfolglosen Männer-Rennen, während die deutschen Starter wie schon tags zuvor beim Riesenslalom enttäuschten. Felix Neureuther (Partenkirchen) wurde 18.

Der legendäre Kuonisbergli hatte seinen Teil zum sensationellen Sieg Berthods beigetragen. Nach lang anhaltenden Regenfällen war die Piste völlig aufgeweicht und für die Top-Leute im Finale kaum mehr befahrbar. Berthod profitierte im zweiten Durchgang davon, dass er als 27. des ersten Laufs recht früh ins Rennen gehen durfte. Als dann der Schwede Markus Larsson, der beste zur Halbzeit, sich als Letzter aus dem Starthäuschen stieß, zog auch noch Nebel auf - und Berthods Sieg war perfekt.

Berthod: "Und dann war ich plötzlich Erster"

"Die anderen fuhren nicht mehr schneller, und so kam ich immer weiter nach vorne", beschrieb Berthod das Unglaubliche: "Und dann war ich plötzlich Erster." Erst einmal hat in der Weltcup-Geschichte eine höhere Startnummer einen Slalom gewonnen. Im November 2001 fuhr der Kroate Ivica Kostelic mit der 64 zum Sieg.

Immerhin: Von 27 auf 1 - das ist ein Rekord. "Ich hätte damit nie gerechnet. Es braucht sicher ein wenig Zeit, bis ich das restlos verarbeit habe", sagte Berthod, dessen bestes Ergebnis bisher Platz 16 war - 2005 in Adelboden. Der letzte Schweizer Sieg war zuvor dem Abfahrer Didier Cuche 2004 in Garmisch-Partenkirchen gelungen.

Vogl und Stanek ohne Punkte

Weniger gut meinte es der Kuonisbergli mit den deutschen Skirennläufern. Einen Tag nach der Nullnummer von Felix Neureuther mit Platz 40 beim Riesenslalom war der Partenkirchener der einzige Deutsche in den Punkten. Alois Vogl (Zwiesel) scheiterte im zweiten Lauf, Jendrek Stanek (Königssee) war bei seinem Weltcup-Debüt im ersten Durchgang ausgeschieden.

"Ich habe viel zu viele Fehler gemacht und bin enttäuscht", sagte Neureuther. Nach dem ersten Lauf war er noch Neunter, 18 Ränge vor Berthod, der in einer Gesamtzeit von 1:47,42 Minuten die beiden Österreicher Benjamin Raich (1:47,68) und Mario Matt (1:47,80) auf die Plätze zwei und drei verwies.

Raich meldet sich in der Weltspitze zurück

Raich hatte am Samstag beim schwersten Riesenslalom der Saison in die Erfolgsspur zurückgefunden und seinen 25. Weltcup-Sieg gefeiert. "Ich habe keinen Fehler gemacht", stellte er lapidar fest. Der Gesamtweltcup-Sieger suchte nach seinem Slalomsieg zum Auftakt in Levi lange seine Form - in Adelboden fand der "Blitz aus Pitz" sie wieder, nachdem er 15 Rennen in Serie das Podium verpasst hatte. "Ich bekomme zu dieser Jahreszeit immer ein gutes Gefühl, warum das so ist, kann ich auch nicht erklären", sagte Raich.

Ein sehr schlechtes Gefühl hatte Alois Vogl nach der erneuten Nullnummer beim Slalom. Er lag nach dem ersten Durchgang auf Platz 21, fädelte aber im Finale ein und wurde disqualifiziert. "Bei mir stimmt irgendwas nicht. Ich weiß aber leider nicht, was es ist", sagte der Bayerwälder. Nach Rang 21 in Levi wurde er zweimal nach Fahrfehlern disqualifiziert, in Alta Badia schied er im ersten Lauf aus. Der WM-Norm (zweimal Top 15, oder einmal Top 8) fährt Vogl so weiter hinterher.

© SID

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