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27.01.2010

10:13 Uhr

Tennis ATP

Federer marschiert ins Halbfinale von Melbourne

Roger Federer ist ins Halbfinale der Australian Open eingezogen. Dort trifft der Weltranglisten-Erste auf den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga.

Jubel bei Roger Federer. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Jubel bei Roger Federer. Foto: Bongarts/Getty Images

Ein kleiner Luftsprung, ein Lächeln Richtung Ehefrau Mirka - nach dem Matchball war Roger Federer die Erleichterung deutlich anzumerken. Der Schweizer hatte bei den Australian Open in Melbourne durch den 2:6, 6:3, 6:0, 7:5-Erfolg über Nikolai Dawydenko nicht nur erneut das Halbfinale erreicht, sondern auch Platz eins in der Weltrangliste erfolgreich verteidigt.

"Ich war nach dem Blick auf die Auslosung etwas besorgt, dass es diesmal schiefgehen könnte", sagte Federer nach seinem erneuten Erfolg, "Dawydenko war zuletzt der heißeste Spieler auf der Tour."

"Auch für mich erstaunlich"

Zum 23. Mal hintereinander seit Wimbledon 2004 spielt Federer am Freitag das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Sein Gegner ist der Franzose Jo-Wilfried Tsonga, der sich in der Night Session mit 7:6 (10:8), 6:7 (5:7), 1:6, 6:3, 6:1 gegen den Weltranglistendritten Novak Djokvic durchsetzte. 23 Mal, ein unglaublicher Rekord, den der 28-Jährige selbst kaum fassen kann: "Das ist auch für mich erstaunlich. Irgendwie bin ich immer in der Lage, bei den Grand-Slam-Turnieren Leistung zu bringen."

So bleibt Federer auch auf jeden Fall an der Spitze des ATP-Rankings. Bei einem Ausscheiden im Viertelfinale und einem Turniersieg von Djokovic hätte er die Top-Position an den Serben abgeben müssen. Er wusste also, was alles am Mitwoch auf dem Spiel stand.

Blitzstart von Dawydenko

Zweimal in Folge hatte er zuletzt gegen Dawydenko verloren, in London beim ATP-Finale und beim Turnier in Doha. Der 28 Jahre alte Russe strotzte angesichts einer Serie von 13 Siegen in Folge vor Selbstvertrauen. Zack - die Vorhand, patsch - die Rückhand. Ehe man sich versah, hatte Dawydenko den ersten Satz glatt gewonnen, führte 3:1 im zweiten und hatte drei weitere Breakbälle. Den einfachsten schoss er unbedrängt aus nächster Nähe ins Netz. Es war die Wende, der Tennisgott hatte sich wieder mal für Federer entschieden.

Dawydenko hatte nach seinem Missgeschick die Partie praktisch schon verloren. 13 Spiele in Folge gab er ab, produzierte einen Fehler nach dem anderen, Federer praktisch keinen mehr. "Das war alles scheiße, es kotzt mich an", sagte Dawydenko, "ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Ich habe gar nichts mehr getroffen."

Federer konnte den Umschwung selbst nicht fassen: "Ich bin auch nach dem schnellen Rückstand immer positiv geblieben und habe auf meine Chance gehofft", sagte der Sieger hinterher, "aber dass ich so dramatisch zurückgekommen bin, war schon überraschend."

Tsonga revanchiert sich für Final-Niederlage

Derweil nahm Tsonga mit seinem Erfolg gegen den Serben Revanche für die Endspielniederlage vor zwei Jahren an gleicher Stelle. Der Drittrunden-Bezwinger von Tommy Haas verbesserte zudem seine Bilanz gegen den 22-Jährigen auf 5:2 Siege. Tsonga zog damit zum zweiten Mal in seiner Karriere in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers ein.

Allerdings profitierte der Franzose nach dem dritten Satz von gesundheitlichen Problemen Djokovics. Der Serbe verschwand beim Stand von 0:2 in die Katakomben der Arena und musste sich medizinisch behandeln lassen. Er fand danach nicht mehr zu seiner Form der ersten drei Sätze zurück. Im letzten Jahr musste er als Titelverteidiger in Australien im Viertelfinale sein Match gegen Andy Roddick wegen Erschöpfung aufgeben.

Chinesin lässt Schwestern-Duell platzen

Auch bei den Frauen hatte sich die Nummer eins wieder ins Halbfinale gespielt, das bereits in der Nacht zum Donnerstag europäischer Zeit angesetzt war. Titelverteidigerin Serena Williams hatte mehr Mühe als erwartet, bis sie die Weißrussin Wiktoria Asarenka 4:6, 7:6 (7:4), 6:2 bezwungen hatte. Zuvor war Schwester Venus Williams durch die 6:2, 6:7 (4:7), 5:7-Niederlage gegen Li Na ausgeschieden. Das von vielen Fans erwartete Familienduell im Halbfinale war damit geplatzt.

Stattdessen schrieb Li Tennisgeschichte, denn erstmals erreichten zwei Spielerinnen aus China das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Bereits am Dienstag war Zheng Jie in die Runde der letzten Vier vorgestoßen, in der sie Justine Henin (Belgien) forderte. Li ist zudem ab Montag die erste Chinesin in den Top Ten. "Wahrscheinlich wollen jetzt alle Mütter in China ihre Töchter zum Tennis schicken", sagte Serena Williams.

© SID

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