Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2008

12:36 Uhr

Ski alpin Weltcup

Büchel bezwingt "Herminator" auf der "Streif"

Marco Büchel hat auf der legendären "Streif" seinen vierten Erfolg im Weltcup gefeiert. Der Liechtensteiner triumphierte beim Super-G in Kitzbühel vor Hermann Maier und den zeitgleichen Didier Cuche und Mario Scheiber.

Der Liechtensteiner Marco Büchel hat am Freitag den Weltcup-Super-G in Kitzbühel gewonnen. Der 36-Jährige setzte sich auf der legendären "Streif" mit einem Vorsprung von 16 Hundertstelsekunden vor Lokalmatador Hermann Maier durch und feierte seinen ersten Saisonsieg. Insgesamt war es Büchels vierter Erfolg im Weltcup. Platz drei belegten zeitgleich mit 33 Hundertstelsekunden Rückstand Didier Cuche aus der Schweiz und der Österreicher Mario Scheiber.

"Ich habe eine Begeisterung gespürt, die war größer als bei manchen meiner Siege hier", sagte Maier am Fuße des Hahnenkamms, wo er schon sechs Mal das goldene Sieger-"Kitz" in den Händen gehalten hatte. "Das ist eine der gewaltigsten Leistungen, die er je geboten hat, sensationell", schwärmte Österreichs Alpin-Direktor Hans Pum über den wilden Ritt des 35-Jährigen. Und Verbands-Präsident Peter Schröcksnadel erwähnte sogleich, "dass ich gehört habe, dass der Hermann in der Abfahrt noch besser ist".

Unverhofft ist Maier gleich wieder zum Mitfavoriten für die klassische Hahnenkamm-Abfahrt am Samstag aufgestiegen - und beinahe hätte es für den einstigen Seriensieger schon am Freitag zum 54. Weltcup-Erfolg gereicht. Doch am Hausberg vor der Einfahrt in den Zielschuss wurde der Routinier von einer Nebelbank aufgehalten. "In meinem Alter nimmt man da halt ein bisschen Tempo raus", sagte Maier scherzhaft, "und ich bin auch ein bisschen zu direkt gefahren. Aber es war eine super Fahrt. Wunderschön war's."

Keppler wird Nebelbank zum Verhängnis

Während Stephan Keppler (Ebingen) in besagter Nebelbank, die zeitweise an der Hausbergkante vorbeikroch, die Orientierung verlor und nach bis dahin guten Zwischenzeiten noch hinter Johannes Stehle (Obermaiselstein/36.) auf Rang 43 durchgereicht wurde, hatte Büchel auf der Fahrt zu seinem vierten Weltcup-Sieg freie Sicht. An seiner Bestzeit von 1:15,44 Minuten fuhren die nachfolgenden Läufer knapp vorbei. Hinter Maier belegten der Schweizer Didier Cuche und Mario Scheiber aus Österreich zeitgleich Rang drei (0,33 Sekunden zurück).

Während Maier bei seinem siebten Super-G-Start in Kitzbühel nach fünf Siegen zum zweiten Mal den zweiten Platz belegte, feierte Büchel seinen ersten Triumph auf der "Streif". "Für mich ist das ein Traum. Damit habe ich nicht gerechnet", betonte der mit 36 Jahren älteste Sieger eines Weltcup-Rennens. Auf der verkürzten Strecke am Hahnenkamm setzte der Oldtimer nach eigenem Bekunden auf "sinnlose Attacke", als Maier kam, zuckte er nochmal zusammen - und lachte erleichtert, als der "Herminator" die Bestzeit verfehlte.

Doch die Leistung von Maier, in diesem Winter bislang nie besser als auf Rang acht platziert, nötigte auch der Konkurrenz gewaltigen Respekt ab. "Ich habe ihn nie abgeschrieben", beteuerte der drittplatzierte Cuche. Der 33 Jahre alte Schweizer behielt durch seine mittlerweile schon sechste Podest-Platzierung in diesem Winter die Führung im Super-G-Weltcup (244 Punkte) vor dem siebtplatzierten Österreicher Benjamin Raich (197), der seinerseits im Gesamtweltcup mit 726 Punkten vor Cuche (665) führt.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×