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13.01.2009

23:07 Uhr

Tennis WTA

Endgültiges Aus für die German Open in Berlin

Die German Open in Berlin sind Geschichte. Die Ausrichter aus Katar gaben das Traditionsturnier, das einst vor allem Steffi Graf gefördert hatte, an die WTA zurück.

Die German Open schließen die Pforten. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Die German Open schließen die Pforten. Foto: Bongarts/Getty Images

Das Aus für die German Open in Berlin ist besiegelt. Die Ausrichter aus Katar gaben das einst bedeutendste Frauen-Tennisturnier Deutschlands an den Weltverband WTA zurück.

"Traurige Tatsache"

"Das ist eine traurige Tatsache. Ich habe die Bestätigung von der WTA", sagte Josef Minderjahn, Präsident des Lttc Rot-Weiß, dem sid. Damit wird das Traditionsturnier, das vor allem Steffi Graf gefördert hatte, in diesem Jahr nicht mehr auf dem Vereinsgelände an der Hundekehle ausgetragen.

Zuvor hatte WTA-Präsident Larry Scott in einer E-Mail an Minderjahn, die der Tagesspiegel in Auszügen veröffentlicht hatte, das Ende offiziell mitgeteilt: "Ich kann Ihnen bestätigen, dass die Tennisföderation von Katar das T-II-Turnier an die WTA-Tour zurückverkauft hat", schrieb Scott, der zudem betonte, dass sein Verband nicht "erwartet, dass dieses Turnier in diesem Jahr im WTA-Turnierkalender auftauchen wird."

Das Turnier sollte eigentlich vom 18. bis 23. Mai diesen Jahres stattfinden. Es wäre seit 1979 zum 30. Mal ausgetragen worden. Rekordsiegerin im Grunewald ist Steffi Graf, nach der auch der Center Court benannt ist, mit neun Triumphen.

Der Vertrag der Katari mit dem Lttc endet erst in diesem Jahr, deshalb ist jetzt wahrscheinlich eine Vertragsstrafe fällig. Nach den Statuten der WTA entspricht sie dem Preisgeld, das ausgeschüttet worden wäre, dies wären rund 600 000 Dollar.

"So kann man das nicht machen. Die Art und Weise ist sehr befremdlich"

"Ich bin tief enttäuscht. So kann man das ja nicht machen, ohne auch den Vertragspartner zu informieren. Die Art und Weise ist sehr befremdlich. Ich habe um ein Gespräch mit dem katarischen Verband gebeten", erklärte Minderjahn.

Eine offizielle Begründung vom katarischen Tennis-Verband für die Rückgabe des Turniers hat Minderjahn bisher nicht: "Ich stochere noch im Dunkeln. Aber ich nehme an, dass es mit finanziellen Dingen zu tun hat", erklärte Minderjahn.

Seit die Katari das Turnier dem Deutschen Tennis Bund (DTB) 2004 abgekauft hatten, mussten sie immer wieder Verluste bilanzieren. Dienstleister, die im vergangenen Jahr für das Turnier arbeiteten, mussten teilweise monatelang auf ihr Geld warten. Noch heute sind Rechnungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro offen.

Weiteres Highlight geht verloren

Auch DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard wurde von der Nachricht überrascht: "Das ist natürlich sehr sehr schade. Für die deutschen Damen war das immer ein Highlight", sagte Eberhard dem sid. Da in der Vergangenheit bereits die Veranstaltungen in Hamburg, Hannover und Leipzig von der Landkarte verschwunden sind, führt die Wiederbelebung des deutschen Damen-Tennis für Eberhard nur über den Erfolg: "Jetzt müssen wir sehen, dass wir ein bis zwei Spielerinnen in die Weltklasse bringen, um wieder neue Sponsoren anzulocken."

Als Alternative für den Standort Berlin ist seit einiger Zeit die polnische Hauptstadt Warschau im Gespräch. In der Wertigkeit hätten die German Open ohnehin an Bedeutung verloren, da die WTA ihren Turnierkalender neu geordnet hat. Weil nun ein T-II-Turnier eine Frauen- und ein Männerfeld vorweisen muss, rutschte das Turnier mit entsprechend geringerem Preisgeld (600 000 Dollar) in die Kategorie T-III. Im vergangenen Jahr gab es noch 1,34 Mill. zu gewinnen.

© SID

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