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14.01.2007

11:03 Uhr

Tennis Australian Open

Federer schwärmt vom "Happy Slam"

Um den ersten großen Tennis-Titel des Jahres geht es ab Montag bei den Australian Open. Während Roger Federer klarer Favorit auf den Herren-Titel ist, machen sich gleich eine Handvoll Damen Hoffnungen auf den Sieg.

Mit den Australian Open und jede Menge guter Stimmung wird das Tennis-Jahr 2007 eingeläutet. "Jeder freut sich, jeden wieder zu sehen, jeder wünscht ein frohes neues Jahr", erzählt Roger Federer: "Man könnte das Turnier auch den Happy Slam nennen." Auf den Schweizer traf das im letzten Jahr auf jeden Fall zu, nach seinem Triumph hatte er allen Grund, "happy" zu sein.

Am Montag, wenn in Deutschland noch tiefste Nacht herrscht, nimmt der Weltranglistenerste gegen den Darmstädter Björn Phau seine Titelverteidigung in Angriff. Rund 777 500 Euro erhalten am Ende des 14-tägigen Tennisfests im australischen Hochsommer die Einzelsieger im Damen- und Herreneinzel, das ist eine Steigerung von 37 000 Euro gegenüber 2006.

Natürlich geht der 25 Jahre alte Ausnahmespieler Federer wieder als haushoher Favorit in das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Nur 1,40 zu 1 bieten die Buchmacher vor dem ersten Aufschlag als Gewinnquote für den zehnten Grand-Slam-Erfolg des Schweizers. Noch nie gab es bei dem Turnier im Melbourne Park einen klareren Wettfavoriten. Daran hat auch Federers Niederlage gegen Andy Roddick am Samstag im Finale des sportlich bedeutungslosen Vorbereitungsturniers im Stadtteil Kooyong nichts geändert.

Federer rechnet mit "Teenie-Attacke"

Federer aber spürt den Atem der Verfolger. Dabei blickt er weniger auf die bereits etablierten Kontrahenten wie Roddick, auf den er im Halbfinale treffen könnte, Marat Safin oder den an Nummer zwei gesetzten Rafael Nadal, der seine Muskelverletzung überwunden hat und sich selbst als "hundertprozentig fit" bezeichnet. Der Branchenprimus erwartet stattdessen in diesem Jahr den Angriff der 19-Jährigen: "Wir werden mehr von Spielern wie Andy Murray und Novak Djokovic sehen. Ich glaube definitiv, dass sie in diesem Jahr kommen."

"Roger hat seine Ziele, für die er arbeitet", sagt Tommy Haas, der erst am Dienstag gegen den Spanier Albert Montanes in das mit rund zwölf Mill. Euro dotierte Turnier eingreift: "Wahrscheinlich möchte er den Rekord von Pete Sampras´ 14 Grand-Slam-Erfolgen brechen." Haas jedenfalls ist froh, dass er in diesem Jahr nicht in die gleiche Tableau-Hälfte wie Federer gelost wurde, gegen den er 2006 im Achtelfinale nach einem spannenden Match und in Topform in fünf Sätzen gescheitert war.

Der gebürtige Hamburger führt die insgesamt 14 deutschen Profis im Hauptfeld an, von denen nicht weniger als drei bereits am Montag auf dem Centre Court angesetzt sind. Nach Phaus Match gegen Federer soll Rainer Schüttler gegen Vorjahresfinalist Marcos Baghdatis aus Zypern spielen. In der Night Session ab circa 11.00 Uhr deutscher Zeit tritt Benjamin Becker (Stuttgart) gegen Marat Safin an, den Australien-Champion von 2005. Lediglich Simon Greul (Stuttgart) muss gegen Yen-Hsun Lu aus Taiwan auf einem Nebenplatz ran.

Mauresmo Favoritin bei den Frauen

Sandra Klösel (Karlsruhe), Julia Schruff (Augsburg) und Martina Müller (Hannover) müssen ebenfalls bereits am Montag spielen. Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) tritt am Dienstag gegen Sandra Zahlavova (Tschechien) an.

Das Dameneinzel führt Titelverteidigerin Amelie Mauresmo (Frankreich) an, weil die Weltranglistenerste Justine Henin-Hardenne (Belgien) aus privaten Gründen abgesagt hat. US-Open-Siegerin Maria Scharapowa (Russland) ist an Nummer zwei gesetzt. Ein emotionales Turnier könnte es für Kim Clijsters werden. Die Belgierin, seit ihrer vierjährigen Liaison mit Lleyton Hewitt von den Australiern als eine der ihren ins Herz geschlossen, hat ihren Rücktritt zum Jahresende erklärt und spielt zum letzten Mal in Melbourne.

Immerhin zehn deutsche Männer haben das Hauptfeld erreicht. Das große Tennisland Australien ist dagegen nur mit sechs Spielern im 128-köpfigen Hauptfeld vertreten, von denen fünf Wildcards haben. Lediglich der ehemalige Weltranglisteerste Hewitt war automatisch qualifiziert, belegt aber nur noch Platz 19 im ATP-Computer. So ist kaum zu erwarten, dass die Gastgeber erstmals nach Mark Edmondson im Jahr 1976 wieder den Turniersieger stellen.

© SID

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