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13.01.2009

10:28 Uhr

Ski-Industrie

Promis fahren auf Pirelli ab

VonKatharina Kort

Reifen, Glasfaserkabel, Immobilien - und nun Skier: Der italienische Mischkonzern Pirelli pflegt sein Image mit Edel-Sportgeräten der Designtochter Pzero. Skier könnten der erste Schritt in Richtung Sportbekleidung sein.

Auf der Piste müssen die Accessoires glänzen. Foto: dpa dpa

Auf der Piste müssen die Accessoires glänzen. Foto: dpa

MAILAND. Wer auf der Piste nicht nur mit seinem Fahrstil beeindrucken will, kann jetzt Skier des italienischen Reifen- und Mischkonzerns Pirelli anlegen. Eine limitierte Auflage von gerade 200 Paaren des High-Tech-Sportgeräts vom österreichischen Hersteller Head hat die Pirelli-Tochter Pzero mit ihrem minimalistischen Design versehen. Zum Preis von 1300 Euro sind sie in exklusiven Skiorten wie Cortina d?Ampezzo und St. Moritz zu haben.

Reifen, Glasfaserkabel, Immobilien und nun Skier? Sucht der von der Auto- und Immobilienkrise gebeutelte Mischkonzern sein Heil im Sport? "Bei den Skiern geht es zum jetzigen Zeitpunkt nicht in erster Linie um den Umsatz, sondern um das Image", sagt Antonio Gallo, der für das Projekt verantwortlich ist. Tatsächlich pflegt Pirelli seit Jahren das eigene Ansehen durch Design-Produkte der Tochter Pzero, die nur indirekt etwas mit dem Kerngeschäft zu tun haben.

Das bekannteste Nebenprodukt des Mischkonzerns ist der Pirelli-Kalender. Jahr für Jahr posieren darin mehr oder weniger nackte Schönheiten vor dem Objektiv berühmter Fotografen. Der in limitierter Auflage erscheinende Kalender, den das Unternehmen an Kunden schickt, besitzt bereits Kultstatus.

Seit 2002 betreibt Pirelli die sogenannte "Brand Extension" - die Erweiterung der Marke - über das Tochterunternehmen Pzero: Schuhe mit Reifen-ähnlicher Relief-Sohle gehörten zu den ersten Produkten. Später kamen Jacken und Polohemden hinzu, die unter Italiens Modebewussten hoch im Kurs stehen. Das lang gezogene "P" ziert außer Kleidung auch Uhren und Sonnenbrillen. Vor zwei Jahren weihte Pzero in Portofino, dem Badeort der Schönen und Reichen, zudem ein mehr als 13 Meter langes Schnell-Schlauchboot ein.

Mit den Skiern betritt Pirelli nun zum ersten Mal den Sportmarkt. "Der Eintritt ins Sportgeschäft passt zur Strategie von Pirelli, das schon lange ein großer Sport-Sponsor ist", sagt Bruno Busacca, Marketingprofessor an der Mailänder Bocconi-Universität. Unter anderem veranstaltet Pirelli eine eigene Segel-Regatta und sponsert den Fußballverein Inter Mailand.

Pzero hält sich eine weitere Expansion im Sportgeschäft offen: "Die Skier könnten der erste Schritt in Richtung Sportkleidung sein", sagt der Projekt-Verantwortliche Gallo. Zunächst will er abwarten, wie der Markt die Skier annimmt.

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