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21.01.2011

14:06 Uhr

Snowboard WM

Mittermüller kämpft um Medaille

Bei der WM-Premiere von Slopestyle hat Snowboaderin Silvia Mittermüller den Gewinn einer Medaille als Ziel ausgegeben. Die 27-Jährige zählt in La Molina zu den Favoritinnen.

Silvia Mittermüller will eine Medaille holen. Foto: SID Images/pixathlon SID

Silvia Mittermüller will eine Medaille holen. Foto: SID Images/pixathlon

2 006 hatte sie verärgert dem Verband den Rücken gekehrt, nun strebt Snowboarderin Silvia Mittermüller bei der WM-Premiere von Slopestyle eine Medaille an. Die 27 Jahre alte Münchnerin zählt am Samstag zum Abschluss der Weltmeisterschaften im spanischen La Molina zu den Favoritinnen bei der erstmals ausgetragenen Disziplin.

"Sie zählt zu den erfahrensten Freestyle-Damen der Welt, so dass in Sachen WM-Entscheidung sicherlich einiges möglich ist", sagt Stefan Knirsch, Sportdirektor des Snowboard Verbandes Deutschland (SVD). Am Freitag war Mittermüller erst einmal in ihrem Elan gebremst worden: Die Qualifikation musste wegen starken Windes abgesagt und auf Samstagvormittag verschoben werden.

Mittermüller ist Freestyle-Profi und derzeit Fünfte der unabhängigen TTR-Tour, Anfang Januar führte sie die Serie zwischenzeitlich sogar an. Ihre Spezial-Disziplin ist Slopestyle, bei der die Snowboarder einen Parcours mit unterschiedlichen Hindernissen und Sprüngen durchfahren. Eine Jury bewertet, wie die Boarder die Elemente des Parcours nutzen, welche Tricks sie dabei anwenden und wie gut sie diese ausführen.

Mittermüller lebt wechselweise in München und in Colorado/USA. 2005 war sie Zweite beim Slopestyle bei den X-Games, der weltweit bedeutendsten Veranstaltung des Freestyle-Sports. 2006 kam es zum Bruch mit dem deutschen Verband: Mittermüller hatte die Nominierungskriterien für den Halfpipe-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen in Turin auch aufgrund einer Verletzung nicht erfüllt.

Sie war enttäuscht, dass der Verband sich nicht für eine Härtefallregelung einsetzte. Mittermüller wandte sich vom Weltcup ab und startete bei Wettkämpfen der verbandsunabhängigen Szene.

Als sie nun eine Anfrage des deutschen Freestyle-Trainers David Selbach für die WM bekam, überlegte sie zunächst: "Verrate ich mich da jetzt irgendwo selbst?" Schließlich willigte sie ein, zur Freude von Sportdirektor Knirsch: "Es ist schön, dass dank Silli Deutschland beim Slopestyle-WM-Debüt vertreten ist."

Der Internationale Skiverband (FIS) strebt an, dass Slopestyle nach dem WM-Debüt auch ins Programm der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi aufgenommen wird. Bisher ist Halfpipe als einzige Freestyle-Disziplin der Snowboarder olympisch.

© SID

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