Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2006

12:39 Uhr

Skispringen WM

Skiflug-WM noch in Schmitts Reichweite

Auch nach der jüngsten Pleitenserie ist die Skiflug-WM für Martin Schmitt noch nicht vom Tisch. "Wir können sechs Leute mitnehmen", unterstrich Bundestrainer Peter Rohwein und sorgte damit für Diskussionen.

Allen Unkenrufen und dem Rauswurf aus dem Tournee-Team zum Trotz kann Martin Schmitt auf einen Start bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Bad Mitterndorf (13. bis 15. Januar) hoffen. Entgegen ursprünglicher Aussagen, dass sich Schmitt in den nächsten Tagen erholen solle, trainierte der viermalige Weltmeister bereits am Donnerstag gemeinsam mit Heimtrainer Rolf Schilli auf der Tourneeschanze in Oberstdorf.

Bundestrainer Peter Rohwein will erst in der nächsten Woche über den Start des viermaligen Weltmeisters entscheiden und sorgt damit für Dissonanzen im Verband. DSV-Sportchef Thomas Pfüller hält eine WM-Nominierung von Schmitt nämlich für unwahrscheinlich. Der Springer selbst dagegen rechnet sich offenbar noch Chancen aus.

"Wir können sechs Leute mit zur WM nehmen. Ich könnte Martin dort zweimal im Training fliegen lassen, danach muss ich mich erst entscheiden, wer im Wettkampf startet", erklärte Rohwein.

Pfüller: "Für Martin muss Olympia das Ziel sein"

Rohweins Chef Pfüller hält es jedoch für ausgeschlossen, dass das für die WM reicht: "Ich will dem Peter nicht reinreden, aber die technische Stabilität kommt nicht in drei, vier Tagen. Für Martin muss Olympia das Ziel sein.

Das Tournee-Ende für Schmitt nach dem Qualifikations-Aus beim Neujahrsspringen und in Innsbruck begründete Rohwein mit dem großen öffentlichen Interesse an den schwachen Leistungen des Athleten: "Martin war genervt. Ich habe ihm gesagt: Es ist alles auf dich fixiert. Da ist es sinnvoller, die Tür hinter dir zuzumachen."

Psychologische Hilfe gefordert

Genau aus diesem Grund halten Experten einen Start bei der Skiflug-WM für einen Fehler. Der Essener Sportpsychologe Ulrich Kuhl rät zum totalen "technischen und mentalen Neuaufbau" mit psychologischer Hilfe. "Martin Schmitt sollte sich auch vom Gedanken an Olympia befreien. Spitzensport hat mit dem Prinzip Hoffnung wenig zu tun", sagte Kuhl dem sid: "Es geht nicht darum, weit zu springen, sondern wieder Spaß zu haben." Dazu gehöre die Akzeptanz, dass man momentan im großen Zirkus nicht mitspielen könne.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×