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06.01.2010

11:33 Uhr

Skispringen Vier-Schanzen-Tournee

Neuer Vermarkter sichert Tournee-Zukunft

Nach 18 Jahren wird die Firma IMG als Vermarkter der Vierschanzentournee abgelöst. Neuer Vertragspartner wird Infront, die Zukunft der Veranstaltung ist damit gesichert.

Neuer Vermarkter der Vierschanzentournee. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Neuer Vermarkter der Vierschanzentournee. Foto: Bongarts/Getty Images

Die Zukunft der Vierschanzentournee ist nach einem Millionendeal mit einem neuen Vermarkter gesichert. Nach fast zwei Jahrzehnten mit IMG erhielt die große Sportrechte-Firma Infront vom Deutschen Skiverband (DSV) und dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) überraschend den Zuschlag. Nach DSV-Prsäident Alfons Hörmann bestätigte das Unternehmen den Vertragsabschluss für vier Winter bis einschließlich der Tournee 2013/2 014 am Mittwoch offiziell. Pro Tournee sollen wie bisher mindestens vier Mill. Euro in die Kassen fließen.

"Infront hat das höchste Gebot gemacht und deshalb den Zuschlag bekommen. Da gibt es keine Fragezeichen über die Zukunft der Tournee", sagte Hörmann dem SID. Er vertraut dem Unternehmen, das nach dem vor gut zwei Jahren geplatzten TV-Vertrag weiterhin die Auslands-Fernsehrechte der deutschen Ski-Weltcups vermarktet: "Infront wird das mindestens so gut wie IMG machen."

Eine Million Euro pro Turnierort

Der neue Kontrakt sichert den vier Tourneeorten Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen weiter jeweils eine runde Million Euro. "Finanziell ist der Vertrag eine solide Fortsetzung des bisherigen. Die genauen Summen hängen von Ergebnissen und TV-Quoten ab", sagte Hörmann. Sowohl die deutschen Resultate als auch die Zuschauerzahlen im Fernsehen waren seit dem Grand-Slam-Triumph von Sven Hannawald vor acht Jahren schlechter geworden. Von den damals bis zu zweistelligen Millionen-Einschaltquoten ist in diesem Winter mit dem schwächsten deutschen Auftritt aller Zeiten noch etwa die Hälfte geblieben.

Deshalb hatte IMG offenbar zuletzt Probleme, die hohe Garantiesumme zu refinanzieren. Erst kurz vor Beginn der Tournee war das sechste und letzte Hauptsponsor-Paket verkauft worden - der Listenpreis soll etwa 500 000 Euro betragen. Im Bieterwettstreit wollte der langjährige Vermarkter dann nicht um jeden Preis die Rechte am Premiumprodukt im Winter halten.

"Aus unserer Sicht sehr schade"

"Leider konnten wir uns nach monatelangen Verhandlungen mit dem DSV und ÖSV nicht auf eine Fortsetzung unserer Zusammenarbeit einigen", sagte Matthias Pietza, IMG Geschäftsführer Deutschland und Österreich: "Dies ist aus unserer Sicht sehr schade, da wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und bei jahrelangen sportlich überschaubaren Leistungen der DSV-Springer immer in das Produkt investiert haben, um die Qualität des Events weiter zu steigern."

Man habe zahlreiche technische Neuerungen eingeführt und über 15 Jahre die Zahl der Hauptsponsoren stabil gehalten. "Leider ist dies in den Verhandlungen mit den Verbänden aus unserer Sicht nicht entsprechend berücksichtigt worden", sagte Pietza. Man werde keinen strategischen Preis bezahlen - also mehr Geld, als man selbst refinanzieren kann. Infront wettet mit seinem Höchstgebot dagegen auf eine Leistungssteigerung von Martin Schmitt und Co.

"Mit dem Zuschlag für die Vierschanzentournee bereichern wir unser breites Vermarktungsportfolio um ein weiteres Prestige-Event. Unser Ziel ist es, für die Tournee neue, innovative Wege in der Vermarktung zu gehen, um die Attraktivität für Sponsoren und Fans weiter zu steigern", sagte Bruno Marty, Wintersport-Chef von Infront.

© SID

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