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26.01.2005

17:14 Uhr

Stärkere Beteiligung von Sponsoren vorgesehen

Bundesregierung ändert geplante WM-Kampagne

VonAndreas Rinke

Die Wirtschaft kann sich an der geplanten Werbekampagne für die Fußballweltmeisterschaft 2006 wesentlich stärker beteiligen als ursprünglich vorgesehen. "Das nun ausgewählte PR-Konzept sieht vor, dass Firmen Sponsorpakete ab einer Größe von 100 000 Euro kaufen können", sagte einer der mit dem Projekt beschäftigten Wirtschaftsvertreter dem Handelsblatt.

BERLIN. Fänden sich genug Interessenten, könne es durchaus sein, dass der Beitrag der Unternehmen für die mit der Bundesregierung vereinbarte Imagekampagne über die anvisierten zehn Mill. Euro steige. Der Bund will ebenfalls zehn Mill. Euro bereitstellen.

Anfangs gab es Bedenken auf Unternehmensseite, dass die Regierung die Kampagne auch im Bundestagswahlkampf 2006 für ihre Zwecke nutzen könnte. Offiziell will keiner der Beteiligten zu der Imagewerbung Stellung nehmen, die im März starten und dann bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 laufen soll. Doch am vergangenen Mittwoch hatten sich Vertreter aus Regierung, BDI und 25 Unternehmen für das Konzept der Werbeagentur Scholz & Friends entschieden. "Der Clou der Kampagne unter dem Motto ,Land der Ideen? ist, dass die Firmen wegen der Sponsorenidee für ihre finanzielle Beteiligung einen sichtbaren Gegenwert erhalten", sagte ein Teilnehmer der Auswahlgespräche.

Scholz & Friends hatte vorgeschlagen, vor allem im Ausland eine ganz auf deutschem Erfindungsreichtum basierende PR-Kampagne zu starten - ohne Bezüge zum Fußball. Besonders wichtige technische Entwicklungen und Erfindungen sollen dabei als Styroporskulpturen dargestellt werden. Überzogen mit einer wetterfesten Oberfläche sollen sie an markanten Plätzen der Republik platziert werden. Gedacht wird etwa an die Buchdruckkunst, die Aspirin-Tablette, Autos, aber auch Einsteins Relativitätstheorie. Bis Ende Februar soll unter Leitung von "Scholz & Friends" ein Gesamtkonzept vorgelegt werden, das auch den von der Agentur Zum goldenen Hirschen entwickelten Slogan "FC Deutschland 06" und die von Lowe Communication gemachten Vermarktungsvorschläge aufnimmt.

Weitgehend ausgeräumt scheinen hinter den Kulissen mittlerweile die politischen Differenzen zu sein. Bei der Vorstellung der Werbekonzepte von vier Agenturen hatte es am vergangenen Mittwoch bei einigen Teilnehmern von Unternehmen noch die Sorge gegeben, die Bundesregierung wolle das favorisierte neutrale Konzept von Scholz & Friends aus politischen Gründen aufweichen. So hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) auf die Integration des Slogans "FC Deutschland 06" gedrungen. Einige Unternehmen fürchteten, dass damit das Tor zu einem politischen Missbrauch der Imagekampagne aufgestoßen werde. Offenbar wird das Argument Schilys aber mittlerweile akzeptiert, dass der Slogan unter Rücksichtnahme auf das Parlament nötig sei. So hat der Sportausschuss des Bundestages die Verwendung der zehn Mill. Euro Steuergeld ausdrücklich an die Bedingung geknüpft, dass das Geld "WM-nah" ausgegeben werden muss.

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