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10.10.2011

20:01 Uhr

Sport-Engagements

BMW rennt Marathonläufern nach

VonStefan Merx

Marathonläufer haben einen ebenso hohen Spritverbrauch wie das BMW-Elektrofahrzeug „ActiveE“ - nämlich gar keinen. Ein Anreiz für den Autobauer, bei seinen Sport-Engagements ab 2011 vor allem auf Laufsport zu setzen.

Haile Gebrselassie: Der Marathon-Weltrekordler soll der Automarke BMW Ruhm und Ehre bescheren. dapd

Haile Gebrselassie: Der Marathon-Weltrekordler soll der Automarke BMW Ruhm und Ehre bescheren.

MünchenEr fährt ihn noch immer, den alten silbernen C-Klasse-Mercedes. 1993 in Stuttgart nahm Haile Gebrselassie die Kutsche in Empfang - als frischer Weltmeister ohne Führerschein. Über Spritverbrauch lamentierte damals niemand. Groß, bequem und teuer musste ein gutes Auto sein.

Und wie seine uralte Prämie läuft der äthiopische Marathon-Weltmeister noch immer: Am Sonntag startet der 38-jährige Gebrselassie beim 38. Berlin-Marathon. Ruhm und Ehre soll der Weltrekordler dieses Mal einer anderen deutschen Automarke bescheren: BMW. Die Münchener haben sich die Namensrechte am wichtigsten deutschen Marathon gesichert. Die Hauptstadt wird in Weiß-Blau geflaggt sein, vor Gebrselassies Nase fährt als Führungsfahrzeug ein „ActiveE“ mit der Zeittafel auf dem Dach. Verbrauch des noch streng limitierten Elektrofahrzeugs auf der Basis eines 1er-Coupés: null Liter.

Geht es nach Johannes Seibert, BMW-Marketingchef in Deutschland, werden sich die drei Buchstaben in den nächsten Jahren fest mit dem Thema Laufen verschweißen - nicht nur in Berlin. „Neben unseren anderen Sport-Engagements setzen wir ab 2011 voll auf den Laufsport, denn er steht wie kein zweiter für das Thema Nachhaltigkeit“, sagte er dem Handelsblatt.

Es ist ein Einstieg von null auf hundert: Bei allen fünf deutschen Topmarathons spielt BMW künftig eine tragende Rolle - in Berlin und Frankfurt als Titelsponsor, zudem in München, Köln und Hamburg als Mobilitätspartner. Außerdem hat sich BMW die Exklusivrechte an 17 Städteläufen gesichert. „Insgesamt sind 220000 Sportler in BMW-Laufevents unterwegs“, sagt Seibert. Kosten des Engagements nennt er nicht. Die Kölner Sponsoringberatung Sport+Markt taxiert das erworbene Rechtepaket an den fünf Topmarathons auf 2,5 bis drei Millionen Euro im Jahr.

Auf Anhieb mag es irritieren, dass ausgerechnet ein Autoproduzent einen Sport unterstützt, der wie kaum ein zweiter durch die Abwesenheit eines Motors glänzt. Seibert fällt der Marketing-Brückenschlag leicht: „Effiziente Krafteinteilung ist der Schlüssel für Läufer wie auch für unsere Fahrzeuge. Unsere Marktforschung zeigt: Läufer und Jogger haben eine hohe Affinität zu BMW. Ein Viertel unserer Kunden läuft oder joggt.“ Zum Vergleich: Jeder zehnte BMW-Fahrer spiele Golf. „Es geht darum, viele Kunden, die wir mit unserer bisherigen Sportsponsoringstrategie - Motorsport, Segeln, Golf - nicht persönlich begeistern konnten, über das neue Feld Laufen mitzunehmen.“

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