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12.10.2014

17:10 Uhr

Surfen an der Algarve

Die tollkühnen Reiter auf der Monsterwelle

VonStefan Kreitewolf

Der Alentejo ist die Sehnsuchtsregion europäischer Wellenreiter. Jedes Jahr im Oktober treibt sie der Nervenkitzel in die Fluten des Atlantiks. Doch die Suche nach der besten Welle kann tödlich enden. Ein Ortsbesuch.

Jährlich fordert Surfsport in Monsterwellen Todesopfer. Der Südafrikaner Jeremy Johnson bezwingt die Megawelle in Cape Town. dpa

Jährlich fordert Surfsport in Monsterwellen Todesopfer. Der Südafrikaner Jeremy Johnson bezwingt die Megawelle in Cape Town.

FaroEin völlig überfüllter Parkplatz an einem der wohl schönsten Strände des Alentejos. Ein ausgebauter Bus reiht sich an den Nächsten und im Wasser tummeln sich die ölig schimmernden Neoprenanzüge der Wellenreiter. Portugal bietet 850 Kilometer Küste, doch nirgendwo ist der Surf besser als an der Westalgarve.

Türkises Wasser, das die Außenwelt wie einen Vorhang abzuschneiden scheint. Strände, Riffe und Sandbänke, die ein Repertoire für fast jede Form von Kondition, Können und Kühnheit bieten: Von Sagres bis Setubal ist die Küste Südwestportugals ab Oktober das Mekka der europäischen Wellenreiter. Im Herbst beginnt hier die Surfsaison: Vom 12. bis zum 23. Oktober macht die internationale „Men's World Championship Tour“ vom Trendsetter-Unternehmen Rip Curl in Portugal Halt.

Das Gefühl von Freiheit kulminiert im allherbstlichen Monsterwellenreiten. Da stürzen sich Waghalsige in 20-Meter-Brecher, um statt zu überleben, die Wasserberge komplett hinunter zu fahren – und das alles auf einer klitzekleinen Plastikplanke. Der aktuelle Rekord im Big-Wave-Surfen: Eine Welle von 28,5 Meter.

Das ABC des Wellenreitens I

A – ASP

Die ASP ist die „Association of Surfing Professionals“, der Dachverband der nationalen Surfverbände, sozusagen die Bundesliga des Surfens.

B – Break

Die Stelle, an der die Welle bricht.

C – Channel

Eine Strömung im Küstenbereich, die aus dem wieder ins Meer abfließendem Wasser entsteht. Dies sucht sich bei seiner Rückströmung den einfachsten Weg nach draußen.

D – Deck

Die Oberseite des Surfbretts.

E – Eskimorolle

Hierbei dreht sich der Surfer beim Heranrollen einer Welle unter sein Board, um sich vor den Wasserwalzen zu schützen.

F – Fish

Das Fishboard ist klein und breit und wird eher von erfahrenen Surfern genutzt. Das Hinterteil hat die Form einer Fischflosse.

G – Grip

Grip meint die Haftung auf dem Brett. Mit der Benutzung von Wachs oder Grip-Pads helfen die Surfer nach.

H – High Tide

Der englische Begriff für Flut.

I – Impact Zone

In der Impact Zone schlägt die Welle auf der Wasseroberfläche auf. Hier kann es zu schlimmen Verletzungen kommen.

J – Jetski

Jetskis werden beim Monsterwellenreiten für die Anfahrt der waghalsigsten Surfer genutzt.

K – Kamm

Der Wellenkamm ist der oberste Teil einer Welle.

Die Surfer spielen dabei mit ihrem Leben, denn die gewaltigen Kräfte der Brecher können sie tief unter Wasser ziehen oder an eine Felswand schleudern. Die Fluten des Atlantiks entfesseln kaum zu bändigende Kräfte. „Wenn es dich einmal rauszieht, bist du für immer weg“, sagt einer der Surflehrer am Amado-Strand.

Immer wieder kommt es zu Todesfällen an der rauen Küste Südwestportugals. Zuletzt hat eine Riesenwelle sieben Studenten verschluckt und nur einen wieder hergegeben. Sechs Tote musste die Polizei noch Tage später von den Stränden der Region bergen.

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