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25.01.2005

07:09 Uhr

T-Mobile verfolgt mit einem neuen Team alte Ziele

Real Madrid des internationalen Radsports

VonMatthias Klappenbach

Das beste deutsche Radsportteam T-Mobile verfolgt mit einer neuen Mannschaft alte Ziele.

BONN. Über den Porträts der Fahrer steht im Programmheft, dass sie alle "Heroes" sind. Doch bei der Präsentation seiner 27 Profi-Radfahrer hat der Sponsor T-Mobile in diesem Jahr zusätzlich übersichtliche Kategorien für die Helden eingeführt, die nach einer Vertragsverlängerung jetzt bis 2008 für den Sponsor fahren dürfen. Da gibt es die "treuen Helfer" wie Rolf Aldag, "Sprinter" wie Erik Zabel und "Bergfahrer" wie den neu verpflichteten Spanier Oscar Sevilla. Und die Gruppe, die "auf dem Podium" heißt. Das sind Alexander Winokurow, Andreas Klöden und Jan Ullrich, die zu einem kurzen Video-Clip gemeinsam die Bühne betreten, und sich dann an den Rand setzen, weil jetzt die "Klassiker", also die Spezialisten für Ein-Tages-Rennen im Forum der Bonner Konzernzentrale an der Reihe sind.

Vor einem Jahr war das noch ganz anders. Da gab es in einer riesigen Felshöhle auf Mallorca eine große Show. Die Fahrer marschierten wie Gladiatoren einzeln ein, Jan Ullrich bildete die Spitze der in Pyramidenformation angetretenen Radprofis. So sollte das große Saisonziel symbolisiert werden, der zweite Sieg von Ullrich bei der Tour de France. Doch Ullrich wurde nur Vierter, Andreas Klöden überraschend Zweiter hinter Lance Armstrong. "Wenn du Zweiter geworden bist, träumst du natürlich davon, die Tour auch zu gewinnen", sagt Andreas Klöden. Die Fähigkeiten dazu besitzt auch der im vergangenen Jahr verletzte Winokurow. Dennoch hat die Gruppe "auf dem Podium" auch in diesem Jahr einen klaren Anführer. "Ich will zur Tour tausendprozentig in Form sein", sagt Jan Ullrich. "Im vergangenen Jahr hat es mich zur Weißglut getrieben, dass ich wegen meiner Krankheiten keine Grundlagen hatte." Deshalb will er diesmal "keine Experimente machen und auf die Frühjahrsklassiker verzichten".

Ullrich will Anfang März bei der Murcia-Rundfahrt in die Saison starten. Sein Teamkollege Zabel hingegen wird erst wenige Wochen vor der Tour erfahren, ob er in diesem Jahr überhaupt dabei ist. "15 Fahrer kommen in Frage, neun werden dabei sein. Ich hoffe, ich bin einer von ihnen", wiederholte der 34-Jährige gestern. Klöden hatte für die Tour eine Strategie wie in Armstrongs Team gefordert, in der sich alle Fahrer dem Ziel Gesamtsieg unterordnen und kein Platz für einen Sprinter ist.

Zweites Gesprächsthema neben diesem Zwist ist vor allem die Einführung der Pro Tour, die Weltcup und Weltrangliste ablöst. Den Team-Weltcup hat T-Mobile 2004 gewonnen und war Weltranglistenerster. "Wir sind das Real Madrid des Radsports", sagt Teamchef Walter Godefroot, der nach dieser Saison als Betreiber des Rennstalls aufhört. Sein Nachfolger, der frühere Profi Olaf Ludwig, steht ihm schon als Teammanager zur Seite. "Das ist gut, dass es mit der Pro Tour nur noch eine große Rennserie gibt", sagt Ludwig. Allerdings umfasst die Pro Tour 300 Rennen. Alle Teams müssen bei allen Rennen starten, deshalb hat T-Mobile seinen Kader so vergrößert, dass man ihn in Gruppen aufgeteilt hat. "Wir wollen gewinnen, und wir haben wie Real Madrid die beste Bank", sagt Gódefroot. Vielleicht ja auch bei der Tour de France. Die Gruppe "auf dem Podium" steht bereit.

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