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20.07.2016

16:55 Uhr

Staatsdoping in Russland

„Thomas Bach muss Haltung vorgeben“

Der IOC-Präsident steht vor einer schweren Entscheidung: Greift er hart durch und schließt Russland von den Rio-Spielen aus? Das Komitee will nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS selbst entscheiden.

Bach hatte am Montag erklärt, das IOC werde die „härtest möglichen Sanktionen“ verhängen. AP

IOC-Präsident Thomas Bach

Bach hatte am Montag erklärt, das IOC werde die „härtest möglichen Sanktionen“ verhängen.

Düsseldorf/LausanneIOC-Präsident Thomas Bach ist 1976 Fecht-Olympiasieger mit dem feinen Florett geworden, das auch stets seine Waffe auf dem sportpolitischen Parkett war. Im kniffligen Fall eines Olympia-Ausschlusses von Russland soll er mit dem Säbel rasseln und seinen Worten von Null-Toleranz von Doping Taten folgen lassen.

„Wir brauchen jetzt einen Präsidenten im Internationalen Olympischen Komitee, der seiner Führungsrolle nachkommt und Führungsstärke zeigt“, sagte Dagmar Freitag, Sportausschussvorsitzende des Deutschen Bundestages, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Das Internationale Olympische Komitee will erst das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS am Donnerstag abwarten, ob der Berufung von 68 russischen Leichtathleten gegen die vom Weltverband IAAF verfügte Suspendierung auch von den Rio-Spielen stattgegeben wird oder nicht.

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Die internationale Anti-Doping-Agentur verlangt den Komplett-Ausschluss Russlands bei den olympischen Spielen. IOC-Präsident Thomas Bach muss nun Rückgrat zeigen. Nicht ganz einfach, wenn man mit Putin befreundet ist.

Das IOC will innerhalb von sieben Tagen über einen Russland-Bann entscheiden. Wie eine IOC-Sprecherin auf dpa-Anfrage mitteilte, ist dies der Zeitrahmen. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Russland, Alexander Schukow, geht davon aus, dass die Entscheidung „bis Ende der Woche, vielleicht am Sonntag“ fallen werde.

„Die aktuelle Situation ist mit keiner früheren vergleichbar. Es gibt dafür keine Blaupause“, sagte Freitag. Gemeint ist damit der schockierende Russen-Report von WADA-Ermittler Richard McLaren über staatlich verordnete Doping-Manipulationen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi - und darüber hinaus: Betroffen waren auch die Leichtathletik-WM 2013 in Moskau und die Schwimm-WM 2015 in Kasan. „Thomas Bach muss vorangehen und eine Haltung vorgeben, für die er in der IOC-Exekutive um eine Mehrheit ringt“, sagte Freitag.

Bisher sah es so aus, als wenn der 62-jährige Tauberbischofsheimer eher nach einem Ausweg suchte, den kompletten Ausschluss Russlands von den XXXI. Sommerspielen am Zuckerhut zu vermeiden. Sollen doch die internationalen Fachverbände über das Startrecht von Athleten oder das Aus von nationalen Verbänden in Russland entscheiden, lautete zunächst seine Maxime. „Er kann nicht auf Dauer darauf warten, was die Fachverbände tun, was das CAS macht“, meinte Freitag.

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