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10.10.2011

20:40 Uhr

Sponsorenvereinigung

„Der Sport ist ein Abbild der Gesellschaft"

VonThomas Mersch, Stefan Merx , Thomas Mersch, Stefan Merx

Stephan Althoff, Manager bei der Deutschen Telekom und Chef der Sponsorenvereinigung S20, setzt sich für einen sauberen Sport ein. Im Handelsblatt-Interview erklärt er, welchen Beitrag die Wirtschaft leisten kann.

Stephan Althoff ist Manager bei der Deutschen Telekom und Chef der Sponsorenvereinigung S20. Oliver Schmauch für Handelsblatt

Stephan Althoff ist Manager bei der Deutschen Telekom und Chef der Sponsorenvereinigung S20.

DüsseldorfDie Sponsorenvereinigung S20 investiert 500 Millionen Euro im Jahr in den Sport - ein geeignetes Vehikel, um auch gesellschaftliche Ziele zu befördern?

Die S20-Mitglieder tragen ja alle Verantwortung, etwa gegenüber den Mitarbeitern und der Umwelt. Der Sport ist hervorragend geeignet, auch gesellschaftliche Probleme zu lösen. Wo funktioniert Schwarz mit Weiß, Moslem mit Christ, Arm mit Reich? Im Sportverein um die Ecke - spielerisch.

Aber Sie fördern den FC Bayern München ja nicht, um die integrative Kraft des Fußballs zu bestärken.

Stimmt, die größeren Summen werden marketing- und vertriebsorientiert eingesetzt. Aber nehmen Sie die "Neue Sporterfahrung", wo Schüler aktiv erleben, welche sportlichen Leistungen behinderte Menschen erbringen. Das tun wir nicht im Glauben, dadurch mehr DSL-Anschlüsse zu verkaufen. Wir kombinieren die Sponsorings: Wenn Uli Hoeneß zur Eröffnung eines Jugendzentrums in Moabit hinzukommt, nutzen wir die Strahlkraft dieser Partnerschaft, um wichtige gesellschaftliche Themen zu treiben.

Müssen Sie dabei Ihre Legitimation nachweisen - anders als der Staat?

Die Wirtschaft kompensiert Leistungen, die früher öffentliche Institutionen erbracht haben. Mindestens von Großunternehmen darf das auch erwartet werden.

Ist Sportsponsoring Teil der CSR-Strategie der Deutschen Telekom?

Wir wollen ein nachhaltiges Unternehmen sein und auch mit unseren Produkten dazu beitragen, dass der Energieverbrauch sinkt - etwa mit Videokonferenzsystemen, die Geschäftsreisen überflüssig machen. Unsere Events stellen wir klimaneutral.

Ist die Klimaneutralität von Sportevents auch eine Forderung der S20?

Das wäre noch ein Schritt zu früh. Natürlich muss man als Verein schauen, wie man den Energieverbrauch in Stadien und Hallen reduziert. Aber es bleibt eine individuelle Betrachtung. Wir haben in der S20 natürlich ein Interesse, dass die Plattform Sponsoring sauber ist. Für mich umfasst Nachhaltigkeit im Sport auch ethische Aspekte wie die Dopingfrage, die Auseinandersetzung mit Betrug und Manipulation.

Kann man generell sagen, dass die großen Summen dem Vertriebsziel dienen, und die kleinen dem Rest, etwa dem Antidoping-Kampf?

Kleine Summen sind das auch nicht. Die deutlich größere Teil der Summe ist bei den S20-Unternehmen markteting- und vertriebsorientiert. Aber wir haben den Trend, zunehmend in andere Felder reinzugehen. Aber sie können auch beide Dinge kombinieren. Etwa holt man einen Star aus dem Fußball zu einem Event aus der "Neuen Sporterfahrung", um die mediale Strahlkraft zu erreichen. Oliver Bierhoff und Steffi Jones haben Blindenfußball gespielt mit einem Blindenfußballer aus der Nationalmannschaft. Die Strahlkraft der aus Vertriebsgründen engagierten Sportler können Sie nutzen, um die wichtigen gesellschaftlichen Themen zu treiben.

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