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14.02.2006

17:34 Uhr

Sven Fischer im Interview

„Das ist meine wertvollste Einzelmedaille“

Sven Fischer hat sich mit seinem Sieg im Sprint einen Traum erfüllt. Nach zwei Siegen mit der Staffel wurde er nun zum ersten Mal Einzel-Olympiasieger im Biathlon. Im Interview nach dem Rennen zeigte sich der 34-Jährige überwältigt.

Sven Fischer jubelt über Gold. Foto: AP

Sven Fischer jubelt über Gold. Foto: AP

Als Sie im Ziel waren, blieben Sie zunächst lange im Schnee liegen. Was ging Ihnen da durch den Kopf?

Fischer: "Erst Mal habe ich mich über mein Superrennen gefreut, denn ich wusste ja noch nicht, welchen Platz ich belegt hatte. Da standen ja noch 30 Kontrahenten am Start. Ich war einfach nur zufrieden, dass mir so etwas beim Höhepunkt gelungen ist. Ich habe aber auch an 1994 gedacht, wo ich in Lillehammer als junger Kerl neben dem Staffelsieg auch Olympia-Dritter geworden war. Damals wusste ich noch nicht richtig, was ich geleistet hatte. Im Alter kann man den Wert besser schätzen. Und ich habe es genossen, vor dem Marathon an Pflichtauftritten allein für mich zu sein."

Was haben Sie im Ziel mit Ihren Eltern besprochen?

Fischer: "Da bedurfte es nicht vieler Worte. Ich habe Dank gesagt an meine Familie, die immer für mich da ist. Wir haben viel gemeinsam durchgemacht und immer zueinander gestanden. Danken will ich aber auch meiner Lebensgefährtin Doreen, die eine ganz wichtige Bezugsperson für mich ist. Wichtig sind zudem meine Trainingsgefährten in Oberhof um Heimtrainer Mark Kirchner. Auch ihnen gehört ein Teil der Medaille."

Ist Olympia-Gold der absolute Höhepunkt nach 20 Jahren Biathlon?

Fischer: "Das war heute ohne Zweifel meine wertvollste Einzelmedaille in einem Sprint auf extrem hohen Niveau. Die zwei Staffel-Olympiasiege waren aber auch Riesenerfolge - und dadurch besonders schön, dass wir vier waren, die sich gemeinsam darüber freuen konnten. Ich muss das alles noch auf mich wirken lassen."

Sie haben jetzt alles gewonnen, was es im Biathlon zu gewinnen gibt. Kommen Gedanken ans Aufhören auf?

Fischer: "Das halte ich auch nach dem Olympiasieg so wie in den Jahren zuvor. Im Frühjahr werde ich nachdenken, ob Körper und Geist noch so harmonieren, um Höchstleistungen zu schaffen. Und ich werde meinen Doktor fragen, was er dazu sagt. Als ich vor vier Jahren bei der Abschlussveranstaltung in Salt Lake City das Turiner Logo sah, war ich mir ziemlich sicher, dass ich da nicht mehr dabei sein würde. Und jetzt gelingt mir hier der Olympiasieg."

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