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18.01.2009

12:48 Uhr

Ski alpin Weltcup

Pärson und Gisin feiern "Doppelsieg"

Die Schwedin Anja Pärson und Dominique Gisin aus der Schweiz haben zeitgleich die Weltcup-Abfahrt in Zauchensee gewonnen. Maria Riesch verlor die Führung im Gesamtweltcup.

Anja Pärson muss den Sieg teilen. Foto: AFP SID

Anja Pärson muss den Sieg teilen. Foto: AFP

Die Erfolgsserie gerissen, der erste Titel futsch und die Führung im Gesamtweltcup erst einmal weg: Vor einer Woche fühlte sich Maria Riesch nach ihrem vierten Slalom-Triumph in Serie noch "wie im Rausch", nach den beiden Weltcup-Wettbewerben im österreichischen Zauchensee wirkte sie reichlich verkatert. "Das ist jetzt nicht das Traumergebnis", bekannte sie nach Rang sieben in der Abfahrt am Sonntag, nachdem sie am Vortag in der Super-Kombination im Slalom ausgeschieden und beinahe in Tränen aufgelöst war.

Ihre Führung in der Gesamtwertung hat Maria Riesch vorerst an Lindsey Vonn verloren. Ihre Freundin aus den USA, die in der "Kombi" vor Kathrin Zettel aus Österreich und Anja Pärson aus Schweden zum dritten Saisonsieg fuhr und in der Abfahrt den dritten Rang hinter den zeitgleich erstplatzierten Pärson und Dominique Gisin (Schweiz) belegte, machte aus 113 Punkten Rückstand elf Punkte Vorsprung. Und Pärson, die in der Super-Kombination auf Rang drei gelandet war, ist ihrerseits schon bis auf 63 Punkte an die Deutsche herangerückt.

Riesch will möglichst wenig an die Gesamtwertung denken

Riesch aber schien über den Verlust der Führung im Kampf um die große Kristallkugel nicht einmal unglücklich zu sein. "Ich versuche, möglichst wenig an den Gesamtweltcup zu denken, auch wenn das schon schwierig ist", sagte die Partenkirchenerin und bekannte: "Das lenkt mich nur ab und verunsichert mich." Tatsächlich stand die 24-Jährige nach dem Umstieg von den 160 Zentimeter langen Slalom- auf die 210 Zentimeter langen Abfahrts-Bretter in Zauchensee längst nicht mehr so sicher auf den Skiern wie in den Wochen zuvor.

In der Super-Kombination schied Riesch nach Rang drei in der Abfahrt ausgerechnet in ihrer neuen Spezialdisziplin Slalom nach nur 20 Fahrsekunden aus. Nach dem Rennen "bin ich schon ein bisschen am Boden gewesen", berichtete sie am Tag danach - obwohl ihr die große Enttäuschung schon unmittelbar nach dem Ausfall anzusehen war: Mit verweinten Augen hatte die Partenkirchenerin nach ihrem Einfädler im Zielraum gestanden und Trübsal geblasen: "Ich bin extrem enttäuscht. Schade, dass es ausgerechnet im Slalom passiert ist."

Zweiter Saisonsieg für Pärson

Durch ihre Nullnummer büßte Riesch zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Val d'Isere (3. bis 15. Februar) ihr solides Polster im Gesamtweltcup ein - außerdem hat sie nach dem zweiten von drei Kombi-Wettbewerben keine Chance mehr, ihren in der vergangenen Saison gewonnen Titel als beste alpine Zweikämpferin erfolgreich zu verteidigen. Die größte Chance auf den Sieg in der Disziplin-Wertung hat die wieder erstarkende Pärson, die am Sonntag ihren zweiten Saisonsieg und den 40 insgesamt feierte.

Die etwas geknickte Riesch verließ Zauchensee mit dem Vorsatz, schon ab dem kommenden Donnerstag zurückzuschlagen. Dann geht es im italienischen Cortina d'Ampezzo zwar wieder schnell dahin - vor einem Riesenslalom am Sonntag stehen gleich zwei Abfahrten und ein Super-G auf dem Programm - doch Riesch betonte: "Mein Anspruch ist es schon, auch in den Speed-Wettbewerben aufs Podium zu fahren. Und ich denke, dass ich das auch drauf habe." Selbstkritisch räumte sie aber auch ein: "Ich weiß, dass ich mich noch steigern muss."

© SID

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