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16.01.2007

08:04 Uhr

Tennis Australian Open

Deutsches Quartett in Runde zwei

Mischa Zverev machte bei den Australian Open mit dem Sieg im deutschen Duell gegen Michael Berrer als erster Deutscher den Einzug in Runde zwei perfekt. Tommy Haas, Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber folgten nach.

Mischa Zverev machte den Anfang, Philipp Kohlschreiber, Tommy Haas und Florian Mayer folgten ihm im Laufe des Tages nach. Vier deutsche Tennisprofis qualifizierten sich am zweiten Tag der Australian Open in Melbourne für die zweite Runde. Zverev entschied dabei das deutsche Duell der Qualifikanten "Down Under" gegen Michael Berrer für sich, Kohlschreiber schaltete den Belgier Kristof Vliegen aus. Der an zwölf gesetzte Haas hatte mit Albert Montanes aus Spanien keine Mühe, Mayer kämpfte den an 23 eingestuften Schweden Robin Söderling in fünf Sätzen nieder. Für Alexander Waske kam dagegen gegen den Russen Dimitri Tursunow das Aus.

Haas souverän

Tommy Haas wurde gegen den Spanier Albert Montanes seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich gegen den 83. der Weltrangliste 7:5, 6:1, 7:6 (7:3) durch. Sein nächster Gegner ist der serbische Qualifikant Ilija Bozoljac, gegen den der an zwölf gesetzte deutsche Topspieler ebenfalls klarer Favorit ist.

Daviscup-Teamkollege Florian Mayer kämpfte den hoch eingeschätzten Robin Söderling aus Schweden nach zweimaligem Satz-Rückstand mit 3:6, 6:4, 3:6, 6:4 und 6:0 nieder. Mayer trifft nun auf den Italiener Andreas Seppi, der sich in fünf Sätzen gegen den US-Amerikaner Bobby Reynolds durchsetzte.

Zverev siegt in Gluthitze

Zverev, ein 19 Jahre alte Hamburger, setzte sich bei seiner Grand-Slam-Premiere bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius gegen Berrer aus Stuttgart in vier Sätzen mit 6:4, 7:6 (7:1), 3:6 und 6:4 durch.

In der zweiten Runde trifft Zverev nun auf Robby Ginepri. Der US-Amerikaner musste zum Auftakt über fünf Sätze gehen und siegte am Ende mit 4:6, 6:2, 4:6, 7:5 und 6:3 gegen den Spanier Nicolas Almagro.

Als die Partie der beiden Deutschen um 14.23 Ortszeit nach 3:04 Stunden zu Ende ging, brannte die Sonne mit knapp 40 Grad vom Himmel und verwandelte die Tennisanlage im Melbourne Park in einen Glutofen. "Auf dem Platz habe ich es gar nicht so gemerkt", sagte Zverev, "erst im Umkleideraum habe ich gespürt, dass mein Körper völlig am Ende ist." Trotz aller Müdigkeit überwog natürlich die Freude über den Sieg: "Das ist ein super Erfolg, daran hätte ich vor einer Woche nie gedacht. Es wird mich weiter nach vorne bringen."

Kohlschreiber trifft auf Nadal, Waske gescheitert

Der 23-Jährige Kohlschreiber folgte seinem Landsmann am Abend etwas überraschend durch einen 5:7, 6:3, 6:2, 6:4-Sieg gegen den in der Weltrangliste 24 Plätze besser notierten Vliegen und trifft nun in der zweiten Runde auf den an zwei gesetzten Mitfavoriten Rafael Nadal aus Spanien.

Daviscupspieler Alexander Waske dagegen scheiterte am Russen Dimitri Tursunow. Der Qualifikant aus Frankfurt unterlag dem 21. der Weltrangliste etwas unglücklich 7:5, 4:6, 3:6, 4:6 und blieb damit als fünfter der zehn gestarteten deutschen Herren bereits in seinem Auftaktmatch beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf der Strecke.

Hitze verzögert Spiele

Eine Heißluftfront hatte die Temperaturen in Melbourne am Nachmittag bis auf über 40 Grad ansteigen lassen und damit für zahlreiche Verschiebungen der Spiele gesorgt. Obwohl er stundenlang warten musste, war Tommy Haas dennoch damit einverstanden: "Als Tennisprofi muss man mit solchen Dingen klarkommen. Ich finde die Hitzeregelung gut und bin froh, dass ich gewonnen habe."

Weniger glücklich war Kohlschreiber über den langen Tag: "Ich war seit 9.20 Uhr auf der Anlage. Leider wurde der Spielbeginn immer nur von Stunde zu Stunde verlegt, deshalb konnte ich nicht nach Hause." Der 23-Jährige reagierte sich damit ab, dass er im Umkleideraum mit Gummizwillen auf Kollegen schoss: "Da war ich etwas wirr im Kopf."

Kohlschreiber sieht dem Spiel am Donnerstag gegen Nadal mit erstaunlichem Optimismus entgegen: "Sein Spiel ist berechenbar, immer volle Pulle. Ich glaube, ich habe die Möglichkeit, gegen ihn das Match zu bestimmen und ihn laufen zu lassen." Möglicherweise hat er doch etwas zu viel Sonne abbekommen.

© SID

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