Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.06.2013

17:46 Uhr

Start der Tour de France

Der Profiradsport in der Abwärtsspirale

VonTom Mustroph

Am Samstag hat das wichtigste Event des Profiradsports begonnen: die Tour de France. Die Spitzenteams verdienen gutes Geld. Doch nach den Dopingskandalen bricht bei vielen Rennställen die finanzielle Basis weg.

Am Samstag beginnt die Tour de France: Im Feld klafft ein Spalt zwischen reichen und armen Teams.

Am Samstag beginnt die Tour de France: Im Feld klafft ein Spalt zwischen reichen und armen Teams.

Düsseldorf110 Jahre und kein bisschen müde. Die Tour de France ist nicht kleinzukriegen. Obwohl der Ruf des Profiradsports seit Jahren von Doping befleckt ist und einige Sponsoren auch erschreckt das Weite suchten, lockt beachtliches Marketingpotential immer neue Geldgeber an. Dabei entstehen allerdings Verwerfungen analog zum Fußball zwischen üppig ausgestatteten Teams: denen, die gerade so übers Jahr kommen und jenen, die kein Geld mehr auftreiben können.

Der jüngste Neueinsteiger kommt aus Übersee. Die kalifornische Elektronik-Firma Belkin sorgte fünf Tage vor Beginn der Tour de France für einen Paukenschlag in Holland. Mit der Übernahme eines großen Teils des 20 Millionen Euro schweren Budgets von Rabobank sorgte sie dafür, dass seit diesem Frühjahr unter dem Tarnnamen Blanco fahrenden Profis ihre alten Renntrikots aus- und die grünschwarzen mit der Aufschrift Belkin anziehen durften.

Traditionssponsor Rabobank entzog wegen zu vieler Dopingvorfälle dem Rennstall erst seinen Namen und kündigte für Ende 2013 den Komplettausstieg an. Dem Finanzinstitut war der Imagetransfer nicht mehr geheuer. So ging es auch Autohersteller Nissan und Shampoo-Produzent Alpecin. Die Japaner verließen das Team Radioshack Leopard wegen der Skandale um Mitbesitzer Lance Armstrong. Und Alpecin, Werbedevise „Doping für die Haare“, war das bekannt gewordene Blutdoping so suspekt, dass alle Rennstallpläne um den Markenbotschafter Jan Ullrich im Winter 2012 im Papierkorb landeten.

Tour de France Etappen

1. Etappe: 29.6.2013
  • von Porto-Vecchio nach Bastia
  • 213 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Côte de Sotta, 147 Meter über Null
2. Etappe: 30.6.2013
  • von Bastia nach Ajaccio
  • 156 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col de Vizzavona, 1163 Meter über Null
3. Etappe: 1.7.2013
  • von Ajaccio nach Calvi
  • 145,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col de Marsolino, 443 Meter über Null
4. Etappe: 2.7.2013
  • Mannschafts-Zeitfahren in Nizza
  • 25,0 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Nizza, 29 Meter
5. Etappe: 3.7.2013
  • Von Cagnes-sur-Mer bis Marseille
  • 228,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Côte de la Roquebrussanne, 418 Meter über Null
6. Etappe: 4.7.2013
  • Von Aix-en-Provence nach Montpellier
  • 176,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Lambesc, 222 Meter über Null
7. Etappe: 5.7.2013
  • Von Montpellier nach Albi
  • 205,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Lacaun-Les-Bains, 871 Meter über Null
8. Etappe: 6.7.2013
  • Von Castres nach Ax-3-Domaines
  • 195 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col de Pailhéres, 2001 Meter über Null
9.Etappe: 7.7.2013
  • Von Saint-Girons nach Bagneres-de-Bigorre
  • 165 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col de val Louron-Azet, 1580 Meter über Null
10. Etappe: 9.7.2013

Nach einem Ruhetag geht es entspannter los:

