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08.06.2016

18:17 Uhr

Tennis

ITF sperrt Scharapowa für zwei Jahre

Maria Scharapowa ist wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden. Der Weltstar will gegen diese Entscheidung klagen. Wie dem auch sei: Ihren Ruf in der Sportwelt hat sie schon längst verloren.

„Ich werde darum kämpfen, so schnell wie möglich auf den Tennis-Court zurückzukehren.“ dpa

Maria Scharapowa

„Ich werde darum kämpfen, so schnell wie möglich auf den Tennis-Court zurückzukehren.“

LondonKeine Gnade für den Weltstar: Maria Scharapowa ist nach ihrer positiven Dopingprobe vom Tennis-Weltverband ITF rückwirkend für zwei Jahre gesperrt worden. Die Russin, die am 26. Januar in Melbourne mit der verbotenen Substanz Meldonium erwischt worden war, darf erst nach den Australian Open 2018 auf die WTA-Tour zurückkehren. Diese Entscheidung gab die ITF am Mittwochnachmittag in London bekannt.

Scharapowa kündigte sofort an, gegen die „unverhältnismäßig harte“ Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS vorzugehen. „Ich werde darum kämpfen, so schnell wie möglich auf den Tennis-Court zurückzukehren“, schrieb die 29-Jährige bei Facebook.

Die ITF utzte nicht das maximale Strafmaß von vier Jahren und führte „mildernde Umstände“ an. Scharapowa habe demnach nicht wissentlich, sondern fahrlässig gehandelt und den Missbrauch des Medikaments, das sie zehn Jahre lang eingenommen hatte, sofort eingestanden. Anders als die Biathlon-, Eisschnelllauf- und Radsport-Weltverbände, die Sportler in ähnlichen Fällen freigesprochen hatten, entschied sich die ITF für eine Sperre.

Maria Scharapowa: Die Schönheit aus Russland

Privates

Geboren am 19. April 1987 in Njagan (Russland). Wohnort: Bradenton (Florida).

Quelle: SID

Maße

Größe: 1,88 m.
Gewicht: 59 kg.

Gewinnsumme

Tennisprofi seit 2001. Gewinnsumme auf der WTA-Tour: 36,8 Millionen Dollar (rund 33,5 Millionen Euro)

Einkommen

Sie gilt seit vielen Jahren als bestverdienende Sportlerin der Welt. Nach Erhebungen von Forbes verdiente sie 2015 knapp 30 Millionen Dollar, vor allem durch Verträge mit Sponsoren.

Vermarktung

Viele Tennisstars gehören zu den Sportlerinnen, die am besten zu vermarkten sind. Die Russin Maria Scharapowa ist in der Türkei besonders beliebt, der deutsche Autobauer Porsche hat sie als Markenbotschafterin unter Vertrag.

Weltrangliste

Zwischen August 2005 und Juli 2012 war sie 21 Wochen die Nummer eins der Weltrangliste.

Siege

35 Turniersiege, fünf Grand-Slams: Wimbledon 2004, US Open 2006, Australian Open 2008, French Open 2012 und 2014. - fünf weitere Grand-Slam-Finals. - Olympiazweite 2012 in London

Besonderes

Scharapowa hat als eine von nur zehn Spielerinnen alle Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewonnen.

Zitat

„Wenn ich einmal meine Karriere beende, dann nicht in solch einem Hotel, in Down Town Los Angeles, mit so einem hässlichen Teppich.“

Maria Scharapowa am Montag auf einer Pressekonferenz in Los Angeles, auf der sie von ihrem positiven Dopingtest berichtete.

Scharapowa hatte in einer aufsehenerregenden Pressekonferenz am 7. März ihren positiven Dopingtest nach dem Viertelfinal-Aus bei den Australian Open öffentlich gemacht. Allerdings gab sie damals nur zwischen den Zeilen zu, das seit dem 1. Januar 2016 verbotene Medikament auch danach noch konsumiert zu haben. Dennoch wurde sie mit Wirkung vom 12. März provisorisch suspendiert.

Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass Meldonium innerhalb weniger Tage vom Körper restlos abgebaut wird. Dies stellte sich inzwischen offensichtlich als Irrtum heraus, die Dauer des Abbaus kann demnach sogar Monate betragen. Daher durften Athleten die vor dem 1. März 2016 mit weniger als einem Mikrogramm des Herzmittels erwischt worden waren, auf Gnade hoffen. Scharapowa, die zum vorläufigem russischen Olympia-Aufgebot zählte, gehörte anscheinend nicht dazu.

Ob die frühere Weltranglistenerste noch einmal auf die Tour zurückkehrt, ist nach der ITF-Entscheidung ungewiss. Scharapowa will sich nicht kampflos ergeben. „Ich werde für das einstehen, was ich für gerecht halte“, schrieb sie und bedankte bei ihren 15 Millionen Facebook-Fans: „Ich habe Eure Briefe und Posts gelesen und Eure Liebe und Unterstützung hat mich durch diese harten Tage getragen.“

Tennis-Star Maria Scharapowa: Nach der Doping-Beichte fliehen die Sponsoren

Tennis-Star Maria Scharapowa

Nach der Doping-Beichte fliehen die Sponsoren

Eine der bekanntesten Sportlerinnen weltweit ist positiv auf Doping getestet worden. Die russische Tennisspielerin Maria Scharapowa hofft, „eine weitere Chance“ zu bekommen. Doch Geldgeber springen ab. Auch Porsche.

Unterstützung verweigerten der einst bestbezahlten Sportlerin der Welt zuvor bereits langjährige Partner. Ausrüster Nike und Sponsor Porsche setzten die Verträge aus. Die Vereinten Nationen (UN) beriefen sie als Sonderbotschafterin ab.

Auch prominente Weggefährten hatten nach dem positiven Test Konsequenzen für die auf der Tour wenig beliebte Scharapowa gefordert. Der Spanier Rafael Nadal sagte, sie solle bestraft werden. Der Schotte Andy Murray meinte: „Wenn du ein verschreibungspflichtiges Medikament nimmst, das du eigentlich gar nicht brauchst, weil du nicht krank bist, dann ist das falsch.“ Da spiele es auch keine Rolle, dass die Einnahme der Substanz bis Ende des vergangenen Jahres erlaubt war.

Einige Kolleginnen auf der WTA-Tour legten den Respekt vor der fünfmaligen Grand-Slam-Siegerin völlig ab. „Wir alle denken, dass sie eine Betrügerin ist“, sagte die Französin Kristina Mladenovic zu Beginn der French Open in Paris: „Maria war nie höflich oder nett. Mit dem, was nun passiert, werden nicht viele Leute übrig bleiben, die sie mögen.“

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