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03.01.2011

16:16 Uhr

Skispringen Vier-Schanzen-Tournee

Morgenstern sorgt für Vorentscheidung

Der Österreicher Thomas Morgenstern hat nach seinem Erfolg in Innsbruck beste Chancen auf den Sieg bei der Vierschanzentournee. Bester Deutscher war Michael Uhrmann als Achter.

Thomas Morgenstern holte seinen zweiten Tageserfolg bei der Vierschanzentournee. Foto: SID Images/AFP/Christof Stache SID

Thomas Morgenstern holte seinen zweiten Tageserfolg bei der Vierschanzentournee. Foto: SID Images/AFP/Christof Stache

20 000 Österreicher flippten aus, der Bergisel bebte: Thomas Morgenstern hat mit dem ersten Sieg in Innsbruck im Tournee-Duell mit Simon Ammann einen wohl vorentscheidenden Triumph errungen, Michael Uhrmann und Pascal Bodmer haben eine schwere Niederlage der DSV-Adler verhindert.

Während sich der strahlende Morgenstern nach dem zweiten Tagessieg bei der 59. Tournee von seinen verzückten Landsleuten feiern ließ und jetzt 27,3 Punkte vor Ammann liegt, war Michael Neumayer und Severin Freund das Lachen vergangen. Neumayer verpasste mit einem Hüpfer auf 110 Meter das Finale und fiel von Rang sechs in der Gesamtwertung auf Platz 23 zurück, Freund rutschte mit Rang 24 von der neunten Position auf die zwölfte ab. Uhrmann ist jetzt Neunter, Richard Freitag kämpfte sich mit Platz 19 auf Rang 13 vor. Immerhin: Für Bodmer war Platz elf ebenso wie für Uhrmann Rang acht das beste Ergebnis in diesem Winter.

"Heute schlagen zwei Seelen in meiner Brust. Wir haben unseren Aufstieg als Team zwar selbst gebremst, aber wir sollten uns auch über das gute Resultat von Michael Uhrmann freuen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

"Es ist wieder unspannend geworden"

Völlig aus dem Häuschen war dagegen Morgenstern. "Das war ein emotionaler Wettkampf für mich, ich habe es trotzdem genossen. Es war irrsinnig schön, an den Leuten vorbeizufliegen, ein unbeschreibliches Gefühl", sagte er über seinen 20. Weltcup-Sieg, den zweiten bei der 59. Tournee nach dem Auftaktspringen von Oberstdorf. In der Gesamtwertung liegt Morgenstern nun 27,3 Punkte vor Ammann, der Zweiter ist. "Wir haben in Garmisch-Partenkirchen gesehen, dass es schnell wieder anders aussehen kann", sagte Morgenstern. Doch nicht nur Schuster sieht in ihm den kommenden Sieger: "Es ist wieder unspannend geworden."

Morgenstern erhielt für Sprünge auf 129,5 und 126,5 Meter 266,5 Punkte und war damit klar besser als Adam Malysz (257,5 Punkte) und der Norweger Tom Hilde (255,2). Ammann, Sieger des Neujahrsspringens von Partenkirchen, wurde Vierter (255,2), hat seinen ersten Tournee-Gesamtsieg aber noch nicht abgeschrieben. "Es kann noch einiges passieren. Ich hoffe, dass es in Bischofshofen für mich spielt. Der Ruhetag macht mir ein kleines bisschen Hoffnung", sagte er.

Geknickt waren dagegen die deutschen Hoffnungsträger. "Zwei Unglücke auf einmal sind mir lange nicht passiert. Erst bin ich beim Abstoßen mit dem Schuh am Balken hängen geblieben, dann habe ich beim Absprung an der Kante die Skier übereinandergeschlagen. Das ist ärgerlich, aber eigenes Verschulden", sagte Neumayer. Die Hoffnungen auf eine Wiederholung seines dritten Gesamtranges von 2008 muss der Berchtesgadener begraben. "Es ist blöd, dass mir der schlechteste Sprung des Winters ausgerechnet bei der Tournee passiert", sagte er.

Uhrmann sieht positiven Trend

Freund nannte seine Sprünge "leider nicht so wie erhofft", behauptete aber: "Ich schaue ohnehin nicht auf die Tournee-Wertung." Zufriedener wirkte dagegen Uhrmann. "Ich habe mich während der Tournee verbessert. Das fällt ergebnismäßig vielleicht nicht so auf, weil ich nicht so weit vorne bin, aber meine Sprünge werden besser. Ich muss einfach dranbleiben, dann kann aus dem Winter noch was werden", sagte er. Beim Abschlussspringen am 6. Januar in Bischofshofen will er "auf diesem Weg weitermachen".

Ganz anders die Situation von Martin Schmitt. Der Vize-Weltmeister hatte das dritte Springen nach seinem Patzer in der Qualifikation verpasst und trainierte frustriert im Kraftraum. Für ihn, Neumayer und Freund gilt: Es kann nur besser werden.

Zurückgemeldet hat sich indes Gregor Schlierenzauer, im Vorjahr Heimsieger am heiligen Berg der Österreicher. Knapp drei Wochen nach seinem bösen Sturz, bei dem er sich schwer am Knie verletzt hatte, belegte er bei seinem Comeback Platz 18. "Es war richtig geil", sagte "Schlieri". Am breitesten grinste aber sein Teamkollege Morgenstern.

© SID

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