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28.09.2016

16:24 Uhr

Spitzensport-Reform

Den Abwärtstrend im deutschen Sport stoppen

Die deutsche Medaillenausbeute bei Olympischen Spielen hat sich seit 1992 fast halbiert. Mit einer Spitzensport-Reform soll der Trend gestoppt werden. Jetzt werden erfolgsversprechende Disziplinen verstärkt gefördert.

Fabian Hambüchen holte in Rio Gold am Reck. Sportler und Disziplinen mit hohen Medaillenchancen sollen in Zukunft deutlich stärker unterstützt werden. dpa

Spitzensport-Reform

Fabian Hambüchen holte in Rio Gold am Reck. Sportler und Disziplinen mit hohen Medaillenchancen sollen in Zukunft deutlich stärker unterstützt werden.

BerlinPotenzialorientiert, effizienter und mit einer Konzentration auf weniger Stützpunkte soll der deutsche Spitzensport wieder auf Kurs gebracht werden. Dies sieht der mit Spannung erwartete Entwurf zur Reform der Leistungssportförderung vor, der am Mittwoch in Berlin dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages vorgestellt wurde. Mit dem neuen Konzept hoffen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium (BMI), den Abwärtstrend bei den Olympischen Spielen stoppen zu können.

Nicht mehr die Ergebnisse der Vergangenheit, sondern das Erfolgspotenzial für die Zukunft steht bei der zukünftigen Sportförderung im Mittelpunkt. So sollen Sportler und Disziplinen mit hohen Medaillenchancen deutlich stärker unterstützt werden. Auch das Umfeld wird nun stärker bei der Unterstützung berücksichtigt. Damit soll auch verhindert werden, dass erfolgreiche Trainer ins Ausland abwandern. Fehlt dagegen eine Perspektive, so können ganze Disziplinen durch das Raster fallen. Dafür wird auch die Struktur der Stützpunkte verändert.

Die bestverdienenden Sportler bei Olympia

Kevin Durant - Basketball

Der US-Basketballer ist der Top-Verdiener der Top-Verdiener: In der ohnehin aus fürstlich entlohnten Profis bestehenden Olympiamannschaft dominiert Durant noch einmal. Der 2,06 Meter große Superstar wird vom Manager-Magazin Forbes als fünftbestbezahlter Sportler der Welt geführt, geschätztes jährliches Einkommen: 56,2 Millionen Dollar.

Neymar

Der brasilianische Fußballer in Diensten des FC Barcelona wurde von seinem Verein jüngst mit einem üppigen „Rentenvertrag“ über zehn Jahre Laufzeit ausgestattet. Jährliches Salär: Geschätzte 14,5 Millionen Dollar. Aber es gibt ja noch Werbeverträge: Insgesamt verdient der 24-Jährige pro Jahr 37,5 Millionen Dollar.

Novak Djokovic

Der „Djoker“ musste im olympischen Tennisturnier bereits seine Koffer packen: Zunächst schied der Weltranglisten-Erste völlig überraschend in der ersten Einzel-Runde gegen den Argentinier Juan Martin del Potro aus. Dann verlor der Serbe mit Teamkollege Nenad Zimonjic auch sein Zweitrunden-Doppel. Trösten könnte ihn ein Blick aufs Konto: Djokovic verdient laut Forbes 55,8 Millionen Euro im Jahr. Auch beim ihm stammt mit 34 Millionen Dollar der Großteil davon aus Werbung und Sponsorendeals.

Serena Williams

Auch für Serena Williams ist das olympische Tennis-Turnier bereits vorbei. Mit Williams scheiterte damit auch im Frauen-Tennis die Nummer Eins der Weltrangliste, in ihrem Fall im Achtelfinale. Während Williams-Zeit als beste Tennis-Spielerin der Welt damit langsam zu Ende gehen könnte, ist die Sportlerin was ihre Verdienste angeht in der kompletten weiblichen Sportwelt weiterhin unerreichbare Spitze. Als einzige Frau in den Forbes Top-100 der bestbezahlten Sportler rangiert Williams mit einem Jahresverdienst von 28,9 Millionen Euro auf Rang 40 – und damit beispielsweise noch vor Fußballern wie Wayne Rooney oder Sergio Agüero.

Usain Bolt

Der Sprint-Superstar verdient im Jahr laut Forbes 32,5 Millionen Dollar. Natürlich nicht durchs Laufen allein: Startgelder und Prämien bringen dem Jamaikaner zwar durchaus achtbare 2,5 Millionen Euro, der Mammut-Anteil von 30 Millionen Dollar kommt aber auch bei Bolt von Sponsoren.

Martin Kaymer

Der Deutsche ist einer der wenigen Top-Golfer der sich für Olympia begeistern kann – von den Top-Zehn Spielern der Welt sagten sechs ihre Teilnahme ab. Angebliche Angst vor dem Zika-Virus war dabei die beliebteste Ausrede. Anders als bei den Majors gibt es bei Olympia eben kein üppiges Preisgeld zu gewinnen, sondern nur Edelmetall. Kaymer leistet sich in Rio das Spiel für die Ehre – und obwohl er weit von den Top-Verdienern seines Sports entfernt ist, kann er das auch locker: Geschätzte 30 Millionen Dollar hat der beste aktive deutsche Golfer in seiner Karriere bisher verdient.

Michael Phelps

Das Vermögen des Schwimmstars und erfolgreichsten Olympioniken der Gegenwart (21 Goldmedaillen, zweimal Silber, zweimal Bronze) wird auf insgesamt 55 Millionen Dollar geschätzt.

„Künftig wollen wir noch filigraner, noch professioneller Sportart für Sportart durchleuchten und uns Gedanken darüber machen, wo bestehen die besten Chancen, in vier, acht oder zwölf Jahren definitiv Erfolge zu sichern“, sagte DOSB-Chef Alfons Hörmann am Mittwoch im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

So soll es ein „perspektivisches Berechnungsmodell“ geben, das eine Bewertungskommission aus Mitgliedern des DOSB, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft und externe Experten ausarbeiten soll. So sollen die 130 Disziplingruppen aus Sommer- und Wintersport auf Medaillentauglichkeit durchleuchtet werden. In der Vergangenheit hatten die Verbände noch eine Summe X erhalten und das Geld dann verteilt.

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Damit ist nun Schluss. Einzelne Disziplinen werden nun in drei Gruppen unterteilt: Die höchste Förderung gibt es im Exzellenzcluster, die zweite Gruppe bildet das Potenzialcluster und muss Abstriche bei der Förderung hinnehmen. In der dritten Gruppe sind Disziplinen ohne Erfolgspotenzial vertreten, sie müssen deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen, sogar ein kompletter Förderungsstopp ist möglich.

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