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20.01.2005

13:30 Uhr

Strunz will erst einmal in Wolfsburg sesshaft werden

Ein bisschen Bayern in Wolfsburg

VonStefan Hermanns

Der neue VfL-Manager Thomas Strunz soll dem Fußball-Bundesligisten den Glauben an die eigene Stärke vermitteln.

WOLFSBURG. Als Thomas Strunz noch jünger war und beim VfB Stuttgart Fußball spielte, hat er einmal über seinen damaligen Wohnort gesagt: "Das Schönste an Stuttgart ist die Autobahn nach München." Wenn Strunz jetzt aus seinem neuen Büro im zweiten Stock der VW-Arena guckt, sieht er den Stadionparkplatz, den Mittellandkanal und das, was viele für das Schönste an Wolfsburg halten: den ICE nach Berlin. Doch Strunz hat für sich beschlossen, jetzt erst einmal in Wolfsburg sesshaft zu werden: Im Februar zieht er in ein Haus in den grünen Gürtel um die Stadt, über die Strunz überhaupt nur Gutes sagt. Sehr dynamisch sei Wolfsburg, "es passiert viel". Und wenn Strunz mit seinem Dienstwagen durch die Stadt fährt, stellt er vorher das Navigationssystem ein. Mehr aus Gewohnheit allerdings, denn aus Notwendigkeit.

Thomas Strunz befindet sich noch in der Orientierungsphase. Seit dem 1. Januar arbeitet der 36-Jährige als Geschäftsführer Sport der VfL Wolfsburg Fußball GmbH. Seitdem versucht er, sich einen Überblick zu verschaffen: über die Stadt Wolfsburg, den Verein für Leibesübungen und dessen Bundesliga-Mannschaft. Für die Öffentlichkeit war es eine Überraschung, als der bisherige Spielerberater Strunz im November 2004 als Manager vorgestellt wurde. Bekannte Namen waren im Laufe der Monate, bei der Suche nach einem Nachfolger für Peter Pander genannt worden, Reiner Calmund zum Beispiel, Rudi Völler, Marco Bode oder Michael Preetz. Der Name Thomas Strunz fiel kein einziges Mal.

Trotzdem sagt Strunz, für ihn sei die Entscheidung keine Überraschung gewesen, "weil ja bekannt war, was der VfL sucht". Jemanden, der - anders als der Autodidakt Pander - aus der Fußballbranche kommt und der den Willen nach Erfolg glaubhaft verkörpert. "Ich fühle mich nicht als zweite Wahl", sagt Strunz. "Ich bin überzeugt, dass ich die richtige Wahl bin." Mit Bayern München ist er viermal Deutscher Meister gewesen, er hat den DFB-Pokal gewonnen, den Uefa-Cup und 1996 den EM-Titel. Jetzt soll er ein bisschen Bayern München nach Wolfsburg bringen, vor allem den Glauben an die eigene Stärke.

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