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11.01.2009

13:11 Uhr

Ski alpin Weltcup

Riesch gelingt der vierte Streich

Zum vierten Mal hintereinander hat Maria Riesch im Slalom die Konkurrenz düpiert. Nach ihren Siegen in La Molina, Semmering und Zagreb gewann die Partenkirchenerin auch in Maribor.

Im Slalom das Maß aller Dinge: Maria Riesch. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Im Slalom das Maß aller Dinge: Maria Riesch. Foto: Bongarts/Getty Images

Mit einem weiteren Rennen wie von einem anderen Stern hat Maria Riesch Historisches vollbracht und sich rund drei Wochen vor der WM zur Goldfavoritin aufgeschwungen. Die 24 Jahre alte Partenkirchenerin feierte beim Weltcup im slowenischen Maribor ihren vierten Slalom-Sieg in Folge und baute die Führung sowohl in der Disziplin- als auch in der Gesamtwertung aus. Platz drei von Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) im Riesenslalom rundete ein perfektes Wochenende für die deutschen Ski-Rennläuferinnen ab.

"Totaler Wahnsinn"

"Ich bin total glücklich. Vier Slaloms in Folge zu gewinnen ist unglaublich, totaler Wahnsinn", sagte Riesch nach ihrem zehnten Sieg im Weltcup. Die letzte und bislang einzige Deutsche, die wie Riesch vier Slalom-Wettbewerbe hintereinander gewann, war Christa Zechmeister vor 35 Jahren. Die Berchtesgadenerin gewann damals auch den Slalom-Weltcup. Das ist nach ihr nur noch Doppel-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier 1976 gelungen - und wird nun voraussichtlich auch Riesch gelingen.

Die beste deutsche Ski-Rennläuferin hat in der Disziplinwertung bei noch drei ausstehenden Rennen 160 Punkte Vorsprung auf Lindsey Vonn (USA). Im Gesamtweltcup liegt sie mit 729 Zählern deutlich vor Tanja Poutiainen (Finnland/644) und Vonn (616). Als letzte Deutsche hatte Katja Seizinger 1998 die große Kristallkugel gewonnen.

"Ich fahre wie im Rausch", sagte Riesch über die Serie, die sie in Maribor mit traumwandlerischer Sicherheit fortsetzte. Schon nach dem ersten Durchgang hatte sie den schier unglaublichen Vorsprung von 1,29 Sekunden auf Kathrin Zettel (Österreich) - trotz eines Fehlers. "Da war ich so schnell, dass ich mich fast selbst überholt habe", sagte Riesch über ihr kleines Missgeschick.

Im Finale kam Zettel zwar noch bis auf 1,15 Sekunden ran, doch Riesch regierte ihren Hofstaat mit einem "Sicherheitslauf" fast nach Belieben. Dritte wurde Poutiainen, bereits 1,77 Sekunden hinter der Dominatorin. Die schien am Samstag nach dem Riesenslalom fast schon ihr Lächeln verloren zu haben - Platz zwölf grämte Riesch doch sehr. "Ich hatte mehr erwartet", sagte sie. Doch Hölzls zweite Fahrt auf ein Weltcup-Podest überstrahlte Rieschs verbitterte Miene.

Hölzl nach Sprung aufs Treppchen "überglücklich"

"Ich bin überglücklich. Ich habe lange warten müssen auf mein zweites Podium", sagte die 24-jährige Hölzl, die im März 2007 im Schweizer Lenzerheide als Zweite zuletzt auf dem Stockerl stand. Hölzl musste elf Rennen in ihrer Spezialdisziplin warten, bis sie endlich wieder nach vorne fuhr. "Ich hoffe, dass die Zeiten nun endgültig vorbei sind, in denen es nicht so gut gelaufen ist", sagte sie strahlend. Tina Maze aus Slowenien feierte ihren siebten Weltcup-Sieg, Zweite wurde die Italienerin Denise Karbon.

Cheftrainer Mathias Berthold war vor allem von Hölzl angetan. "Dieses Ergebnis ist sehr wichtig für sie. Sie hatte eine schwere Zeit, aber skitechnisch ist sie eine der Besten der Welt", sagte er. Hölzl versprach für die kommenden Rennen bis zur WM sogar noch eine Steigerung: "Das war noch nicht perfekt, ich kann noch schneller fahren." Gina Stechert und Viktoria Rebensburg schieden aus.

Im Slalom qualifizierte sich Rieschs jüngere Schwester Susanne als Zwölfte für die Titelkämpfe Anfang Februar. Hölzl als 18. und Fanny Chmelar (Partenkirchen) auf Rang 24 komplettierten ein gutes Mannschaftsergebnis.

© SID

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