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27.01.2007

11:25 Uhr

Ski alpin Weltcup

Vogl auf dem Stockerl - Byggmark siegt

Der Schwede Jens Byggmark hat den Slalom-Weltcup im österreichischen Kitzbühel gewonnen. Für eine Überraschung sorgte der deutsche Rennläufer Alois Vogl, der sich mit Rang drei einen Platz auf dem Podium erkämpfte.

Der Deutsche Ski-Verband (DSV) hat im Slalom endlich wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen können. Alois Vogl kam beim Weltcup im österreichischen Kitzbühel nach zwei Läufen auf den dritten Rang. In einer Gesamtzeit von 1:45,22 Minuten lag Vogl 1,48 Sekunden hinter dem schwedischen Sieger Jens Byggmark. Zweiter wurde Mario Matt aus Österreich (1:44,61). Das beste deutsche Slalom-Resultat seit 13 Jahren komplettierte Felix Neureuther (Partenkirchen/1:45,46) als Sechster.

Während am "heiligen Berg" der Österreicher in Jens Byggmark bereits der dritte Schwede einen Slalom in diesem WM-Winter gewann, geriet Felix Neureuther über die äußerst bemerkenswerte Vorstellung des deutschen Duos beinahe aus dem Häuschen. "Das ist richtig schön, absolut super", sagte der Partenkirchener und kündigte umgehend eine weitere Großtat der zwei dicken Kumpels für das Rennen am vorletzten Tag der WM im schwedischen Are (3. bis 18. Februar) an: "Da können wir beide auf"s Stockerl fahren."

Hinter Überraschungssieger Byggmark (1:43,75 Minuten), der in seinem erst achten Slalom im Weltcup überlegen zu seinem ersten Sieg fuhr, und Mario Matt aus Österreich (1:44,61) gelang Vogl (1:45,22) auf dem Zielhang der legendären "Streif" zunächst einmal rechtzeitig eine eindrucksvolle Wiederauferstehung. Die Saison war bisher recht unglücklich für ihn verlaufen: Zum Auftakt im finnischen Levi hatte er Rang 21 belegt, in den drei weiteren Slaloms der Saison dann kein Resultat erzielt und dabei "mein Skigefühl verloren".

"Er hat seine Nominierung absolut gerechtfertigt"

Rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt hat Vogl nun sein kaum zu beschreibendes "Gefühl" wiedergefunden. "Er hat seine Nominierung absolut gerechtfertigt", erklärte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der Vogl trotz bislang nicht erfüllter Qualifikations-Kriterien bereits für die WM durchgeboxt hatte. Zur Bestätigung hatte Vogl erst einmal "nur ein gutes Ergebnis runterbringen" wollen, heraus kam nun prompt seine fünfte Fahrt auf das Siegertreppchen in einem Weltcup-Slalom. "Ich glaube, ich komme rechtzeitig für die WM in Form", sagte er.

Bei dichtem Schneetreiben über der "Streif", die nach der Absage der traditionsreichen Hahnenkamm-Abfahrt als Slalom-Gelände herhalten musste, verpassten die zwei Deutschen sogar noch weitaus besser Platzierungen. Der 34 Jahre alte Vogl stand im ersten Lauf nach eigenem Bekunden "noch ein bisschen wackelig" auf den Skiern - Folge der Unsicherheit nach seiner bislang eher verkorksten Saison. Im zweiten Durchgang fuhr er dann brilliant und mit der zweitbesten Laufzeit noch von Rang 16 aufs Treppchen.

Auch bei Neureuther wäre mehr drin gewesen. Doch der 22 Jahre alte Partenkirchener hatte zunächst im ersten Lauf Pech, als ihm von einer Torstange die Brille verschoben wurde. "Danach musste ich auf einem Auge runterfahren", berichtete Neureuther, der sich trotzdem auf dem achten Rang bei Halbzeit wiederfand. Die geplante Attacke im Finale fiel dann ein wenig zu harmlos aus. "Da war er eine Nuance zu verhalten", erklärte Sportdirektor Maier, betonte jedoch auch: "Der Felix positioniert sich in der Weltspitze."

Und ganz oben sie bleiben. Der erkennbar erleichterte Vogl kündigte nach der ersten deutschen Podest-Platzierung in Kitzbühel seit Rang drei von Armin Bittner vor 15 Jahren an, er wolle schon im zweiten Slalom in "Kitz" am Sonntag und anschließend am Dienstag in Schladming "noch mal eine Scheibe drauflegen". Besser war der Oldie bislang in Wengen, wo ihm im Januar 2005 sein einziger Weltcup-Sieg gelang. Kurios: Das erste Slalom von Kitzbühel war das Ersatzrennen für den vor zwei Wochen abgesagten Wettbewerb in Wengen.

© SID

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