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22.01.2005

17:29 Uhr

Stuttgart lässt sich nicht abschütteln

Schalke 04 bleibt an den Bayern dran

Schalke 04 hat zum Rückrundenauftakt einen Prestigeerfolg gelandet. Der VfB Stuttgart drehte die Partie in Mainz in der zweiten Hälfte.

HB BERLIN. Die Verfolger bleiben Spitzenreiter Bayern München zu Beginn der Bundesliga-Rückrunde weiter auf den Fersen. Der Tabellenzweite aus Schalke holte beim 2:1 gegen Titelverteidiger Werder Bremen ebenso drei Zähler wie der VfB Stuttgart (3:2 in Mainz). Die Schalker haben nun auch 37 Punkte auf dem Konto wie der Spitzenreiter aus München. Der Rekordmeister hatte am Freitag mit dem 3:0 gegen den Hamburger SV vorgelegt. Die Stuttgarter haben weiterhin drei Zähler Rückstand auf das Führungsduo.

Am Tabellenende hat sich Borussia Dortmund mit dem 2:1 in Wolfsburg etwas Luft verschafft. Auch die Borussia aus Mönchengladbach begann die Rückrunde mit dem 1:0 gegen Bielefeld mit einem Sieg. Dagegen wird die Situation für Rostock und Freiburg immer prekärer. Beide Klubs trennten sich im Kellerduell mit einem torlosen Remis und liegen nun bereits acht Zähler hinter dem rettenden 15. Tabellenplatz zurück.

In allen sechs Samstagsspielen taten sich die Stürmer lange Zeit sehr schwer. In den ersten 45 Minuten fiel nur ein einziger Treffer.

1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 1:3 (0:0)

Eine Halbzeit lang war der 1. FC Nürnberg gegen Kaiserslautern drückend überlegen. Ein Treffer gelang den Franken aber nicht. Dagegen nutzten die Pfälzer ihre erste Torchance überhaupt zum Führungstreffer. Hervé Nzelo Lembi war nach 51 Minuten per Kopf erfolgreich. Acht Minuten später legte Stefan Blank nach einem Zuspiel von Halil Altintop nach. Die Nürnberger schöpften nach dem Anschlusstreffer von Sven Müller (66.) wieder Hoffnung. Doch Dimitris Grammozis machte auf Lauterer Seite sieben Minuten vor dem Ende mit dem 3:1 alles klar.

FC Schalke 04 - Werder Bremen 2:1 (0:0)

In einer hochklassigen Begegnung hat Schalke 04 die Punkte behalten. Die Gastgeber waren zunächst durch Gerald Asamoah (48.) in Führung gegangen. Der Nationalspieler profitierte von einem Querschläger von Johan Micoud und jagte den Ball aus elf Metern ins Netz. Vier Minuten später konnte Valerien Ismael zum 1:1 ausgleichen. Der Franzose verwertete einen Foulelfmeter. Zuvor hatte Christan Poulsen Bremens Mittelstürmer Miroslav Klose beim Kopfball geschubst. Doch ausgerechnet Sütmerstar Ailton sorgte gegen seinen Ex-Klub für den Siegtreffer (67.). Ismaels Tor wurde wegen Abseitsstellung nicht anerkannt (72.).

Schon vor der Pause hatte beide Teams gute Möglichkeiten. Pech hatte der Bremer Ivan Klasnic, der hatte nach 37 Minuten den Ball nur an den Pfosten setzte.

Hansa Rostock - SC Freiburg 0:0

Das torlose Remis ist für beide Teams zu wenig. Der Abstand zu Platz 15 wird immer größer. Beide Mannschaften bemühten sich zwar, Ordnung ins Offensivspiel zu bringen. Doch es haperte an der Chancenverwertung. Die Freiburger haderten mit dem Schiedsrichter, als ein vermeintlicher Treffer Coulibalys nicht gegeben wurde. Er hatte den Ball aber aus Mathias Schobers geschlossener Hand über die Torlinie getreten.

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 2:3 (1:0)

Eine Halbzeit lang rannte Mainz 05 gegen das Stuttgarter Gehäuse an. Doch zu mehr als dem Führungstreffer durch Fabian Gerber (13.) reichte es nicht. Der VfB drehte die Partie direkt nach dem Seitenwechsel binnen drei Minuten. Zunächst lenkte der Mainzer Schlussmann Dimo Wache eine Ecke von Aliaksandr Hleb ins eigene Tor (51.). Dann musste Wache auch noch bei einem Direktschuss von Hleb hinter sich greifen (54.). Hleb war auch am dritten Treffer der Schwaben beteiligt. Der Weißrusse legten den Ball quer zu Stürmer Cacau, der nur noch einschieben musste (66.). Das 2:3 durch Christoph Teinert in der Nachspielzeit kam zu spät.