  • Von Saint-Gildas-des-Bois nach Saint-Malo
  • 193 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Paimpont, 161 Meter über Null
11. Etappe: 10.7.2013
  • Von Avranches nach Mont-Saint-Michel
  • 33 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Avranches, 88 Meter über Null
12. Etappe: 11.7.2013
  • Von Fougères nach Tours
  • 218 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Le Bourgneuf-La-Forêt, 161 Meter über Null
13. Etappe: 12.7.2013
  • Von Tours nach Saint-Amand-Montrond
  • 173 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Brion, 178 Meter über Null
14. Etappe: 13.7.2013
  • Von Saint-Pourcain-sur-Sioule nach Lyon
  • 191 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col du Pilon, 727 Meter über Null
15. Etappe: 14.7.2013
  • Von Givors nach Mont Ventoux
  • 242,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Mont Ventoux, 1912 Meter über Null
16. Etappe: 16.7.2013

Nach einem Ruhetag geht es weiter:

  • Von Vaison-la-Romaine nach Gap
  • 168 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col de Manse, 1268 Meter über Null
17. Etappe: 17.7.2013
  • Von Embrun nach Chorges
  • 32 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Côte de Réallon, 1227 Meter über Null
18. Etappe: 18.7.2013
  • Von Gap nach Alpe-d'Huez
  • 172,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col de Sarenne, 1999 Meter über Null
19. Etappe: 19.7.2013
  • Von Bourg-d'Oisans nach Le Grand-Bornand
  • 204,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Col de la Madeleine, 2000 Meter über Null
20. Etappe: 20.7.2013
  • Von Annecy nach Annecy-Semnoz
  • 125 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Annecy-Semnoz, 1655 Meter über Null
21. Etappe: 21.7.2013
  • Von Versailles nach Paris Champs-Élysées
  • 133,5 Kilometer
  • Höchste Erhebung: Versailles, 165 Meter über Null

Chet Pipkin lässt sich davon nicht schrecken. Der Unternehmer, der die Grundlagen für die Elektronikkonzern Belkin in den 1980er Jahren mit Kabelbasteleien in der elterlichen Garage legte, ist fest vom Marketingpotential des Radsports überzeugt. „Die Verbindung unserer Marke mit diesem erfolgreichen, gut aufgebauten Team ermöglicht es uns, Millionen Menschen in der ganzen Welt zu erreichen und mit ihnen zu interagieren“, begründete er das nach eigenen Worten „bisher größte Marketing-Engagement“ des Hardware-Produzenten.

Pipkins Hoffnungen werden von einer jüngst veröffentlichten Marketingstudie des Branchendienstes Cyclingnews gedeckt. Ihr zufolge wurden 2012 für jeden investierten Euro 5,40 Euro an Werbewerten erzielt. Allein durch TV-Präsenz sollen die wichtigsten 325 Sponsoren im globalen Radsport 2,1 Milliarden Dollar generiert haben.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

29.06.2013, 18:05 Uhr

Was für ein Scherz. Wer dopt wird nicht unterstützt aus der Wirtschaft. Dabei schmiert und dopt die Wirtschaft jeden inkl. der Politik um weiter zu kommen.

Monnemer

29.06.2013, 18:28 Uhr

Ich habe das jetzt langsam satt,die Radrennfahrer sind immmer die gedopten und in den anderen Sportarten passiert das nicht. Hier wird versucht eine wunderschöne Sportart kaputt zu machen. Wer ist den so naiv und glaubt, das bei den Olympischen Spielen die Schwimmer, Gewichtheber, die 100m Läufer und und nicht gedopt sind, selbst Fußballer wurden schon erwischt, auch bei den Wintersportarten Ski - Langlauf und Biathlon und Eisschnellauf gab es schon genug gedopte Sportler. Weiterhin ist es für mich eine Unverschämtheit das ZDF und ARD über die Tour de France nicht mehr live berichten.

Account gelöscht!

29.06.2013, 19:09 Uhr

Nachdem nun endgültig klar ist, daß man dort nicht ohne Doping gewinnen kann - wahrscheinlich nicht mal ankommen würde, kann man doch wieder zur Tagesordnung übergehen.

Ich mag diesen Sport, gerne auch mal anschauen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×