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18.03.2006

12:09 Uhr

Skispringen Skifliegen

Janda krönt sich in Planica zum Skisprung-König

Als erster Tscheche überhaupt hat Jakub Janda den Skisprung-Gesamtweltcup gewonnen. Janda reichte beim vorletzten Saisonwettbewerb in Planica ein 29. Rang. Den Tagessieg sicherte sich Björn Einar Romören (Norwegen).

Jakub Janda ist am Ziel seiner Träume. Als erster Tscheche überhaupt hat der Sieger der Vierschanzentournee den Gesamtweltcup der Skispringer gewonnen. Beim vorletzten Saisonwettbewerb in Planica reichte dem 28-Jährigen ein 29. Rang. Janda ist mit nun 1 151 Punkten nicht mehr vom Finnen Janne Ahonen (998) einzuholen.

Das Skifliegen auf der größten Schanze der Welt gewann Weltrekordler Björn Einar Romören mit zwei perfekten Flügen auf 224 Meter vor seinem norwegischen Landsmann und Skiflug-Weltmeister Roar Ljökelsöy sowie dem Österreicher Martin Koch. Bester deutscher Flieger war Michael Uhrmann aus Rastbüchl auf Platz 13. Georg Späth (Oberstdorf) und Michael Neumayer (Berchtesgaden) sprangen auf die Ränge 22 sowie 24. Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt (Furtwangen) hatte die Qualifikation für das Saisonfinale verpasst.

Bundestrainer Rohwein fordert Besserung

"Die Saison war nicht ganz verkorkst, aber es war natürlich nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Wir müssen das Skispringen in Deutschland langfristig wieder nach oben bringen", bilanzierte Bundestrainer Peter Rohwein das Geschehen der letzten Monate. Auf der weltgrößten Schanze waren seine Springer trotz ihres Rückstandes zur Elite zufrieden.

"Ich bin sehr zufrieden. Das Wetter ist gut, und das Fliegen macht mir riesig Spaß", meinte Uhrmann, der auf 207 und 212 Meter segelte und damit jeweils etwa zehn Meter hinter den Besten zurück blieb. "Ich gebe einfach das, was noch drin ist. Die Ergebnisse sind jetzt eigentlich zweitrangig." Neumayer, der 197,5 und 205,5 Meter schaffte, meinte: "Ich freue mich über jeden Flug über 200 Meter, der mir gelingt. Und vielleicht übersteht ja mein deutscher Rekord von 227,5 Meter noch das Wochenende."

Die Chancen dafür stehen gut, denn der Riesenbakken am Rand des slowenischen Karawanken-Gebirges scheint im aktuellen Winter nicht für Weltrekord-Flüge wie im Vorjahr ausgelegt, als Romören auf 239 Meter segelte. Diesmal reichten dem Norweger zwei blitzsaubere 224-m-Flüge, um die Konkurrenz klar zu distanzieren. Dem Weltrekordler am nächsten kam im zweiten Durchgang der am Ende viertplatzierte Andreas Küttel, der mit 222 Metern einen Schweizer Rekord aufstellte.

Kein großer Jubel bei Janda

Im Schatten der großen Flieger fiel der Jubel von Janda über seinen bereits vor dem Saisonfinale am Sonntag (10.15 Uhr/live im ZDF) feststehenden Gesamtsieg bescheiden aus. "Ich hätte gerne morgen noch einmal gekämpft. Erleichtert werde ich erst sein, wenn ich wirklich die große Kristallkugel in der Hand halte und dann als Gewinner feststehe", meinte der Mann aus den Beskiden, der als erster Tscheche den Titel eines Weltcup-Gesamtsiegers im Skispringen eroberte. Pavel Ploc (1988) und Jaroslav Sakala (1993) waren jeweils Zweite in dieser Wertung gewesen.

© SID

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