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 1:2 (0:0)

Die Spieler von Borussia Dortmund haben die Turbulenzen rund um den Verein gut weggesteckt. Neuzugang Ebi Smolarek und Jan Koller machten beim VfL Wolfsburg einen 2:1-Auswärtserfolg perfekt. Zunächst war der Pole Smolarek aus fünf Metern erfolgreich (55.). Dann spielte die VfL-Abwehr bei einem Konter auf Abseits. Koller nutzte dies aus, lief allein auf Wolfsburgs Schlussmann Simon Jentzsch zu und schob den Ball am Torhüter vorbei. Den Gastgebern gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Facundo Quiroga (82.).

Borussia Mönchengladbach - Arminia Bielefeld 1:0 (0:0)

Die Neuzugänge haben Borussia Mönchengladbach im ersten Spiel der Rückrunde drei Zähler beschert. Am entscheidenden Treffer gegen Arminia Bielefeld waren gleich zwei der Neuverpflichtungen beteiligt. Nach 53 Minuten sprang Craig Moore nach einer Ecke von Jörg Böhme höher als die gesamte Bielefelder Abwehr. Der Schotte köpfte den Ball unhaltbar für Arminia-Schlussmann Mathias Hain aus sechs Metern ins Netz.

Hannover 96 - Bayer 04 Leverkusen

Einen Ausfall beklagt auch Hannover 96. Michael Tarnat wurde am Donnerstag am linken Knie operiert. Ob sich die Niedersachsen nach einem Tarnat-Ersatz umschauen, wird laut Manager Ilja Kaenzig davon abhängen, wie lange der Linksvertidger ausfällt. Drei bis vier Wochen Pause sind das Minimum, teilte der Arzt mit. Julian de Guzman soll am Sonntag gegen Leverkusen Tarnats Aufgaben übernehmen. Klarheit herrscht in der Trainerfrage. Am Mittwoch verlängerte Ewald Lienen seinen Vertrag bis zum Jahr 2007.

Einen alten, neuen Mann präsentiert Bayer Leverkusen in der AWD-Arena. Rudi Völler wird als Sportchef auf der Tribüne sitzen. Trainer Klaus Augenthaler findet die Kombination mit Völler hervorragend, denn die beiden Ex-Profis feierten 1990 gemeinsam den Weltmeistertitel. Wenn Bayer am Sonntag gegen Hannover aufläuft, bescheinigt die Statistik den Gästen einen klaren Vorteil. Der letzte Hannoveraner Heimsieg datiert aus dem Jahr 1988.

VfL Bochum - Hertha BSC Berlin (beide Partien am Sonntag um 17.30 Uhr)

In der Rückrunde will der VfL Bochum wieder zum erfolgreichen Offensivfußball der Vorsaison zurückkehren. Im Spiel gegen Berlin soll der Grundstein für die Erreichung des Saisonziels Nichtabstieg gelegt werden. Trainer Peter Neururer zeigt sich optimistisch, denn die «Einstellung des Teams hat sich geändert.»

Bei Hertha BSC hat diese zuletzt gestimmt. So ist inzwischen ein Platz im internationalen Geschäft ein Thema, auch wenn der Klub immer noch von einem einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel spricht. «Aber wir müssen sehr, sehr hart arbeiten, um an unseren Lauf anzuknüpfen», warnt Trainer Falko Götz. Der Coach weiß: Zu sehr hängt nach wie vor von der Tagesform von Spielmacher Marcelinho ab.

FC Bayern München - Hamburger SV 3:0 (1:0)

Bixente Lizarazu gab nur ein kurzes Comeback für die Bayern. Der französische Verteidiger musste bereits in der siebten Minute ausgewechselt werden, weil er sich einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Bastian Schweinsteiger kam für ihn ins Spiel. Daraufhin verlor auch der HSV einen «alten» neuen Spieler. Piotr Trochowski verließ verletzt den Platz und machte Benjamin Collin Platz (14.). Die erste ernst zu nehmende Torchance hatten die Hamburger. Bayern-Torwart Oliver Kahn konnte einen Kopfball von Sergej Barbarez gerade noch abfischen (19.).

Unbeeindruckt davon blieb Claudio Pizarro, der nur drei Minuten später die Führung der Hausherren mit dem Kopf aus etwa drei Metern Entfernung erzielte. Mehmed Scholl hatte den Ball per Freistoß hereingegeben. Von da an war der FC Bayern Herr im eigenen Hause. Erst kurz vor dem Pausenpfiff kamen die Hamburger zurück, aber Naohiro Takahara vergab zwei gute Möglichkeiten.

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, vergab Torschütze Pizarro die Chance auf das 2:0, als er völlig freistehend nur den Pfosten traf. Den Treffer besorgte wenig später Schweinsteiger (48.), der den Ball nach Doppelpassspiel mit Roy Makaay im Fallen im Tor unterbrachte. Makaay durfte sieben Minuten später jubeln, als er Keeper Martin Pieckenhagen mit einem Heber aussteigen ließ. In der Folgezeit war der HSV mit dem 0:3 gut bedient.

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