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01.02.2015

12:12 Uhr

Super Bowl

4,5 Millionen für ein paar Sekunden Werbung

VonAxel Postinett, Hilal Kalafat

Berühmt werden um jeden Preis: Wer beim Finale des American Football mitmacht, muss klotzen. Denn die Werbeflächen sind teuer wie nie. Was die Schlacht um den Super Bowl bringt. Und welche Spots am meisten auffallen.

T-Mobile US schnappte sich für seine teure Werbung beim Super Bowl Reality-Starlet Kim Kardashian.   Reuters

T-Mobile-Spot mit Kim Kardashian

T-Mobile US schnappte sich für seine teure Werbung beim Super Bowl Reality-Starlet Kim Kardashian. 

New York„Das war jetzt nicht gerade meine einfachste Übung.“ Seth Winter, Chef-Anzeigenverkäufer von NBC, räumt vor Journalisten einige „Herausforderungen“ ein. Aber am Ende hat es geklappt. Alle TV-Spots sind verkauft, berichtet Winter. Das gilt für NBC und die TV-Netze, mit denen Verträge bestehen. Und nicht nur das: Sämtliche Anzeigenplätze in der Nach-Spiel-Berichterstattung seien verkauft und das gesamte digitale Anzeigenangebot auf Internetseiten oder Apps.

Es gab, Stand Donnerstag, nur noch „eine Handvoll“ Werbeplätze in der Vorberichterstattung des Spiels, das da fast zur Nebensache wird: Die New England Patriots treffen auf die Seattle Seahawks. Und wenn man nach dem vergangenen Jahr geht, werden wohl wieder rund 111,5 Millionen Menschen zuschauen.

Für Winter war es eine Entscheidungsschlacht. NBC verlangte 4,5 Millionen Dollar für einen 30-Sekunden-Werbespot, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Und sagenhafte 11.900 Prozent mehr als 1967. Da wurde das heutige Megafinale erstmals ausgetragen. Damals noch als kaum beachtetes Nischenereignis für hartgesottene Sportfans.

Das Problem dieses Jahr: Mit einer Reihe von Skandalen um Gewalt von Spielern gegen Frauen katapultierte sich die Liga NFL 2014 nach ganz oben in die Negativschlagzeilen. Der Football-Verband versuchte zunächst, wie üblich, die Vorfälle als isolierte Ereignisse und Lappalien abzuhandeln. Doch das ging gründlich schief. Die Empörung erreichte sogar das politische Washington. Gleichzeitig sollten aber die Werbepreise auf Rekordniveau steigen. Die Angst, dass große Sponsoren sich zurückziehen, ging um, wie zum Beispiel Pepsi Cola. Eine Frau, die 1955 geborene Indra Nooyi, amerikanische Managerin mit indischen Wurzeln, hat hier mittlerweile das Sagen.

Fakten zum Super Bowl

Zuschauer

Allein in den USA saßen im vergangenen Jahr im Schnitt 111 Millionen Menschen vor dem Fernseher. Den Spitzenwert erzielte dabei die Halbzeitshow mit Bruno Mars – mit 115 Millionen Zuschauern. In Deutschland sahen 980.000 Leute bei Sat.1 zu.

Werbespots

Für 30 Sekunden Werbung zahlen die Unternehmen 2015 satte 4,5 Millionen Dollar. Das sind nochmal 500.000 Dollar mehr als noch im Vorjahr.

Deutschland

In Deutschland wird auch in diesem Jahr Sat.1 den Super Bowl übertragen. Kick-off ist um 00:30 Uhr deutscher Zeit.

Der Spielerort

Gespielt wird in Glendale im Bundesstaat Arizona – im University of Phoenix Stadium. Das fasst aktuell 63.400 Zuschauer und wurde ab dem Jahr 2003 für knapp 455 Millionen Dollar gebaut. Die Arena verfügt, wie die Arena in Gelsenkirchen, über ein schließbares Dach und ein fahrbares Spielfeld mit Naturrasen.

Die Vorjahreschampions

Die Seattle Seahawks gehen als Titelverteidiger in den Super Bowl. Star des Teams ist Quarterback Russell Wilson.

Der Star

Russell Wilson hat in seiner NFL-Karriere schon 1877 Yards selbst erlaufen und elf Touchdowns erzielt. Damit gilt er als Musterbeispiel der neuen Generation der Quarterbacks, die ein eigenes Laufspiel entwickelt haben und sich nicht auf das Werfen der entscheidenden Bälle beschränken.

Die Herausforderer

Im vergangenen Jahrzehnt waren die New England Patriots so etwas wie der FC Bayern des American Footballs. In 2001, 2003 und 2004 gewann das Team um Quarterback Tom Brady den Super Bowl.

Der Star

Tom Brady könnte sich mit einem Sieg in diesem Jahr bereits seinen vierten Super-Bowl-Ring sichern. Das haben vor ihm nur die Legenden Joe Montana und Terry Bradshaw geschafft.

Denn das wäre ein Desaster gewesen, wenn nicht das Todesurteil für den Super Bowl. Keiner kann es so wie Pepsi: Die Summe von rund 76 Millionen Dollar hat der Getränkeriese laut Werbespezialist WPP Kanter Worldwide im Dauerclinch mit seinem Erzfeind Coca Cola in nur vier Jahren in das Sportspektakel Super Bowl investiert. Zum dritten Mal in Folge bezahlt Nooyi jetzt das gigantische Halbzeitspektakel, in diesem Jahr mit Superstar Katy Perry und einem Überraschungsgast.

Für viele Fans ist dieses Show-Highlight der eigentliche Grund, das Spiel überhaupt teilweise zu verfolgen. Ob sich das Investment auszahlt, wird sich am elften Februar zeigen, wenn Pepsi Zahlen für das vierte Quartal vorlegt und Einblick gibt in das laufende Vierteljahr. 2013 jedenfalls musste Nooyi eine Kürzung ihres Vergütungspakets um elf Prozent auf 12,7 Millionen Dollar hinnehmen, weil Dauerpräsenz beim Super Bowl die Aufholjagd zu Coca Cola bremst.

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