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11.02.2006

16:18 Uhr

Tennis Daviscup

Deutschland nach Pleite im Doppel gescheitert

Die deutschen Herren sind nach ihrer Rückkehr in die Daviscup-Weltgruppe in der ersten Runde ausgeschieden. Nach den beiden Niederlagen im Einzel setzte es für das Doppel Tommy Haas/Alexander Waske die dritte Pleite.

Die Rückkehr in die Weltgruppe ist für das deutsche Daviscup-Team mit einer bitteren Niederlage zu Ende gegangen. Nach den beiden Pleiten im Einzel am Freitag hat auch das Doppel mit Alexander Waske und Tommy Haas verloren. Gegen die Franzosen Michael Llodra/Arnaud Clement unterlag das deutsche Duo 7:6, 3:6, 4:6, 1:6. Beim Stand von 0:3 hat Deutschland bei den beiden abschließenden Einzeln am Sonntag keine Chance mehr auf das Weiterkommen.

Statt wie erhofft im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg gleich ins Viertelfinale vorzustoßen, muss das Team um Kapitän Patrick Kühnen nun in der Relegation vom 22. bis 24. September um den Klassenerhalt in der Weltgruppe kämpfen.

Waske lobt französisches Duo

"Die Franzosen haben wahnsinnig gut gespielt, das muss man anerkennen", sagte Waske, "wir haben es leider nicht mehr geschafft." Auch Tommy Haas war tief enttäuscht über die vergebene Chance: "Ein Break ist nur bestätigt, wenn man es anschließend hält."

Frankreich trifft in der Runde der letzten Acht nun auf Russland, dass nach dem Samstag ebenfalls uneinholbar mit 3:0 gegen die Niederlande führt. "Ich denke, dass Frankreich mit dieser Mannschaft die Chance hat, den Cup zu gewinnen", sagte Haas, "auch die anderen Mannschaften, gegen die wir zuletzt verloren haben, sind anschließend weit gekommen."

Für den Deutschen Tennis Bund (DTB) bedeutete die Niederlage einen schweren Rückschlag in der Hoffnung, nach dem guten Saisonstart von Haas und Kiefer wieder so etwas wie Tennis-Euphorie entfachen zu können. Mit dem frühen Ausscheiden in der Eliteklasse fällt so unter anderem ein weiterer, möglicherweise lukrativer Spieltag im März weg. Während des gesamten Sommers spielt das Daviscup-Team nun keine Rolle mehr. Waske blickte dennoch optimistisch in die Zukunft: "Es ist jetzt frustrierend, aber wir haben noch große Ziele mit dieser Mannschaft."

Erstklassige Stimmung zeigt keine Wirkung

Die Zuschauer im überdachten Gerry-Weber-Stadion versuchten am Samstag alles, um doch noch ein "Wunder" herbeizuschreien. Für erstklassige Stimmung unter den Fans sorgte bereits vor Matchgewinn der Stadionsprecher, als er den Olympiasieg von Biathlet Michael Greis verkündete. Haas und Waske steigerten die Euphorie noch, als sie gleich im ersten Spiel Michael Llodra den Aufschlag abnahmen und mit 1:0 in Führung gingen. Die Franzosen ließen sich aber durch den frühen Rückstand nicht schocken und schafften sofort bei Waskes Aufschlag das Rebreak. Die Partie blieb nun ausgeglichen, wobei die Franzosen immer wieder ihre Chance über Waske suchten, der nur schwer in das Match zu kommen schien.

Die beiden Deutsche aber kämpften unverdrossen weiter, wehrten im Tiebreak bei einem 3:6-Rückstand sogar drei Satzbälle der Franzosen ab und holten sich den ersten Durchgang unter dem euphorischen Jubel der Zuschauer. Doch dass an diesem Wochenende auch das Glück nicht auf der deutschen Seite war, wurde wieder im zweiten Satz deutlich, als die Franzosen einen deutschen Breakball zur möglichen 4:3-Führung mit einem Netzroller abwehren konnten. Haas schaute anschließend leicht verzweifelt zum Hallendach, als würde er Beistand "von oben" erflehen. "Man muss auch mal Glück haben", sagte der gebürtige Hamburger, "das hat uns leider gefehlt."

Frankreich nutzt Waskes Schwäche

Stattdessen wurden die Franzosen mit dem erstklassigen Doppelspieler Llodra immer besser. Clement hatte zwar Probleme, doch die konnte Deutschland nicht nutzen. Haas und Waske verloren anschließend jeweils ihr Service und damit den Satz. Im dritten Satz ging Deutschland dank des nun stark spielenden Tommy Haas nach einem Break mit 4:3 in Führung, doch auch diesen Vorsprung konnten Haas und Waske nicht halten. Die Franzosen waren präziser, trafen die Linien und returnierten erstklassig. Insbesondere Waske zeigte nun immer größere Schwächen und Frankreich setzte sich am Ende verdient durch und beendete die hochfliegenden deutschen Träume brutal.

© SID

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