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10.01.2010

13:12 Uhr

Ski alpin Weltcup

Riesch verschenkt Top-Platzierung, Vonn siegt

Maria Riesch hat sich beim Super-G in Haus kurz vor dem Ziel einen Patzer geleistet und eine Podiumsplatzierung verpasst. Beim Sieg von Lindsey Vonn wurde die Partenkirchnerin 24.

Maria Riesch enttäuscht in Haus. Foto: AFP SID

Maria Riesch enttäuscht in Haus. Foto: AFP

Als die schier unschlagbare Lindsey Vonn zum dritten Mal in drei Tagen die Konkurrenz in Grund und Boden fuhr, sah Maria Riesch ihrer Freundin mit betretener Miene zu. "Ich bin ein wenig traurig. Das war definitiv ein Wochenende der verpassten Chancen für mich", sagte die Partenkirchnerin nach den drei Rennen im österreichischen Haus im Ennstal. Ski-Königin Lindsey Vonn (USA) fährt fünf Wochen vor den Olympischen Spielen (12. bis 28. Februar) weiter in einer Liga für sich und im Gesamtweltcup auf und davon, Maria Riesch ist dagegen vom Fehlerteufel befallen.

Nach den Rängen drei und sieben in den beiden Abfahrten kam die große deutsche Medaillenhoffnung auf der "Krummholz"-Piste in der Steiermark im abschließenden Super-G nur auf Platz 24. Auf dem Weg zu einem Spitzen-Ergebnis rutschte sie rund fünf Fahrsekunden vor dem Ziel fast aus dem Kurs. "Man muss halt die Ergebnisse auch mal fahren", sagte die 25-Jährige selbstkritisch, "zum Sieg hätte es wahrscheinlich nicht gereicht, aber Zweite, Dritte hätte ich schon werden können." Beste Deutsche war Viktoria Rebensburg (Kreuth) auf Rang 16, Gina Stechert (Oberstdorf) belegte Rang 34.

"Unglaubliches" Wochenende für Vonn

Lindsey Vonn gewann am Samstag zunächst ihre fünfte Abfahrt hintereinander, was zuletzt vor 15 Jahren Landsfrau Picabo Street gelungen war. Am Sonntag siegte sie vor der wiedererstarkten Anja Pärson aus Schweden (0,53 Sekunden zurück) sowie den zeitgleichen Nadia Fanchini aus Italien und Martina Schild aus der Schweiz (je 0,85). "Dieses Wochenende war unglaublich für mich", sagte die 25 Jahre alte Amerikanerin. Drei Rennen hintereinander hatte bei den Frauen zuletzt die Österreicherin Renate Götschl im Januar 2005 im italienischen Cortina d'Ampezzo gewonnen.

Maria Riesch bleibt derzeit nur, sich vor der regierenden Ski-Königin zu verbeugen. "Wenn es einem selbst so danebengeht, ist man natürlich geknickt, aber man muss auch neidlos anerkennen, dass Lindsey im Moment einfach brutal gut drauf ist", sagte sie. Im Gesamtweltcup hat Maria Riesch 192 Punkte Rückstand auf ihre beste Freundin und fühlt sich sogar ein wenig machtlos. "Sie ist im Moment einfach unschlagbar. Es ist schwierig, den Gesamtweltcup zu gewinnen, wenn jemand wie die Lindsey da ist", räumte sie ein. Die befreundete Konkurrentin steht nun schon bei sechs Saisonsiegen.

Riesch: "Ich muss das richtige Rennen gewinnen"

Für die olympischen Rennen ist Doppel-Weltmeisterin Vonn mehr denn je die große Favoritin auf Gold in der Abfahrt und im Super-G. "Wenn ich Selbstvertrauen habe, ist bei Olympia alles möglich. Ich hoffe, dass ich so weitermache", sagte die Amerikanerin, die vor Selbstvertrauen derzeit nur so strotzt. Maria Riesch macht sich mit Blick auf Olympia allerdings Mut: In den beiden Abfahrten schlichen sich viele Fehler ein, dennoch war sie gut dabei. Und sie betonte: "Ich habe gesehen, dass ich auch im Super-G schnell sein kann. Und entscheidend ist ja: Ich muss das richtige Rennen gewinnen."

Auch in der Abfahrt hat Maria Riesch bei Olympia zumindest Medaillenchancen - am Samstag verpasste sie allerdings ebenfalls die große Chance, sich im Weltcup weiteres Selbstvertrauen in der Königsdisziplin zu holen. Auf der wegen Nebels verkürzten Strecke lag sie als Siebte 0,46 Sekunden hinter Lindsey Vonn, die vor der Schweizerin Nadja Kramer (0,14 Sekunden zurück) und Ingrid Jacquemod aus Frankreich (0,16) gewann. Anschließend ärgerte sie sich: "Ich hatte viele kleine Fehler. Da war mehr möglich."

© SID

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