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21.01.2006

12:46 Uhr

Ski alpin Weltcup

Walchhofer auf der "Streif" nicht zu bremsen

Der Österreicher Michael Walchhofer hat erstmals die Hahnenkamm-Abfahrt auf der berühmt-berüchtigten "Streif" in Kitzbühel für sich entschieden. Auf Platz zwei landete der Liechtensteiner Marco Büchel.

Bei der Hahnenkamm-Abfahrt auf der berühmt-berüchtigten "Streif" in Kitzbühel konnte Michael Walchhofer erstmals den Sieg feiern. Der Österreicher bewältigte die wegen widriger Witterungsbedingungen verkürzte Abfahrt in 1:46,75 Minuten und verwies den Liechtensteiner Marco Büchel (0,05 Sekunden zurück) und den US-Amerikaner Daron Rhalves (0,28) auf die Ränge zwei und drei.

Walchhofer kassiert für seinen dritten Saisonsieg 65 000 Euro Preisgeld. Superstar Hermann Maier (Österreich) verpasste einen Tag nach seinem Erfolg im Super-G einen Platz unter den besten 15. Deutsche Fahrer waren nicht am Start.

Walchhofer verhindert Debakel für Österreich

Mit Startnummer 30 und somit als Letzter der Favoriten schob sich Walchhofer aus dem Starthaus, das wegen Windes an den Fuß der "Mausefalle" verlegt worden war: Die Fahrzeit verkürzte sich damit um nicht einmal zehn Sekunden. Als der Abfahrts-Weltmeister von 2003 auf die Strecke ging, lag der beste Österreicher auf Rang sieben - doch ehe sich deswegen endgültig lähmendes Entsetzen beim Publikum breit machen konnte, erlöste Walchhofer die rund 35 000 Landsleute. Zweimal habe er gepatzt und nicht mehr an den Sieg geglaubt, gab er zu, "aber dann haben mich die Leute nach unten getragen".

Mit Vorsprung war Walchhofer über die Hausbergkante ins Blickfeld der Massen geflogen, nach einem verpatzten Ritt über die folgende Traverse wurde es am Ende aber noch mal knapp: In 1:46,75 Minuten lag der Tagessieger nur 0,05 Sekunden vor Marco Büchel aus Liechtenstein (1:46,80). Der zuvor hoch gewettete Daron Rahlves aus den USA, in diesem Winter schon Triumphator in Beaver Creek, Bormio und Wengen, wurde Dritter (1:47,08). Es folgten Bode Miller (USA), Erik Guay (Kanada), Didier Defago (Schweiz) und Kristian Ghedina (Italien) und erst dann ÖSV-Nachwuchsfahrer Andreas Buder.

Siege in Kitzbühel und bei Olympia hatte der eher stille, beinahe schon kühl kalkulierende Walchhofer vor Saisonbeginn als persönliche Ziele ausgegeben, eines hat er bereits erreicht. "Das Gefühl ist nicht zu beschreiben", sagte er gleich mehrfach im Ziel der Streif, wo sich für ihn zugleich ein Kreis schloss. Fünf Jahre zuvor hatte sich der bis dahin lediglich als Slalomfahrer bekannte Walchhofer zum ersten Mal auf eine Abfahrt gewagt: in Kitzbühel. Er wurde gleich Neunter, in der alpinen Königsdisziplin hat er seitdem unter anderem Gold (WM 2003) und Bronze (WM 2005) errungen.

© SID

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