Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.07.2013

11:40 Uhr

Sprinter und Werfer positiv getestet

Neue Dopingfälle schockieren vor Leichtathletik-WM

Der Dopingskandal in der Leichtathletik weitet sich aus. Nach der Bekanntgabe von drei positiven Proben bei Sprintern wurden nun drei weitere Fälle bestätigt. Die Verbände reagierten defensiv bis schockiert.

Manipulationsvorwürfe

Top-Sprinter positiv auf Doping getestet

Manipulationsvorwürfe: Top-Sprinter positiv auf Doping getestet

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie Doping-Enthüllungen um die Sprintstars Tyson Gay (USA) und Asafa Powell (Jamaika) haben die internationale Leichtathletik in einen Schockzustand versetzt und einen dunklen Schatten auf die WM Mitte August in Moskau geworfen. „Die Glaubwürdigkeit unseres Anti-Doping-Programms und der Leichtathletik wird jedes Mal, wenn wir einen neuen Fall aufdecken, gestärkt, nicht geschwächt“, erklärte Nick Davies, stellvertretender IAAF-Generalsekretär, am Montag, spürbar um Schadensbegrenzung bemüht nach den spektakulären Doping-Schlagzeilen über die Supersprinter Gay, Powell und Sherone Simpson (Jamaika).

Der Weltverband IAAF wollte die aufsehenerregenden Fälle aber im Detail nicht weiter kommentieren. Davies bekräftigte in einer Stellungnahme jedoch den ungebrochenen Einsatz des Dachverbandes im Kampf gegen Doping, „weil wir eine ethische Verpflichtung gegenüber der Mehrzahl der Athleten haben, die an einen sauberen Sport glauben“.

„Wir haben Probleme genug. Das ist ein Ärgernis für die WM“, sagte Helmut Digel, deutsches Mitglied im Council des Weltverbandes IAAF. Spitzenleistungen würden nun mit noch mehr Zweifeln beäugt werden.

Neben Gay, Powell und Simpson, der Olympia-Zweiten von 2008 über 100 Meter, sind weitere drei jamaikanische Leichtathleten positiv getestet worden. Dies bestätigte die Anti-Doping-Agentur Jamaikas (JADCO). Zwei weitere Leichtathleten sollen aus dem Werfer-Bereich kommen, ein weiterer soll noch als Junior an den Start gehen.

Der Konditionstrainer des früheren 100-Meter-Weltrekordlers Asafa Powell soll nach einem Bericht der jamaikanischen Zeitung „The Gleaner“ während eines Trainingslagers in Italien von der Polizei in Gewahrsein genommen worden sein. Demnach soll Powell der Polizei Mittel ausgehändigt haben, die der Trainer dem Athleten und auch Sherone Simpson gegeben haben soll. Der 30-jährige Sprinter und Simpson sind positiv auf das Stimulanzium Oxilofrin getestet worden.

Powell und seine Trainingsgruppe des MVP Track Clubs haben nicht zum ersten Mal ein Trainingslager in Lignano Sabbiadoro an der italienischen Adria-Küste absolviert. Der Name des Trainers wurde zunächst nicht genannt. Powell und Simpson bestritten in einer Stellungnahme, wissentlich gedopt zu haben. Sie gaben aber zu, dass ihre Doping-Tests bei den nationalen Meisterschaften im Juni das verbotene Stimulanzmittel enthielt.

Auch Gay, der schnellste Mann in diesem Jahr über 100 Meter in 9,75 Sekunden, bestätigte selbst, bei einer Trainingskontrolle am 16. Mai positiv getestet worden zu sein. Auch er beteuerte seine Unschuld. Die Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) kündigte an, die Analyse der B-Probe in Kürze vorzunehmen. Um welches Doping-Mittel es sich handelt, blieb zunächst unbekannt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×