Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2011

15:11 Uhr

Snowboard WM

Kober verpasst als Vierte knapp eine Medaille

Beinahe hatte die deutsche Snowboarderin Amelie Kober bei den Weltmeisterschaften in La Molina (Spanien) für eine Überraschung gesorgt. Es reichte letztlich aber nur zu Platz vier.

Amelie Kober fährt bei der WM in La Molina auf den vierten Platz. Foto: SID Images/AFP/Vincenzo Pinto SID

Amelie Kober fährt bei der WM in La Molina auf den vierten Platz. Foto: SID Images/AFP/Vincenzo Pinto

Snowboarderin Amelie Kober hat 122 Tage nach der Geburt ihres Sohnes Lorenz bei den Weltmeisterschaften in La Molina die Sensation nur hauchdünn verpasst: Im Parallel-Riesenslalom musste sich die 23-Jährige mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Der Snowboard Verband Deutschland (SVD) wartet damit bei den Titelkämpfen in Spanien weiter auf seine erste Medaille. Weltmeisterin wurde Alena Zawarzina aus Russland vor Claudia Riegler (Österreich).

Kober verlor im kleinen Finale gegen die Österreicherin Doris Günther mit einem Rückstand von nur 0,04 Sekunden. "Im ersten Moment war ich natürlich enttäuscht, aber wenn man das näher betrachtet, mit den ganzen Bedingungen im Vorfeld, dann passt das schon", sagte die Olympia-Zweite von 2006, deren Frust ohnehin schnell wieder verflogen war, als sie kurz nach dem Rennen Söhnchen Lorenz in den Arm nahm.

Stefan Knirsch, sportlicher Leiter der SVD-Athleten, konnte das knappe Ergebnis nicht so schnell abhaken. "Wenn eine Medaille so zum Greifen nah ist, dann ist das natürlich sehr bitter", sagte er, zollte Kober aber auch ein Riesen-Kompliment für ihre Leistung: "Das ist Wahnsinn, was sie abgeliefert hat." Zumal Mama Kober erst im Dezember nach ihrer Baby-Pause wieder in den Weltcup zurückgekehrt war und im letzten Rennen vor der WM ihr Ticket für La Molina gelöst hatte.

Kober beweist Nervenstärke

Doch Kober bewies bei der WM bis zum Halbfinale ihre Klasse und Nervenstärke. Im Achtelfinale schaltete die WM-Zweite von 2007 die Schweizerin Patrizia Kummer aus und setzte sich danach gegen Favoritin Ekaterina Tudegeschewa (Russland) durch. Im Halbfinale gegen die Österreicherin Claudia Riegler vergab die 23-Jährige jedoch einen Vorsprung von 1,5 Sekunden aus dem ersten Lauf und damit auch die große Chance aufs Finale. Kober kam mit 0,20 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Auch im Rennen um Bronze konnte sie einen Vorsprung von 0,15 Sekunden nicht verteidigen. "Da hat mir am Ende die Kraft und das Training gefehlt. Ich konnte einfach nicht mehr geben. Das war das Maximum", sagte sie.

Schluss vorm Viertelfinale

Für den Rest des deutschen Teams war spätestens im Viertelfinale Schluss. Selina Jörg schied in der Runde der besten Acht nach einem Sturz im ersten Lauf gegen Günther aus und wurde schließlich Achte. Isabella Laböck (Prien) scheiterte im Achtelfinale an Zawarzina ebenso wie Patrick Bussler aus Ascheim an Roland Fischnaller aus Italien. Anke Karstens aus Piding überstand die Qualifikation nicht. Der Titel bei den Männern ging an Topfavorit Benjamin Karl aus Österreich, der vor seinem Landsmann Rok Marguc und Fischnaller gewann.

Am Donnerstag wird die WM mit der Entscheidung in der Halfpipe fortgesetzt. Es ist kein deutscher Snowboarder am Start. Erst am Freitag im Parallel-Slalom und am Samstag beim Slopestyle gibt es wieder Hoffnungen auf eine deutsche Medaille, die auch Knirsch als Ziel ausgibt: "Wir müssen den Parallel-Riesenslalom schnell abhaken und nach vorne blicken. Das Abschneiden gibt mir aber schon Zuversicht, dass es noch mit einer Medaille klappt." Auch Kober will dann wieder angreifen: "Ich werde alles versuchen."

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×