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31.10.2014

19:12 Uhr

Tennis

Düsseldorf verliert ATP-Turnier

Tennis in Düsseldorf ist nun wohl endgültig Geschichte. Auch wenn Lizenz-Inhaber Rainer Schüttler das Aus dementiert, wird es im kommenden Jahr wohl kein Turnier im Rochusclub geben. Was bleibt, sind die Erinnerungen.

Der Deutsche Philipp Kohlschreiber (r) und Teamchef Patrik Kühnen (l) sitzen in Düsseldorf beim Tennis World Team Cup 2010 am Rand. Aus wirtschaftlichen Gründen wird es schon 2015 kein ATP-Turnier in der Rheinmetropole mehr geben. dpa

Der Deutsche Philipp Kohlschreiber (r) und Teamchef Patrik Kühnen (l) sitzen in Düsseldorf beim Tennis World Team Cup 2010 am Rand. Aus wirtschaftlichen Gründen wird es schon 2015 kein ATP-Turnier in der Rheinmetropole mehr geben.

Düsseldorf In Düsseldorf geht eine Tennis-Ära zu Ende. Aus wirtschaftlichen Gründen wird es schon 2015 kein ATP-Turnier in der Rheinmetropole mehr geben. Der bisherige Turnierdirektor Dietloff von Arnim bestätigte der Nachrichtenagentur dpa einen Bericht der „Rheinischen Post“ (Online-Ausgabe/Freitag). „Wir haben mit vielen gesprochen, aber keiner wollte das Titelsponsoring übernehmen“, begründete von Arnim den Verzicht. Unter diesen Umständen habe eine Fortführung der Veranstaltung „einfach keinen Sinn gemacht“, sagte von Arnim der Zeitung.

Von 1978 bis 2012 wurde im Düsseldorfer Rochusclub jährlich der World Team Cup durchgeführt, der mit verschiedenen Titelsponsoren auch als offizielle Mannschafts-WM gewertet wurde. Jahrelang waren zahlreiche Spitzenspieler auf der traditionsreichen Anlage zu Gast. Das deutsche Team konnte sich insgesamt fünfmal den Titel sichern, zuletzt 2011. Letzter Champion war Serbien 2012, danach löste ein Turnier der 250er-Kategorie das langjährige Format ab. Als nun wohl letzter Gewinner trug sich Philipp Kohlschreiber im Mai in die Siegerliste ein.

Der ehemalige Spitzenspieler Rainer Schüttler, der zusammen mit dem früheren Boris-Becker-Manager Ion Tiriac die Lizenz für das Turnier besitzt, zeigte sich verwundert über den Vorstoß von van Arnim. „Eine Entscheidung, wo das Turnier ausgetragen wird, fällt Mitte November durch die Gremien der ATP Tour – und nicht jetzt“, sagte Schüttler dem Online-Portal „tennisnet.com“. „Die Öffentlichkeit wird nicht richtig über den Stand der Dinge informiert.“

Allerdings war es auch Schüttler in den vergangenen beiden Jahren nicht gelungen, der Veranstaltung neue wirtschaftliche Impulse zu verleihen. Schon länger war deshalb darüber spekuliert worden, das Turnier an einen anderen Ort zu verlegen.

Schüttler bestätigte bei „tennisnet.com“, dass es Gespräche mit verschiedenen anderen Standorten über eine Verlagerung der Turnierlizenz gebe. Genf sei ein Kandidat, aber auch Austragungsorte in Polen und Italien. „Es gibt aber keine Entscheidung. Und es kann auch keine Entscheidung geben, weil diese einzig und allein bei der ATP liegt“, erklärte die einstige Nummer fünf der Welt.

Die ATP teilte am Freitag lediglich mit, der Vorstand müsse einer Verlegung zustimmen. Bis dahin will sich die Herren-Profiorganisation nicht weiter äußern. Der Beschluss über das definitive Aus des Tennis-Standorts Düsseldorf wird nun für Mitte November erwartet, wenn das zuständige Gremium während der ATP-WM in London tagt.

Von

dpa

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