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19.03.2006

12:56 Uhr

Ski alpin Weltcup

Martina Ertl-Renz startet ins neue Leben

Ganz unspektakulär hat sich die alpine Ski-Rennläuferin Martina Ertl-Renz von den Rennstrecken dieser Welt verabschiedet. Mit einem "I sag´ Servus und Goodbye" beendete sie beim 429. Weltcup-Rennen ihre Karriere.

Mit einem Aufkleber auf dem Rennhelm hat Martina Ertl-Renz das Ende ihrer Karriere verkündet. Ihr persönlicher Abschiedsgruß lautet "I sag´ Servus and Goodbye" in einem Kauderwelsch aus Bayerisch und Englisch mit welchem sich die alpine Ski-Rennläuferin von den Rennstrecken dieser Welt verabschiedet. Am Sonntag startete sie dann zum 429. und letzten Mal im Weltcup, beim Team-Wettbewerb zum Abschluss der Saison der alpinen Ski-Rennläufer fuhr sie einen Super-G und einen Slalom-Lauf - und dann nach Hause. Unspektakulär endete im schwedischen Are eine Laufbahn, die einst auf den Pisten von Lenggries begonnen hatte.

15 Jahre im Weltcup sind vorüber, eine Karriere voller Höhen und Tiefen ist zu Ende. "Rennen, Training und Leistungssport, das wird nicht mehr da sein", stellte die 32-Jährige eher gelassen fest: "Jetzt sucht man sich halt andere Herausforderungen."

Zum Kehraus ihrer bemerkenswert langen und bewegten Laufbahn hatte Martina Ertl-Renz am vergangenen Donnerstag noch einmal ihren zuletzt doch ein wenig ramponierten Ruf als Läuferin von Weltklasse aufpoliert, als sie in Are Dritte im Super-G wurde. "Das war noch einmal ein traumhaftes Gefühl, und ein besonders schöner Abschied", sagte sie mit ein seligen Lächeln.

Zum 57. und letzten Mal war sie auf das Siegertreppchen gestiegen, insgesamt 14-mal verließ sie es als Siegerin. Die Lenggrieserin geht außerdem als Weltrekordlerin: Niemand stand im Weltcup häufiger am Start.

Durchbruch vor 13 Jahren

Der internationale Durchbruch war Martina Ertl-Renz 1993 gelungen. Bei der WM in Morioka gewann sie Bronze im Riesenslalomn, ihrer Lieblingsdisziplin. Es folgten drei Medaillen bei Olympia und drei bei Weltmeisterschaften. "Jede Medaille war etwas Besonderes", versichert sie: "Aber St. Anton war wunderschön, denn da war ich ja in den vier Wochen zuvor verletzt." Damals, bei der WM 2001, holte Martina Ertl-Renz in der Kombination endlich "ihr" Gold, das Katja Seizinger und Hilde Gerg, die anderen beiden "Golden Girls", zuvor bei Olympischen Spielen gewonnen hatten.

Nach der WM 2001 gewann Martina Ertl-Renz noch Olympia-Bronze 2002 in der Kombination und WM-Gold mit der Mannschaft 2005, doch eine Garantin für "Stockerl"-Platzierungen war sie nicht mehr. Vor ihren fünften Olympischen Spielen im Februar in Turin träumte sie von einer letzten Medaille und hatte sie tatsächlich kurz vor Augen, bekam das Schmuckstück aber nicht zu fassen.

Ein wenig den Ruf der "Pechmarie"

So erging es ihr oft. Bei Großereignissen fuhr sie fünfmal als Vierte knapp an Edelmetall vorbei. Häufig wurde die Allrounderin den Erwartungen, die sie auch selbst in sich setzte, nicht ganz gerecht.

Ganz ohne Ski und Schnee wird sie aber wohl nicht auskommen. "Ich werde dem Skisport eng verbunden bleiben", prophezeiht Martina Ertl-Renz. Ob als TV-Kommentatorin oder in irgendeiner Funktion für den Deutschen Skiverband (DSV): "Wenn ich gebraucht werde, stehe ich bereit."

© SID

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