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04.02.2013

07:46 Uhr

Stromausfall bei Super Bowl

Baltimore gewinnt gegen San Francisco

70.000 Fans im Superdome von New Orleans sahen ein packendes Football-Finale. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Sekunden. Doch zuvor kam es zu einer peinlichen Panne, die Baltimore fast den Sieg gekostet hätte.

Ed Reed (20) von den Baltimore Ravens feiert den Gewinn des Super Bowls. ap

Ed Reed (20) von den Baltimore Ravens feiert den Gewinn des Super Bowls.

New OrleansDie Baltimore Ravens haben erstmals seit 2001 wieder den Super Bowl in der National Football League (NFL) gewonnen und ihrem Coach John Harbaugh einen Sieg im Trainer-Duell gegen seinen Bruder Jim beschert. Am Sonntag (Ortszeit) bezwangen die Ravens in einem grandiosen Finale von New Orleans die San Francisco 49ers mit 34:31. „Wir haben das Ding zusammen gewonnen - Fans, Spieler, Trainer, Verein“, sagte John Harbaugh nach dem Erfolg über die von seinem 15 Monate jüngeren Bruder Jim trainierten 49ers.

Vor 71 024 Zuschauern im ausverkauften Superdome hatte Baltimore die Partie im ersten Durchgang dominiert und durch Touchdowns von Anquan Boldin, Dennis Pitta und Jacoby Jones zur Pause verdient mit 21:6 geführt. Unmittelbar nach Wiederbeginn baute Wide Receiver Jones mit einem 108-Yard-Kickoff-Return das Ergebnis auf 28:6 aus. Kurz darauf brach in der nach Hurrikan „Katrina“ für mehrere hundert Millionen Dollar renovierten Arena eine knappe halbe Stunde die Stromversorgung zusammen. Die Spieler saßen auf dem Rasen, die Fans vertrieben sich die unverhoffte Pause mit der La Ola.

Der Super Bowl in Zahlen

Sechs Prozent mehr Amerikaner...

...melden sich am Tag nach dem Super Bowl krank.

20 Prozent mehr Kopfschmerztabletten...

...werden am Montag nach dem Finale abgesetzt. In den USA spricht man von „Super Bowlitis“. Sechs Prozent mehr Amerikaner melden sich am Tag nach dem Super Bowl krank.

50 Millionen Dollar...

...werden in diesem Tag in Essen investiert. Für die Nahrungsmittelindustrie ist der Super Bowl nach Thanksgiving der zweitwichtigste Tag im Jahr.

120 Millionen Liter...

...Bier fließen die durstigen Kehlen hinunter, damit die Chips und das Popcorn nicht zu trocken sind.

179 Millionen Fans...

...in der Spitze und 111 Millionen Fans im Schnitt sehen das Spektakel in den USA an den heimischen TV-Geräten. Weltweit schauen sogar 800 Millionen Menschen zu. Unter den Top Ten der TV-Übertragungen mit den meisten Zuschauern in den USA sind acht Super-Bowl-Partien.

150 goldene, mit Diamanten...

...besetzte Super-Bowl-Ringe werden jährlich an das Siegerteam verteilt. Der Wert eines Rings beträgt in etwa 5000 Dollar.

250 Millionen Dollar...

...werden von den Fans in Super-Bowl-Fanartikel gesteckt.

263 Millionen Dollar...

...generiert die NFL am Super-Bowl-Sonntag. Ein 30-Sekunden-Spot kostet bis zu 4,5 Millionen Dollar. Doch die Firmen zahlen gerne und produzieren ihre Werbungen eigens für den Super Bowl.

1443 Dollar

1443 Dollar kostete kurz vor Schluss die billigste Eintrittskarte. Nach oben sind dem Preis-Wahnsinn kaum Grenzen gesetzt. Für eine feine Loge blättert man schnell mal sechsstellige Beträge hin.

4000 Tonnen...

...Popcorn verschlingen die Amerikaner am Super-Bowl-Sonntag. Dazu kommen noch 14.000 Tonnen Chips, die darüber hinaus noch vertilgt werden.

14.000 Tonnen...

...Chips werden darüber hinaus noch vertilgt.

20.000 Tonnen...

...Guacamole (Avocado-Dip) werden zubereitet, damit die Chips auch ordentlich eingetunkt werden können. Das entspricht im Avocado-Anbau etwa 222.792 Football-Feldern.

25.000 Dollar...

...kostet die Vince-Lombardi-Trophy, die im Super Bowl ausgespielt wird. Ihr ideeller Wert ist natürlich unbezahlbar.

Als der Strom wieder floss, hatten die 49ers offenbar neuen Mut gefasst, während den Spielern von Baltimore die Zwangspause gar nicht bekommen war: Die eigentlich favorisierten 49ers drehten endlich auf, erzielten 17 Zähler in Folge und verkürzten somit bis zum Ende des dritten Viertels auf 23:28. „Nach all den Jahren, die wir zusammen verbracht haben, wusste ich, dass es mit einem Jim Harbaugh auf der anderen Seite ein zäher Kampf bis zum Ende wird“, ergänzte John Harbaugh. Er hatte bereits im November 2011 das erste Bruderduell mit 16:6 für sich entschieden.

