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28.01.2007

15:35 Uhr

Skispringen Weltcup

Uhrmann erlöst deutsche Skispringer und siegt

Skispringer Michael Uhrmann hat die Weltcup-Konkurrenz in Oberstdorf für sich entschieden. Der Olympiavierte sorgte damit für den ersten Sieg eines deutschen Skispringers seit über drei Jahren.

Jubel im deutschen Skisprung-Lager: Vor heimischer Kulisse in Oberstdorf hat Michael Uhrmann den DSV-Skispringern den ersten Sieg seit drei Jahren beschert. Der Olympiavierte erhielt für Flüge auf 140,5 und 129 Meter 285,1 Punkte. Platz zwei belegte der norwegische Gesamtweltcup-Spitzenreiter Anders Jacobsen (272,9 Punkte) vor Andrea Morassi aus Italien (270,0).

Den letzten deutschen Einzel-Sieg im Weltcup hatte Uhrmann am 17. Januar 2004 im polnischen Zakopane gefeiert. Im schwarzrotgoldenen Fahnenmeer drängte der schon beim ersten Springen als Dritter erstmals in dieser Saison aufs Podest geflogene Uhrmann das schwache Teamresultat völlig in den Hintergrund.

Während des Fluges gegrinst

"Das ist der Hammer. Wir haben in den letzten Monaten zurecht so viel auf den Deckel gekriegt, weil wir keine Ergebnisse gebracht haben. Das ich jetzt hier in Oberstdorf siege, hätte ich nie erwartet. Ich habe schon bei 100 Metern im Flug zu grinsen begonnen", erklärte Uhrmann überglücklich: "Das ist ungemein wichtig fürs Team und gibt uns einen Schub für die WM."

"Ich bin erleichtert. Das war zum richtigen Zeitpunkt das richtige Signal vor der WM. Psychologisch ist das ungemein wichtig für das Team und ein Rückhalt für Bundestrainer Rohwein, zu dem wir immer gestanden haben", war auch Verbandschef Alfons Hörmann erleichtert. Der nach der bislang schwachen Saison immer heftiger in die Kritik geratene Chefcoach war nach seinem ersten Sieg im dritten Winter als deutscher Chefcoach überglücklich: "Ich bin so froh, dass der Knoten geplatzt ist. Jetzt müssen wir aber im Team hart weiterarbeiten, bei Martin ist die Gratwanderung heute nach hinten losgegangen."

Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt verpasste als 32. das Finale. Jörg Ritzerfeld landete auf Rang 24. "Es ist wieder nichts Zählbares rausgekommen", sagte ein enttäuschter Schmitt: "Aber der Sieg von Uhri ist unglaublich wichtig fürs Team." Von der nationalen Gruppe schafften Andreas Wank (Oberhof/28.) und Kevin Horlacher (Degenfeld/30.) immerhin den Sprung in die Weltcup-Punkte.

Noch drei Heimspiele vor der WM

Die weiteren WM-Kandidaten Christian Ulmer (Wiesensteig) mit einem 30. Platz und der zweimal nicht fürs Finale qualifizierte Team-Olympiasieger Stephan Hocke (Oberhof) enttäuschten einmal mehr. Georg Späth hatte am Freitag bei seinem Comeback die Qualifikation auf seiner Heimschanze verpasst und wurde sofort wieder aus dem Weltcup-Team aussortiert.

Mit den Springen in Titisee-Neustadt (3./4. Februar), Klingenthal (7. Februar) und Willingen (10./11.Februar) stehen bis zur Weltmeisterschaft in Japan nur noch Heimspringen auf dem Programm. Nach dem ersten Sieg auf deutschen Boden seit Sven Hannawalds Triumph am 29. Dezember 2002 in Oberstdorf können die Fans endlich wieder auf Festtage hoffen.

© SID

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