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23.01.2011

13:13 Uhr

Ski alpin Weltcup

Neureuther trägt sein Scheitern mit Fassung

Mit Fassung hat Felix Neureuther das Scheitern beim Weltcup in Kitzbühel genommen. Der 26-Jährige denkt bereits an das nächste Rennen am kommenden Dienstag in Schladming.

Felix Neureuther will im nächsten Rennen Selbstvertrauen tanken. Foto: SID Images/AFP/Don Emmert SID

Felix Neureuther will im nächsten Rennen Selbstvertrauen tanken. Foto: SID Images/AFP/Don Emmert

Mit trauriger Miene blickte Felix Neureuther den "Ganslern" hinauf. Im vergangenen Jahr noch hatte er am Fuße des Hanges am Ortsrand von Kitzbühel Tränen der Freude vergossen - ausgerechnet im Mekka des alpinen Ski-Rennsports war ihm sein erster Sieg im Weltcup gelungen. Mit einem "guten Gefühl" ging er deshalb am Sonntagvormittag an den Start, doch dann war im vorletzten Slalom vor der WM in Garmisch-Partenkirchen (7. bis 20. Februar) schon nach dem ersten Lauf alles vorbei. Fehler nach 15 Sekunden, Fehler kurz vor dem Ziel, Rückstand 8,74 Sekunden, 71. Platz, Finale verpasst.

Im zweiten Durchgang hatte dafür Jean-Baptiste Grange seinen großen Auftritt. Der Franzose stürmte mit einem Traumlauf von Rang vier noch auf Rang eins, er lag 0,28 Sekunden vor dem Kroaten Ivica Kostelic, der nach dem ersten Lauf geführt hatte. Rang drei (0,69 Sekunden zurück) belegte Olympiasieger Giuliano Razzoli. Kostelic gewann dafür die Kombination aus der Abfahrt und dem Slalom, am Freitag hatte er bereits im Super-G gesiegt. Von den 550 000 Euro Gesamtpreisgeld nahm Kostelic 125 100 mit, sein Vorsprung im Gesamtweltcup auf den Norweger Aksel Lund Svindal beträgt nun 345 Punkte.

"Steckt man locker weg"

Neureuther trug das Scheitern mit Fassung. Zumindest versuchte er es. "Das steckt man locker weg", sagte er tapfer, "am Dienstag ist das nächste Rennen." Dienstagabend, Schladming, das Slalom-Spektakel vor 50 000 Zuschauern: Für den 26-Jährigen die letzte Chance, Selbstvertrauen für die WM zu gewinnen. Auf dem "Ganslern" misslang dies gründlich, Neureuther behauptete nachher allerdings: "Ich bin trotzdem sehr positiv. Ich weiß, was ich kann, und das ist für mich das Wichtigste." Ein bisschen genervt wirkte er dennoch: Was er kann, hat er in dieser Saison noch nicht wie erhofft zeigen können.

Neureuther ging seit dem Sieg beim Weltcup-Finale in Garmisch-Partenkirchen im vergangenen März in sechs Weltcup-Slaloms an den Start, zweimal belegte er Rang sechs, einmal Rang neun, einmal Rang 16, zweimal gab's keine Punkte. Das hat zur Folge, dass er nicht in der ersten Startgruppe im Slalom platziert ist, er gehört also bisher nicht zu den sieben besten Läufern, die im ersten Durchgang auch bei der WM mit den Nummern eins bis sieben starten und somit die besten Pistenbedingungen vorfinden. In Schladming hat Neureuther die letzte Chance, dieses Zwischenziel noch zu erreichen.

Konzentration auf das nächste Rennen

Im bisherigen Saisonverlauf, sagte Neureuther, "habe ich probiert, auf Punkte zu fahren, damit ich in die erste Startgruppe komme und bei der WM dann auf Sieg fahren kann." Vor Kitzbühel lag er in der entsprechenden "FIS Points List" auf Rang neun, verbessert hat er seine Chancen auf die Gruppe der Top sieben dort nicht, obwohl er auch am "Ganslern" taktisch clever fahren wollte: "Ich wollte sicher anfangen, das ist mir gelungen, aber dann habe ich mir gedacht: Jetzt musst Du Gas geben." Prompt ging's schief. Neureuther stapfte nach seinem ersten Fehler noch den Berg hinauf, um im Rennen zu bleiben - vergebens.

An den Sieg im vergangenen Jahr habe er nicht mehr groß gedacht, sagte Neureuther. "Es ist schon speziell, hier als Sieger anzureisen", versicherte er, ergänzte allerdings auch: "Man denkt ans Hier und Jetzt." Am Montag will Neureuther erst mal nicht ans Skifahren denken. "Ich habe zuletzt extrem viel trainiert, jetzt mache ich mal einen Tag Pause." Am Dienstag geht's ja schon wieder weiter.

© SID

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