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15.01.2006

11:40 Uhr

Tennis Australian Open

Haas will mit Kiefers Ex-Coach durchstarten

Vor dem Beginn der Australian Open in Melbourne haben sich sowohl Tommy Haas als auch Nicolas Kiefer hohe Ziele gesetzt. Haas will dabei mit Kiefers Ex-Coach Thomas Hogstedt wieder in die Weltspitze zurück.

Neben einer neuen Frisur hat Tommy Haas sich auch einen neuen Trainer zugelegt und daraus neue Motivation geschöpft. Die Halbfinalteilnahme in Doha und der Sieg über Roger Federer beim Einladungsturnier in Kooyong haben ihm gut getan: "Wenn ich in dieser Form bin, dann bin ich schwer zu schlagen", geht Haas voller Zuversicht in das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Am Dienstag bestreitet er bei den Australian Open in Melbourne sein Auftaktmatch gegen den Franzosen Richard Gasquet.

Trainerwechsel sorgt für Zündstoff

Unterdessen hat der gebürtige Hamburger die klatschträchtige Beziehung mit Giulia Siegel beendet und trägt die Haare kurz und akkurat geschnitten wie ein Bankkaufmann. "Der Pferdeschwanz hat am Ende genervt", sagt Haas: "Vielleicht bin ich zum ersten Mal auf dem Weg, rundum das Richtige zu machen." Er wirkt schlanker und fitter als zuletzt: "Es ist wichtig, dass ich jetzt einen Trainer habe, der auch Ziele hat."

Damit meint er seinen neuen Coach Thomas Hogstedt. Zuvor hatte dieser zwei Jahre lang Nicolas Kiefer betreut und von Position 58 in der Weltrangliste wieder auf Platz 23 geführt. Das sorgt natürlich für Zündstoff. Verständlich, dass Haas und Kiefer nicht gerne über das Thema reden. Sie spielen zwar gemeinsam im Daviscup für Deutschland, ansonsten dienen sie ausschließlich ihren eigenen Interessen.

Vor den US Open im September hatte sich Haas nach zehn Jahren von David "Red" Ayme getrennt. Daviscup-Kapitän Patrik Kühnen stand nicht zur Verfügung, weil er beim Deutschen Tennis Bund unter Vertrag steht. "Ich war Ende des Jahres nach dem Daviscup nicht mehr so motiviert", gibt Haas zu: "Also habe ich eine Liste mit Wunschtrainern gemacht. Auf der stand auch Hogstedt, obwohl er noch nicht frei war." Gefragt hat er ihn wohl trotzdem mal, und tatsächlich war Hogstedt anschließend "auf dem Markt", nachdem er sich mit Kiefer nicht auf eine erneute Zusammenarbeit einigen konnte. "Wir haben versucht, auf einen Nenner zu kommen, das ist nicht gelungen", sagt Kiefer. Vielleicht aber hat Haas einfach das bessere Angebot gemacht. "Wenn ich einen Spieler sehe, der einen tollen Coach hat, dann sage ich mir nicht: den will ich auch haben", meint Kiefer: "Andere Spieler sind vielleicht so, ich nicht."

Kiefer vertraut altem Bekannten

Kiefer lässt sich seit Dezember von seinem alten Bekannten Sascha Nensel coachen, einem 35 Jahre alten ehemaligen Bundesligaspieler und absolutem Greenhorn in der Profiszene. "Ich habe absolutes Vertrauen zu ihm, die Zusammenarbeit läuft gut und ich freue mich auf die Zukunft", sagt Kiefer über seinen neuen Trainer, der wie er aus Hannover kommt.

Vor seinem Auftaktmatch gegen den Thailänder Paradorn Srichaphan am Dienstag plagt Kiefer nur die Sorge, ob sein linker Knöchel hält, nachdem er am Freitag in Kooyong umgeknickt war. Am Sonntag konnte er erstmals wieder trainieren und war zufrieden: "Es geht immer besser und ich habe ja noch bis Dienstag Zeit. Meine körperliche Verfassung ist ansonsten sehr gut." Mit Nensel hat er sich im thailändischen Pattaya auf die neue Saison vorbereitet und dort intensiv mit Srichaphan trainiert. "Es wird ein schweres Spiel, wir kennen unsere Stärken und Schwächen sehr genau", sagt Kiefer.



© SID

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