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03.01.2010

16:01 Uhr

Skispringen Vier-Schanzen-Tournee

Schlierenzauer siegt, Bodmer Achter

Gregor Schlierenzauer hat das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck gewonnen. Pascal Bodmer wurde als bester Deutscher Achter, die übrigen DSV-Adler enttäuschten.

Gregor Schlierenzauer gewinnt in Innsbruck. Foto: AFP SID

Gregor Schlierenzauer gewinnt in Innsbruck. Foto: AFP

Pascel Bodmer befindet sich im Aufwind, doch insgesamt bleiben die deutschen "Adler" flügellahm wie nie zuvor. Während Gregor Schlierenzauer mit seinem ersten Sieg am Bergisel Österreich endgültig in einen rot-weiß-roten Rausch versetzte, hüpften die zum Teil erbarmungswürdigen deutschen Teilnehmer auch beim dritten Springen der 58. Vierschanzentournee meist hinterher. Der Vorjahresdritte Martin Schmitt schaffte es in Innsbruck nicht einmal in den zweiten Durchgang.

Die Deutschen mussten sich an wenige Lichtblicke klammern. Bodmer sorgte als Achter für die bisher beste DSV-Platzierung bei dieser bislang missratenen Tournee, Michael Uhrmann flog nach seinen zwei bisherigen Nullnummern immerhin auf Rang zwölf und Nachwuchsflieger Richard Freitag sammelte auf Rang 30 erstmals Weltcup-Punkte. "Es gibt auch positive Aspekte, auch wenn wir die Tournee nicht mehr retten können", sagte daher Bundestrainer Werner Schuster inmitten des österreichischen Freudentaumels.

Österreicher dominieren

Das Abschneiden der Deutschen bleibt historisch schlecht, die österreichischen "Adler" kreisen dagegen nach wie vor hoch über der Konkurrenz. Nach dem Auftaktsieg von Andreas Kofler in Oberstdorf flog Schlierenzauer nach seinem Neujahrs-Triumph in Garmisch-Partenkirchen auch zum ersten Heimsieg in Innsbruck. "Das ist gewaltig, der Wahnsinn", sagte der glückliche Lokalmatador, der beinahe jeden Tag an der Schanze am Bergisel südlich von Innsbruck vorbeifährt.

Schlierenzauer flog bei seinem Heimspiel in einer Klasse für sich. Mit Durchgangsbestweiten (130/122m) und der Gesamtpunktzahl von 251,1 siegte der 19-Jährige überlegen vor dem Schweizer Simon Ammann (237,8) sowie Tournee-Rekordsieger Janne Ahonen (237,4). In Oberstdorf wegen einer Magenverstimmung nur auf Rang neun gelandet, ist Schlierenzauer nun vor dem Finalspringen am Mittwoch in Bischofshofen (16.30 Uhr, live in der ARD) schon Gesamtzweiter (757, 6) hinter Landsmann und Oberstdorf-Sieger Kofler (772,6).

Drei Siege, Platz eins und zwei in der Gesamtwertung: Den Österreichern gelingt bei dieser Tournee alles, den Deutschen nur wenig. Mit der schlechtesten Halbzeitbilanz der Tournee-Geschichte und ohne einen Top-Ten-Platz waren sie nach Innsbruck gereist: Ihrem schwächsten Tournee-Start seit 24 Jahren in Oberstdorf mit Bodmer auf Platz zwölf folgte in Garmisch-Partenkirchen der Tiefpunkt mit dem besten Deutschen auf Rang 16 - erneut führte dabei wenigstens der erst 18 Jahre alte Bodmer die interne Reihenfolge an.

Nach dem Neujahrsspringen hatte es eine Krisensitzung im deutschen Team gegeben. "Wir haben uns konstruktiv zusammengesetzt und alles aufgearbeitet", berichtete Werner Schuster. Seine Forderung war eindeutig: "Wir müssen uns steigern." Doch das Gesamtergebnis fiel insgesamt erneut nicht überzeugend aus, auch wenn Schuster betonte, er sei "zufrieden", wie sich die Mannschaft nach Garmisch "herausgearbeitet hat", auch wenn der ein oder andere "unglücklich" gesprungen sei.

Schmitt enttäuscht

Besonders schlimm erwischte es Martin Schmitt. Im vergangenen Jahr war er in Innsbruck noch auf Rang drei und damit erstmals nach acht Jahren bei der Tournee wieder aufs Podest geflogen. Diesmal kam er im Training am Samstag überraschend auf Rang zwei, doch schon in der Qualifikation, die wegen starken Windes am Samstag abgesagt und erst direkt vor dem Wettkampf am Sonntag ausgetragen wurde, lief es beim Altmeister mit 115,5m nicht sonderlich gut.

Im ersten Durchgang musste Schmitt dann noch früher landen: Knapp, aber dennoch verpasste er mit 113m das Finale. Anschließend klagte er über die tiefe Anfahrtsluke und die wechselnden Winde auf der Schanze, gab aber auch zu: "Es fehlt einfach die Form für eine Weltklasseleistung. Ich habe bei dieser Tournee nie meinen Rhythmus gefunden."

© SID

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