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11.01.2009

14:14 Uhr

Ski alpin Weltcup

Neureuther nach Husarenritt noch auf Rang drei

Nach einem enttäuschenden 15. Platz nach dem ersten Durchgang beim Slalom in Adelboden hat sich Felix Neureuther durch einen furiosen zweiten Lauf noch auf Rang drei katapultiert.

Platz drei für Felix Neureuther in Adelboden. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Platz drei für Felix Neureuther in Adelboden. Foto: Bongarts/Getty Images

Mit einem Paukenschlag hat sich Felix Neureuther drei Wochen vor Beginn der alpinen Weltmeisterschaften in der Weltspitze zurückgemeldet. Der 24 Jahre alte Partenkirchener stürmte beim Weltcup-Slalom in Adelboden dank einer brillanten Fahrt im zweiten Lauf von Rang 15 auf Rang drei und damit zum fünften Mal in seiner Karriere auf das "Stockerl". "Mir fällt ein Stein vom Herzen, weil es bislang nicht so gut gelaufen ist", sagte er überglücklich nach dem Erfolg in der Schweiz.

Sieg geht an Reinfried Herbst

Mit wachsendem Staunen verfolgte Neureuther am Fuße des atemraubenden Chuenisbärgli, wie sich ein Läufer nach dem anderen im zweiten Durchgang hinter ihm einreihte. Schneller waren am Ende nur zwei Österreicher: Reinfried Herbst fuhr zu seinem vierten Sieg im Weltcup (1:42,95), als Zehnter des ersten Laufs überholte er den bei "Halbzeit" führenden Manfred Pranger (1:43,13). Neureuther fuhr um 0,32 Sekunden am ersten Weltcup-Sieg vorbei, durfte sich aber über seine Rückkehr in die Elite freuen.

Neureuther verspritzte nach der Siegerehrung zunächst mal übermütig den gereichten Champagner und saugte dabei den Beifall der 15 000 Zuschauer auf. "Vor dieser Kulisse auf dem Stockerl zu stehen, das macht mich schon sehr stolz", bekannte er. Unterdessen grinste DSV-Alpin-Direktor Wolfgang Maier als Augenzeuge der lang ersehnten Wiederauferstehung seines besten Mannes fast über beide Ohren. "Er hat sein großen Potenzial endlich mal wieder abgerufen, jetzt können alle seine Kritiker einpacken", sagte er.

Vor einem Jahr hatte es für Neureuther in Adelboden ebenfalls mit Rang drei zum letzten Mal für das Siegertreppchen erreicht. In dieser Saison war es bislang nicht sonderlich gut für ihn gelaufen. In den ersten beiden Torläufen des Winters schied er aus, auch im Riesenslalom ging es nicht vorwärts. Am 2. Januar gewann Neureuther dann in Moskau immerhin ein Show-Rennen, doch erst fünf Tage vor Adelboden hatte er in Zagreb auf Rang 20 im dritten Versuch die ersten Weltcup-Punkte in dieser Saison im Slalom geholt.

"Zeitpunkt für den Sieg total perfekt"

"Es freut mich einfach für Felix, dass er endlich das umgesetzt hat, was wir schon wochenlang sagen: dass er richtig schnell skifahren kann", sagte Alpin-Direktor Maier, der sich in der tat schon angehört hatte wie eine Schallplatte, die unentwegt hängen bleibt. Vor der WM in Val d'Isere (3. bis 15. Februar) hat Neureuther bei den Slalom-Rennen in Wengen, Kitzbühel, Schladming und Garmisch nun noch Zeit, seine Leistung zu stabilisieren. "Der Zeitpunkt für den Sieg ist total perfekt", sagte er deshalb.

Jubeln durfte in der Schweiz aber vor allem die Österreicher. Benjamin Raich holte im Riesenslalom-Klassiker am Chuenisbärgli vor Massimiliano Blardone aus Italien und Kjetil Jansrud aus Norwegen den 400. Weltcup-Sieg für Austrias Männer. Raich liegt nach diesem Wochenende nun im Gesamtweltcup mit 557 Punkten vor Jean-Baptiste Grange (507) und führt den Riesenslalom-Weltcup an - der Franzose dominiert seinerseits die Slalom-Wertung, Neureuther verbesserte sich dort immerhin auf Rang 15.

Die drei Teamkollegen von Neureuther standen deutlich im Schatten des 24-Jährigen. Stefan Kogler (Schliersee) verpasste auf Rang 37 den Finaldurchgang, Fritz Dopfer (Garmisch) und Dominik Stehle (Obermaiselstein) schieden im ersten Lauf aus.

© SID

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