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04.01.2007

14:40 Uhr

Skispringen Vier-Schanzen-Tournee

Jacobsen siegt in Innsbruck vor Morgenstern

Anders Jacobsen hat das dritte Springen der Vierschanzentournee in Inssbruck gewonnen. Der Norweger lag am Ende vor Thomas Morgenstern und Simon Ammann. Michael Uhrmann belegte als bester Deutscher Rang zehn.

Anders Jacobsen hat am Bergisel triumphiert und mit dem Sieg in Innsbruck die Führung in der Gesamtwertung einer höchst spannenden Vierschanzentournee übernommen. Die deutschen Trainings-Weltmeister erreichten nach Rang zehn von Michael Uhrmann mit der schlechtesten Tournee-Zwischenbilanz seit 15 Jahren einen neuerlichen Tiefpunkt. In der Gesamtwertung steht am Sonntag in Bischofshofen (16.30 Uhr/live bei RTL) ein nervenaufreibendes Finale bevor, denn die ersten sieben Springer liegen nur 20 Zählern auseinander.

Uhrmann verpatzt den ersten Durchgang

"Das war Schadensbegrenzung. Nach einem schlechten Sprung kam noch ein richtig guter", sagte der Gesamt-Neunte Uhrmann. Der Team-Olympiasieger von 2002 aus Rastbüchl hatte am Vortag noch die Qualifikation gewonnen, lag dann aber als 29. des ersten Durchganges aussichtlos zurück. Martin Schmitt (Furtwangen), bei der Probe Dritter, landete auf Rang 17. Bundestrainer Peter Rohwein resümierte: "Wir bringen die Trainingsleistungen nicht ganz rüber, aber die guten Sprünge werden mehr. Wir arbeiten weiter."

Der 21-jährige Jacobsen, der im Sommer noch in seinem normalen Job Toiletten reparierte und dann `entdeckt´ wurde, behauptete sich nach 129 und 128,5 Metern mit 265,0 Punkten knapp vor Thomas Morgenstern (128,5+129,5 Meter). Dem Doppel-Olympiasieger fehlten im rot-weiß-roten Fahnenmeer nur 1,3 Zähler zum ersten österreichischen Erfolg auf der Heimschanze seit sieben Jahren.

Jacobsen: "Es war einer der geilsten Tage meiner Karriere. Ich habe meinen Job gemacht und freue mich auf Bischofshofen - da versuche ich, einfach Spaß zu haben." Dritter wurde der Schweizer Simon Ammann. Uhrmann arbeitete sich mit 126 Metern nach zuvor 115,5 Metern wenigstens noch ein ganzes Stück nach vorn.

Youngster Schlierenzauer will kämpfen

In der Gesamtwertung führt der neue Weltcup-Spitzenreiter Jaocobsen (672,8 Punkte) mit 10,7 Punkten Vorsprung vor dem diesmal zweitplatzierten Finnen Arttu Lappi (662,1). Es folgen die punktgleichen Schweizer Ammann und Andreas Küttel (656,4), der Pole Adam Malysz (654,1), Morgenstern (653,8) und der abgestürzte Spitzenreiter Gregor Schlierenzauer (652,7). Der 16-jährige Wunderknabe aus Österreich kam bei allerdings schlechten Bedingungen nur auf Rang 11: "Ich hatte ganz blöden Wind, aber ich gebe nicht auf und noch mal Vollgas."

Während die Gastgeber rekordverdächtige neun ihrer 13 Springer ins Finale der besten 30 brachten, schafften dies nur drei deutsche Athleten. Jörg Ritzerfeld war wie seine Kollegen als 26. ohne Chance auf einen Spitzenplatz. "Wir wollen einfach zu viel. Wir bringen normale Sprünge, die anderen steigern sich", so der Oberhofer.

Der viermalige Weltmeister Schmitt, der mit Rang acht beim Neujahrsspringen für das bisher beste deutsche Resultat sorgte, haderte mit seiner Technik. "Es hat nicht gepasst, es war ein kurioses Springen", sagte er kopfschüttelnd. Der letzte Podestplatz gelang den deutschen Athleten übrigens vor über zwei Jahren. Der 16-jährige Felix Schoft (Partenkirchen) als 36. sowie Maximilian Mechler (Isny) und Christian Ulmer (Wiesensteig) auf den letzten beiden Rängen des 50er Feldes erreichten das Finale nicht.

Die deutschen Skispringer treten nun mit einem Miniteam von nur drei Springern in Bischofshofen an. Bundestrainer Rohwein sortierte die in Innsbruck erneut enttäuschenden Mechler und Ulmer (Wiesensteig/50.) aus. Nachwuchstalent Felix Schoft soll sich wie geplant auf die Ende Januar beginnenden Junioren-WM vorbereiten. Die drei freien Startplätze werden auch beim darauffolgenden Skiflug-Weltcup in Vikersund (13./14. Januar) nicht besetzt.

© SID

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