Peinliche Pannen beim Super Bowl (Stand 2015)

2004 - Nipplegate

In der Halbzeitpause liefern die Popstars Justin Timberlake und Janet Jackson, Schwester des verstorbenen King of Pop, eine atemberaubende Show ab. Bei der Tanzeinlage reißt Timberlake seiner Partnerin ein Stück vom Oberteil ab und legt die Brust von Jackson frei. Der Vorfall geht als Nipplegate in die TV-Geschichte ein und bleibt nicht ohne Folgen. Die Halbzeit-Shows werden fortan mit einigen Sekunden Zeitverzögerung ausgestrahlt.

2009 - Porno-Clip

In Tucson im Bundesstaat Arizona sehen die TV-Zuschauer eine ganz heiße Schlussphase. Kurz vor Ende des Spiels wird für gut 30 Sekunden eine Pornosequenz eingespielt. Eine Verwechslung der Kabelsignale soll der Grund für den Fauxpas sein. Rund 80 000 lokale TV-Zuschauer sind betroffen.

2011 - Aguilera-Aussetzer

Christina Aguilera kommt die große Ehre zuteil, die Nationalhymne vor dem Spiel zu singen. Die Töne trifft die Pop-Queen perfekt, nur mit dem Text hapert es ein wenig. Einen Vers lässt sie aus, dafür wiederholt sie einen anderen.

2012 - Internetpanne der New York Giants

Bereits einen Tag vor dem Spiel lassen sich die New York Giants auf ihrer Internetseite als Champion feiern. „Die Giants sind Super-Bowl-Champion“ ist in riesigen Lettern auf der Homepage zu lesen, auch passende Fanartikel werden abgelichtet. Immerhin: Die Giants gewinnen tatsächlich das Finale, wenn auch knapp mit 21:17 gegen die New England Patriots. Doch auch das große Spektakel geht nicht reibungslos über die Bühne. Die Rapperin M.I.A. zeigt dem Publikum den ausgestreckten Mittelfinger.

2013 - Blackout im Stadion

Nach einigen Minuten in der zweiten Halbzeit gehen im Superdome von New Orleans die Lichter aus. Die Stromversorgung ist zusammengebrochen und der Spielbetrieb für 36 Minuten lahmgelegt. Die Spieler halten sich mit Dehnübungen warm, die Cheerleader schieben Extraschichten und die Zuschauer lassen die La Ola kreisen.

(alle Texte: dpa)

2015 - Werbung zurückgezogen

„Go Daddy“ wollte mit kleinen Golden-Retriever-Welpen werben, von denen einer im Spot von einem Truck fällt. Tierschützer fanden das gar nicht lustig. Das Unternehmen zog den Spot zurück.

Quarterback Colin Kaepernick brachte die 49ers mit einem Touchdown-Lauf zehn Minuten vor Ende auf 29:31 heran, die Wende gelang den Kaliforniern jedoch nicht. „Es ist unglaublich, wir machen es niemals leicht, aber so sind wir nun einmal und so ist Baltimore“, sagte Ravens-Quarterback Joe Flacco, der zum wertvollsten Spieler des Finals gewählt wurde.

„Es gibt nichts Schöneres, als seine Karriere mit einem Titel zu beenden“, betonte indes Baltimores Middle Linebacker Ray Lewis. Er zog nach 17 NFL-Jahren einen Schlussstrich unter seine Laufbahn. Lewis war bereits dabei, als sich der Verein 2001 seinen ersten Meistertitel holte. Die 49ers hingegen mussten erstmals eine Super-Bowl-Niederlage einstecken. Zuvor hatte San Francisco in den 80er und 90er Jahren bei allen fünf Endspiel-Teilnahmen triumphiert.

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Ein Stromausfall legte das Football-Finalspiel für eine halbe Stunde lahm, die Kreativität von Marketing-Verantwortlichen regte das an. Ein Keks-Hersteller produzierte ein spontanes Werbemotiv, andere Firmen witzelten.

In der spektakulären Halbzeitshow stand der Auftritt von Beyoncé Knowles im Mittelpunkt. Anders als bei der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama am 21. Januar sang die Pop-Diva ihr Medley live und verwandelte den Superdome in ein Tollhaus. Vor dem Kick-off hatten bereits Alicia Keys mit der Nationalhymne und Jennifer Hudson das „Super-Bowl-Fieber“ in New Orleans angeheizt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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rocketPOTEMKIN

04.02.2013, 10:02 Uhr

stromausfall sprich systemkollaps bei so nem wichtigen anlass sagt eigentlich alles über die marode infrastruktur der usa

die gläubigen die an die wiederauferstehung der usa und an die unabhängigkeit und das daraus folgende desinteresse der usa am nahen osten glauben,das angeblich durch fracking möglich ist sind nur doof.

amerika is pleite und will ohne gesichtsverlust raus aus den vom zaun gebrochenen kriegen.

Account gelöscht!

04.02.2013, 14:39 Uhr

Das Stadion heisst Mercedes-Benz Dome. Nicht Superdome, wie früher.

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