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21.01.2008

11:16 Uhr

Ski alpin Weltcup

Riesch triumphiert in Cortina d'Ampezzo

Maria Riesch hat den Super-G-Weltcup im italienischen Cortina d'Ampezzo gewonnen. Für die 23-Jährige war es der erste Weltcup-Sieg seit dem 1. Dezember 2006 in Lake Louise.

Während Mutter Monika vor lauter Glück die Tränen nicht zurückhalten konnte, blickte Maria Riesch versonnen auf die deutsche Fahne: Die 23 Jahre alte Partenkirchenerin stand bei der Siegerehrung für den Super-G in Cortina d'Ampezzo erstmals in dieser Saison ganz oben und feierte ihren fünften Weltcupsieg - den ersten für den Deutschen Skiverband (DSV) in diesem Winter. Nach einem eher enttäuschenden Wochenende im Olympiaort von 1956 machte die beste deutsche Skirennläuferin auch im Gesamtweltcup wieder Boden gut und rückte auf Rang drei vor.

Riesch: "Ich bin so erleichtert"

"Wahnsinn! Ich bin so erleichtert. Jeder hat einen Sieg von mir erwartet, und ich war in dieser Saison auch schon so oft nahe dran. Nun ist er endlich da, ich freue mich unheimlich", sprudelte es aus Riesch nur so heraus. Für die große Blonde war es die fünfte Fahrt auf das Podium in diesem Winter. "Das ist ein schöner Tag, ich verspüre besondere Freude. Sie hat sich diesen Triumph redlich verdient", lobte Cheftrainer Mathias Berthold.

In der heiß umkämpften Gesamtwertung hat Riesch nach ihrem ersten Weltcup-Erfolg seit dem 1. Dezember 2006, als sie in Lake Louise/Kanada die Abfahrt gewann, nur noch 46 Zähler Rückstand auf die führende Nicole Hosp. Die Österreicherin schied aus, liegt mit 759 Punkten aber vor Lindsey Vonn (USA/733) und Riesch (713).

"Ich schaue weiter nicht auf den Gesamtweltcup. Es sind noch 17 Rennen, da kann noch viel passieren", sagte Riesch. Wie schnell die große Kristallkugel außer Reichweite geraten kann, hat sie bei Abfahrt und Super-G am Wochenende am eigenen Leib gespürt, als sie über die Plätze zehn und 18 nicht hinausgekommen war. Berthold war anschließend "böse" und fühlte sich "nach innen gealtert" - doch 24 Stunden später strahlte auch Rieschs Chef wieder.

Dabei hatte selbst die spätere Siegerin nicht mit dem Triumph gerechnet, als sie mit der Startnummer zehn in 1:25,73 Minuten die Bestzeit erzielte. "Ich dachte, dass es höchstens für die Top zehn reichen würde", sagte sie. Doch auch ihre gute Freundin Vonn, die als letzte der Favoritinnen startete, erreichte Rieschs Zeit nicht. Sie landete auf dem vierten Rang und zeigte der Siegerin die Zunge.

Führung in Super-G-Wertung

Riesch war's egal, sie hatte die Österreicherinnen Elisabeth Görgl (0,04 Sekunden zurück) und Renate Götschl (0,20) ebenso knapp geschlagen wie Vonn (0,21) und führt damit auch die Super-G-Wertung an. "Ich hoffe, dass ich jetzt konstant gut fahren kann. So wird am Ende sicher auch etwas herausspringen für mich", sagte Riesch mit Blick auf kleine und große Kristallkugel.

Schon beim Aufstehen habe sie sich etwas Besonderes für das Rennen vorgenommen, erzählte Riesch. Den ersten Abschnitt verpatzte sie jedoch. "Ich habe immer halbseidene Starts. Da stimmt etwas im Verhältnis Kraft-Größe nicht. Mein Techniktrainer sagt, dass wir bald einmal beim Langlaufen das Anschieben üben werden", sagte die 1,83 große Athletin. Mit einer guten Fahrt im Mittelteil raste sie aber doch noch auf Platz eins.

Riesch hatte ein wenig Glück mit ihrer niedrigen Startnummer, wenngleich alle Rennläuferinnen von fairen Bedingungen sprachen. "Der Sieg kam für mich ein bisschen überraschend, aber ich hoffe, dass jetzt noch viele folgen", meinte sie. Am kommenden Wochenende will sie in Ofterschwang wieder zuschlagen: "Beim Heimrennen oben zu stehen, wäre klasse" - und gut für den Gesamtweltcup.

Der ist Berthold nach eigener Aussage "wurscht", der Trainer freute sich aber über die "Motivation, die Marias Leistung für die ganze Mannschaft haben könnte". Zusätzlicher Anschub wird dringend benötigt: Gina Stechert (Oberstdorf) war als 19. die Zweitbeste des DSV, Viktoria Rebensburg (Kreuth) verpasste die Punkteränge als 32. ebenso wie die 40. und Vorletzte Kathrin Hölzl (Bischofswiesen).

© SID

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