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28.01.2009

17:41 Uhr

Skispringen International

Skispringer Bystöl droht Sperre wegen Dopings

Olympiasieger Lars Bystöl wurde bei einer Dopingkontrolle positiv auf den Wirkstoff THC getestet. Die norwegische Anti-Doping-Agentur fordert nun eine viermonatige Wettkampfsperre.

Olympiasieger gedopt: Lars Bystöl springt ins Abseits. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Olympiasieger gedopt: Lars Bystöl springt ins Abseits. Foto: Bongarts/Getty Images

Skisprung-Olympiasieger Lars Bystöl aus Norwegen droht nach seiner positiven Dopingprobe eine viermonatige Wettkampfsperre. Für diese Strafe sprach sich am Mittwoch in Oslo die norwegische Anti-Doping-Agentur aus, nachdem der 30-Jährige nach einem Wettkampf im November 2008 in Vikersund positiv auf das psychoaktive Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) getestet wurde. Das Narkotikum ist Hauptwirkstoff der Hanfpflanze und somit nach Cannabis-Konsum nachweisbar.

Bystöl hatte den Befund bestätigt, allerdings darauf hingewiesen, dass er das Mittel nicht zur Leistungssteigerung und nicht in einer Wettkampfsituation genommen habe. Die Empfehlung der Anti-Doping-Agentur muss noch von den zuständigen Komitees im Fachverband und im Olympischen Komitee bestätigt werden. In vergleichbaren Fällen wurden Sportler in der Vergangenheit bereits für rund ein halbes Jahr aus dem Verkehr gezogen.

Für den bis dato einzigen Dopingskandal in der Geschichte des Skispringens hatte der aktuell beste Russe Dimitri Wassilijew gesorgt, dem bei der Vierschanzentournee 2000/2 001 der Gebrauch des Entwässerungsmittels Furosemid nachgewiesen worden war. Der bei dieser Tournee zweimal auf Platz drei gelandete Wassilijew wurde damals für zwei Jahre gesperrt.

Schon früher negativ aufgefallen

Bystöl, 2006 in Turin Goldmedaillengewinner auf der Normalschanze, hatte seinen Platz in der norwegischen Nationalmannschaft zu Beginn der Saison wegen anhaltend schwacher Leistungen verloren. Der Skandinavier, der vor drei Jahren zudem Bronze mit der Mannschaft und von der Großschanze gewann, war schon früher mehrfach negativ aufgefallen.

2 001 saß er 24 Tage im Gefängnis, weil er stark alkoholisiert (2,38 Promille) Auto gefahren war. 2003 erlitt er bei einem Sturz ins Hafenbecken von Oslo in alkoholisiertem Zustand einen Kieferbruch. 2005 flog er schon einmal wegen zahlreicher Alkoholeskapaden aus der Nationalmannschaft, 2007 verlor er nach einer Alkoholfahrt seinen Führerschein.

© SID

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