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13.01.2007

12:17 Uhr

Ski alpin Weltcup

DSV-Starterinnen enttäuschen bei Götschl-Triumph

Die DSV-Abfahrerinnen präsentierten sich bei der alpinen Weltcup-Abfahrt in Zauchensee erneut in schwacher Form. Beim Sieg von Renate Götschl (Österreich) konnte lediglich Maria Riesch auf Rang 26 in die Punkte fahren.

Die Weltspitze bleibt für die Abfahrerinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) weiterhin meilenweit entfernt. Bei der Weltcup-Schlussfahrt im österreichischen Zauchensee war es lediglich Maria Riesch, die als einzige deutsche Starterin den Weg in die Punkte meisterte. Mit Rang 26 war die Partenkirchenerin "recht zufrieden". Den Ansprüchen genügte ihr Rennen nur bedingt, ihre Kolleginnen dagegen enttäuschten restlos.

Götschl feiert 41. Weltcupsieg

Beim 41. Weltcup-Sieg der Österreicherin Renate Götschl kam die routinierteste deutsche Speed-Fahrerin, Petra Haltmayr (Rettenberg), auf Platz 50. Die beste von vier deutschen Nachwuchs-Läuferinnen war die Oberstdorferin Gina Stechert auf Rang 51 - ein Ergebnis, das den Trainern kurz vor den Titelkämpfen in Are (Schweden) Sorgen bereiten dürfte.

Riesch durfte sich damit trösten, dass sie nach den Rängen 26 und 28 bei den leichteren Abfahrten im französischen Val d´Isere nun auf einer sehr schweren Strecke nur 2,08 Sekunden hinter der Spitze lag. "Die Platzierung darf man nicht als Maßstab nehmen", sagte die 22-Jährige zurecht: "Ich habe zwar mein Ziel, in die Top 15 zu fahren, nicht erreicht. Aber das war ein Schritt nach vorne."

"Da fehlt die letzte Aggressivität

Auf der Kälberloch-Piste, die bei einer erfolgreichen Bewerbung von Salzburg 2014 olympisch sein wird, fuhr Riesch sehr verhalten, fast ängstlich - aber doch besser als beim einzigen Training. "Wenn die Piste schwierig ist, habe ich aufgrund meiner Verletzung noch Probleme, mich zu überwinden. Das geschieht ganz unbewusst. Da fehlt die letzte Aggressivität", sagte sie.

Auch Cheftrainer Mathias Berthold relativierte das Abschneiden der besten Deutschen etwas. "Sie ist auf einem sehr guten Weg zurück nach oben. Das geht aber nicht so schnell, wie wir es nach dem Sieg in Lake Louise vielleicht erwartet haben", meinte er. Wichtig sei, dass Riesch die alte Sicherheit wieder finde, ergänzte Berthold: "Ob das in Are passiert oder beim Weltcup-Finale - das ist mir wurscht."

Die Schwächeperiode beschäftigt auch die Familie Riesch. Mutter Monika fühlte sich bemüßigt, Alpinchef Wolfgang Maier telefonisch zu raten, ihre Tochter Maria etwas mehr trainieren zu lassen. Dass sie zu wenig tue, weist Maria Riesch aber zurück. Und Berthold sagt, er "brauche von Frau Riesch keinen Rat. Wir trainieren extrem viel und wollen sie nicht zu Tode trainieren".

Riesch: "Will weiter alle Disziplinen fahren"

Das Problem liegt woanders. Als Allrounderin lässt Maria Riesch kein Rennen aus, das umfangreiche Programm mit vier Disziplinen und der Kombination "schlaucht mich", meinte sie. Dennoch: "Ich will weiter alle Disziplinen fahren." Speziell im technischen Bereich sei der Abstand zur Spitze aber noch sehr groß, "weil man im Slalom und Riesenslalom mit noch viel brutalerer Konsequenz auf dem Ski stehen muss". Eben das fällt ihr nach den Kreuzbandrissen noch schwer.

Von einer Krise will sie nichts wissen. "Sich so etwas einzureden, wäre falsch", sagte sie: "Ich habe es nicht verlernt." Das gilt auch für Götschl, die im reiferen Skifahrer-Alter von 31 Jahren in einer Zeit von 1:19,32 Minuten zu ihrem dritten Sieg in diesem Winter fuhr. Auf Platz zwei kam überraschend die Schweizerin Dominique Gisin. Dritte wurde Julia Mancuso (USA).

Die bisher beste Abfahrerin der Saison, Lindsey Kildow (USA), stürzte auf der wegen starker Böen im unteren Abschnitt um etwa 30 Fahrsekunden verkürzten Piste mit bester Zwischenzeit, blieb aber unverletzt.

© SID

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