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14.01.2010

11:43 Uhr

Sponsoring Kieler Woche

Audi-Coup stößt BMW bitter auf

VonStefan Merx

Die Nachricht kam überraschend: Audi übernimmt das Hauptsponsoring des Top-Segelevents Kieler Woche. Vorgänger BMW macht keinen Hehl daraus, dass ihnen der Konkurrent aus der Nachbarstadt voll in die Parade gefahren ist. Auch über die Begleitumstände des Wachwechsels sind die Münchner nicht erfreut. Zumal sie in Kiel nicht zum ersten Mal von der VW-Tochter aus Ingolstadt ausgebootet wurden.

Audi-Logo: Die Ingolstädter haben BMW nicht zum ersten Mal bei einem Sponsoringdeal ausgestochen. ap

Audi-Logo: Die Ingolstädter haben BMW nicht zum ersten Mal bei einem Sponsoringdeal ausgestochen.

KÖLN. Ein weiterer Audi-Coup im Sportsponsoring setzt BMW mächtig unter Druck: Sieben Jahre lang wehten blau-weiße BMW-Flaggen an der Kieler Förde, nun übernimmt Konkurrent Audi das Hauptsponsoring des Top-Segelevents Kieler Woche. "Es ist das größte Sommerfest Nordeuropas. Wir haben den Vertrag für 2010 abgeschlossen, mit Option auf Verlängerung bis 2013", sagt Elke Bosselmann, verantwortlich für die Audi-Sportkommunikation.

Über die Höhe des Engagements schweigen die Parteien. BMW soll nach Informationen des Magazins Sponsors 600 000 Euro im Jahr bezahlt haben, um vor 5 000 betuchten Seglern aus 50 Nationen werbewirksam Flaggen und Flotten zu zeigen. "Wir sind stolz darauf, Audi als neuen Partner zu präsentieren", freut sich neuerdings Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig.

Die Glücksgefühle über den Deal teilt nicht jeder: BMW-Repräsentanten machen keinen Hehl daraus, dass ihnen Audi voll in die Parade gefahren ist - und das nicht zum ersten Mal. Auf allen Sportfeldern, die BMW in der Markenkommunikation für stategisch wichtig hält, ist auch Audi präsent: Segeln, Golf, Motorsport. "Hier wird von Audi eine klare follower-Strategie gefahren. Wo wir sind, will Audi auch rein", sagt Nicole Stempinsky, BMW-Sprecherin in Sachen Sportsponsoring.

Auch über die Begleitumstände des Wachwechsels sind die Münchner nicht erfreut: "Man hat uns von Seiten der Kieler Woche nicht in Kenntnis gesetzt, dass man parallel mit einem Wettbewerber verhandelt", sagt Stempinsky. Das will Elke Bosselmann von Audi nicht gelten lassen: "BMW hat eine vertragliche Option zur Verlängerung nicht ausgeübt", kontert sie. Im übrigen sei man ebenfalls seit Jahren schon beim Golf und Segeln präsent - also genau dort, wo Premiumhersteller bei ihrer Zielgruppe punkten wollen.

Branchenkenner attestieren Audi in jüngerer Zeit ein besseres Händchen, was die Auswahl der Engagements angeht. "Audi dringt überall gut durch - selbst im schwierigen Feld Wintersport. Bei BMW fehlt es dagegen nicht erst seit dem im Juli verkündeten Ausstieg aus der Formel 1 an einem klaren Sportsponsoring-Konzept", sagt ein Experte. Hinzu kommt Pech, etwa im Yachtsport. Ausgerechnet beim wichtigsten Event, dem America's Cup, saß BWM lange auf dem Trockendock. Grund war eine unschöne Prozess-Posse, die ausgerechnet der exzentrische BMW-Bootspartner und Oracle-Chef Larry Ellison ausgelöst hat. Immerhin kann im Februar der Cup nach nervigem Hickhack nun doch ausgetragen werden.

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