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24.01.2005

19:45 Uhr

Sponsoren, Verbände und zahlungskräftige Besucher bevorzugt

WM-Karten für "normale Fans" Mangelware

Bei der WM 2006 wird es für die normalen Fans so schwierig wie noch nie, an Karten zu kommen. Am 1. Februar kommen noch weniger Karten in den Handel als bislang vorgesehen. Weitaus mehr Karten gehen an Sponsoren, Verbände oder zahlungskräftige Kunden. Zugleich erwarten die Organisatoren eine riesige Nachfrage.

HB NEU-ISENBURG. Nur 1,1 Millionen Karten werden frei verkauft. Zwei Drittel gehen an Verbände, Sponsoren und den Weltfußball-Verband FIFA. Vom 1. Februar kämen 812 000 der insgesamt 2,93 Millionen Eintrittskarten auf den Markt und könnten im Internet bestellt werden, kündigte das WM-Organisationskomitee (OK) am Montag an. Die Bestellungen würden zwei Monate lang gesammelt, dann würden die Karten unter den Bewerbern verlost.

Weitere 300 000 Karten sollten dann schrittweise bis Januar 2006 frei gegeben werden. Um möglichst viele Fans bedienen zu können und den Schwarzhandel auszuschalten, werden die Karten mit dem Namen ihres Besitzers registriert. Pro Haushalt können je nach Kategorie nur zwei bis vier Karten pro Spiel bestellt werden.

Mit den veröffentlichten Zahlen blieb das deutsche Organsiationskomitee (OK) deutlich unter seinen ursprünglichen Prognosen. Bei einer zweistündigen Pressekonferenz gab OK-Chef Franz Beckenbauer zu, dass in dem komplizierten und in etlichen Punkten noch unklaren Vergabe-Verfahren längst nicht alle Probleme gelöst sind: "Das Thema wird uns begleiten bis zum 9. Juli 2006, wenn der Schiedsrichter das Endspiel abpfeift. Und es werden Schwierigkeiten auftreten, von denen wir noch gar nichts wissen."

502 Tage vor dem Eröffnungsspiel kommentierte Beckenbauer die geringen Kartenchancen für den gemeinen Fan mit süßsaurer Miene: "Ich bin keine Vorverkaufsstelle und das wird auch so bleiben". Der Generalsekretär des Weltverbandes Fifa, Urs Linsi, räumte ein: "Es gab noch nie eine WM, zu der so viele Besucher Einlass finden wollen wie 2006. Deshalb ist die Diskrepanz auch besonders groß." Zugleich verteidigte der Schweizer die Verteilungspolitik des WM-Besitzers: "Die Fifa ist nicht dem Gastgeberland verpflichtet, sondern der ganzen Welt."

Das Gros der Karten ist in festen Kontingenten für privilegierte Gruppen vergeben. Nach Abzug von Medienplätzen, Reserven für Staats- und Ehrengästen und Sicherheitsreserven bleiben von der Brutto- Kapazität von 3,37 Mill. für die 64 Spiele noch 2,93 Mill. verkaufbare Karten übrig. Davon entfallen 555 000 Tickets auf Sponsoren und 468 000 Karten auf die teilnehmenden Verbände. 347 000 hochpreisige Tickets sind im Hospitality-Programm für besonders zahlungskräftige Kunden verankert. 191 000 Tickets behält der Weltverband Fifa für sich und nicht qualifizierte Verbände, 64 000 Tickets bekommen die TV-Rechteinhaber.

389 000 Tickets erhält der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Damit soll die "deutsche Fußball-Familie", die vom ehrenamtlichen Mitarbeiter über den Landesverbands-Funktionär bis zur Nationalspieler-Ehefrau reicht, bedient werden. Somit bleiben dem öffentlichen Verkauf nur noch 913 000 Karten garantiert. Nach Angaben von DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt kommen mindestens 200 000 Karten als Rückläufer aus den Fest-Kontingenten sowie durch die Auflösung der Sicherheitsreserve später hinzu.

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