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17.01.2008

07:41 Uhr

Tennis Australian Open

Qualifikantin Lisicki kämpft sich Runde drei

Auch die Ukrainerin Marija Koryttsewa hat den Siegeszug von Sabine Lisicki bei den Australian Open in Melbourne nicht stoppen können. Nach einen 6:1, 7:5 steht die Qualifikantin aus Berlin in der dritten Runde.

Sabine Lisicki hat ihren Höhenflug bei den Australian Open in Melbourne mit dem Einzug in die dritte Runde fortgesetzt. Mit dem 6:1, 7:5 über Marija Koryttsewa (Ukraine) feierte die Berlinerin den bisher größten Erfolg ihrer Karriere und zog in die dritte Runde ein. "Richtig begreifen werde ich das wahrscheinlich erst später", sagte sie.

Lisicki ist als einzige von acht deutschen Frauen übrig. Ihre nächste Gegnerin am Samstag ist im Duell um den Achtelfinaleinzug die 17 Jahre alten Dänin Caroline Wozniacki, Junioren-Wimbledonsiegerin von 2006 und als 64. der Weltrangliste 130 Plätze besser notiert als die Deutsche.

Riesensprung in der Weltrangliste

"Mit diesem Match beschäftige ich mich am Freitag, vorher genieße ich erstmal den Erfolg", sagte die 18-jährige Lisicki, die noch ein ganz spezielles Problem lösen musste: Aus ihrem Hotel musste sie mit Sack und Pack ausziehen, es war nur bis Donnerstag gebucht. Danach sollte es zu einem Turnier nach Hawaii gehen. Diese Pläne haben sich durch den Erfolg nun geändert. In die USA wird sie demnächst trotzdem fliegen. Barbara Rittner will sie zum Fed Cup am 2. und 3. Februar gegen die USA mit nach San Diego nehmen.

Mit ihren kleinen Hüpfern zwischen den Ballwechseln an der Grundlinie hat die gebürtige Troisdorferin einen großen Sprung gemacht. In der Weltrangliste hat sie etwa 50 Plätze gewonnen, zudem ist bereits ein Preisgeld von 50 000 australischen Dollar (30 183 Euro) sicher. "Jeder Sieg hier bringt sie weit vor, damit kommt sie den Hauptfeldern näher, das macht es alles einfacher", sagt ihr Vater und Coach: "Wir haben viel Geld investiert und Sabine hat einen schweren Weg hinter sich. Ich bin sehr stolz."

Der Vater ist promovierter Sportwissenschaftler und Tennislehrer aus Polen ohne Arbeit in Deutschland, die Karriere seiner Tochter begleitet er intensiv. "Mein Job ist Sabine", sagt er. Vom Gymnasium wurde die 18-Jährige nach der zehnten Klasse beurlaubt, um die sportliche Karriere zu verfolgen. "Tennis ist nicht alles", sagt ihr Vater dennoch: "Wir möchten, dass sie Abitur macht."

"Ich möchte die Nummer eins der Welt werden"

Mit einem starken ersten Aufschlag, ohne Angst vor Vorstößen ans Netz und einem sehr kontrollierten Spiel von der Grundlinie hat Sabine Lisicki alle Zutaten für eine erfolgreiche Karriere. Regelmäßig trainiert sie seit über vier Jahren bei Nick Bollettieri in Florida und hat die dort übliche Erfolgsmentalität schon mal übernommen: "Ich möchte die Nummer eins der Welt werden."

Den Vater stört dieser Ehrgeiz nicht: "Wir haben immer versucht, Selbstvertrauen zu vermitteln. Wenn man sich kleine Ziele steckt, ist man zu früh zufrieden."

© SID

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