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25.01.2006

11:03 Uhr

Skispringen Weltcup

Sorgenkind Schmitt probt in Zakopane den Ernstfall

Am Wochenende kehrt DSV-Sorgenkind Martin Schmitt im polnischen Zakopane in den Skisprung-Weltcup zurück. Nach der bislang enttäuschenden Saison will Schmitt am Sonntag mehr als nur seinen 28. Geburtstag feiern.

Der Weltcup in Zakopane soll für DSV-Skispringer Martin Schmitt der Wendepunkt in der bislang so enttäuschend verlaufenen Saison sein. Bereits am Donnerstag reist der viermalige Weltmeister nach Polen und will sich mit einem gelungenen Comeback selbst das schönste Geschenk zum 28. Geburtstag machen. Damit probt Schmitt den Ernstfall für Olympia, wo das Dauer-Sorgenkind nach der blamablen Tournee und der Zuschauerrolle bei der Skiflug-WM die völlig verpatzte Saison retten will.

"Mein Ziel ist und bleibt eine Teammedaille"

"Olympia hat absolute Priorität. Mein Ziel ist und bleibt eine Teammedaille", sagt der gebeutelte Schmitt tapfer. Am Sonntag wird er in Polen wieder ein Jahr älter, und er hätte nur zu gern endlich einen Grund zum Feiern. Seit der vorzeitigen Abreise bei der Tournee am 4. Januar nach zweimal in Folge verpasster Qualifikation für die Top 50 sucht der Schwarzwälder vergeblich seine Form. Trainingslager in Oberstdorf, Hinterzarten und Ruhpolding brachten bislang aber nicht den erhofften Durchbruch, auch nicht neue Sprungschuh oder neue Latten.

Bundestrainer Peter Rohwein befand, "dass Martin noch nicht in der WM-Form des vergangenen Jahres ist", aber für den technischen Skisprung-Chef Rudi Tusch gilt das Prinzip Hoffnung: "Die letzten zwei Sprünge im Training in Ruhpolding waren ganz gut. Es geht langsam aufwärts."

Die Ansprüche an den 28-maligen Weltcupsieger von einst sind vier Jahre nach dem letzten großen Triumph aber gewaltig gesunken: "Es wäre gut für Martins Selbstbewusstsein, wenn er in Zakopane das Finale erreicht und vielleicht unter die Top 20 springt. Das ist sowieso nur ein Aufbauwettkampf für Olympia.

Schilli sieht "kein Kopfproblem"

Nach drei Tagen Konditionstraining bis Mittwoch soll Schmitt in Polen neue Ski probieren und sich nach Aussage seines Heimtrainers Rolf Schilli auf technisch saubere Sprünge konzentrieren: "Martin hat kein Kopfproblem." Falls der inzwischen dritte Einstieg des Teamkapitäns in den Weltcup trotzdem schief geht, scheint eine letzte Trainingsphase vor der am 8. Februar geplanten Anreise an den Olympiaschanzen von Pragelato möglich.

"Das muss man aktuell entscheiden", sagt Tusch. Rohwein will darüber gar nicht nachdenken und plant, mit seinem fünfköpfigen Olympiateam inklusive Schmitt bei der Olympia-Generalprobe in Willingen (4./5. Februar) anzutreten.

Nach einer letzten Kraftdiagnostik in Freiburg geht es an den Olympiaschanzen um die Ausscheidung für das Normalschanzenspringen. Spätestens dann muss Schmitt Topleistungen bringen, um einen der vier deutschen Startplätze zu erkämpfen.

Große Konkurrenz für den einstigen Vorflieger

Leicht wird das nicht, bei der Skiflug-WM sorgten Alexander Herr, Michael Uhrmann, Georg Späth und Michael Neumayer mit Bronze für die erste deutsche Teammedaille ohne Schmitt seit elf Jahren. Es geht auch ohne den einstigen Vorflieger, aber der Verband hält noch an dem einzigen verbliebenen Star fest. Tusch: "Wir hoffen, dass Martin bei Olympia unter die Top 15 springen kann. Wir brauchen ihn wie bei der WM 2005 in Oberstdorf als Stütze für die Mannschaft - damals hatte er ja auch großen Anteil an der Silbermedaille."

© SID

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