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07.07.2015

18:51 Uhr

Tony Martin

Mit Solosieg ins Gelbe Trikot

Im vierten Anlauf hat es Tony Martin geschafft. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister holte sich mit einem Solosieg sein erstes Gelbes Trikot. John Degenkolb sorgte als Zweiter für einen deutschen Doppelerfolg.

Für den „ewigen Pechvogel“ Tony Martin ist nach vier Anläufen der Traum vom Gelben Trikot in Erfüllung gegangen. ap

Sieger – nach 223,5 Kilometern

Für den „ewigen Pechvogel“ Tony Martin ist nach vier Anläufen der Traum vom Gelben Trikot in Erfüllung gegangen.

CambraiTony Martin ballte vor lauter Freude immer wieder die Faust und konnte sein Glück kaum fassen. Ausgerechnet in der „Hölle des Nordens“ ist für den ewigen Pechvogel der sehnlichste Traum bei der Tour de France endlich in Erfüllung gegangen. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister eroberte mit einem famosen Solosieg auf dem berüchtigten Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs im vierten Anlauf doch noch das erste Gelbe Trikot seiner Karriere. Martin fuhr nach einer Attacke 3,3 Kilometer vor dem Ziel zum Sieg und löste damit den bisherigen Spitzenreiter Christopher Froome an der Spitze der Gesamtwertung ab.

John Degenkolb, der im Frühjahr mit seinem Sieg bei Paris-Roubaix auf gleichem Terrain Radsport-Geschichte geschrieben hatte, sicherte sich nach 223,5 Kilometern von Seraing nach Cambrai im Sprint vor dem Slowaken Peter Sagan den zweiten Platz und machte damit den deutschen Doppelerfolg perfekt.

Mann des Tages aber war Martin. Hinter der Ziellinie ließ sich der 30-Jährige überglücklich zu Boden fallen. Seine Teamkollegen waren als erste Gratulanten zur Stelle. Sogar der in Zivil erschienene Ex-Weltmeister Tom Boonen eilte zur kleinen Feier des Etixx-Quick-Step-Teams herbei. „Das ganze Pech der letzten Tage hat sich heute in Glück gewandelt“, sagte Martin in der ARD, er sei „Alles oder Nichts“ gefahren.

Es wurde „Alles“ und es war ein Sieg des Willens von Martin, nicht einmal von einem Reifenschaden 19 Kilometer vor dem Ziel ließ er sich aufhalten. Noch am Vortag hatte Froome dem Deutschen um die Winzigkeit von sieben Hundertstelsekunden die Spitzenposition entrissen. Martin ist der 15. Deutsche, der in der 112-jährigen Geschichte der Rundfahrt das begehrte Gelbe Trikot holte.

Auf dem Weg nach Nordfrankreich ging es auf den letzten sechs von sieben Kopfsteinpflaster-Sektoren mächtig zur Sache. Das Astana-Team um Vorjahressieger Vincenzo Nibali schlug ein Wahnsinns-Tempo an, doch seine Rivalen im Kampf um den Gesamtsieg waren allesamt auf der Hut. Sogar der kolumbianische Kletterspezialist Nairo Quintana, dem ein schwerer Tag prophezeit worden war, ließ sich nicht abschütteln.

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